Von der Geschäftsidee zum Franchise-Konzept

Sie haben mit einer Geschäftsidee den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und denken darüber nach, Ihr Geschäft mittels Franchising zu vergrößern? Dieser Schritt ist nicht einfach und erfordert ein hohes Maß an Vorarbeit und eine gründliche Planung. Nicht jede Geschäftsidee eignet sich für eine Umsetzung als Franchisekonzept. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Merkmale, die ein erfolgreiches Franchisesystem aufweisen muss:

Die Geschäftsidee muss so ausgearbeitet sein, dass sie anderen als komplettes Konzept zur Verfügung gestellt werden kann. Sämtliche Vorgänge und Arbeitsabläufe müssen einfach reproduzierbar und möglichst unkompliziert sein Das Unternehmenskonzept muss einfach vermittelbar sein, die Franchisenehmer müssen in der Lage sein, die Geschäftsidee 1:1 umsetzen zu können.

Bei der Umwandlung einer „normalen Geschäftsidee“ in ein funktionierendes Franchise-Konzept müssen Sie Ihr Unternehmen im Vorfeld genau durchleuchten und gegebenenfalls (wahrscheinlich) auch zu Umstrukturierungsmaßnahmen greifen falls einige Bestandteile Ihres Unternehmens noch nicht ganz „fit für das Franchising“ sind. Diese Umstrukturierungen sind völlig normal und nötig, um Ihrem Unternehmen den nötigen „Schliff“ zu geben, der es als Franchisesystem attraktiv machen wird.

Hier kann durchaus das Sprichwort

„Was nicht passt, wird passend gemacht“ als Leitspruch dienen.

Die folgende Skizze verdeutlicht die einzelnen Schritte, die nötig sind, um eine Geschäftsidee in einen funktionierenden Franchisebetrieb umzuwandeln. Beantworten Sie die darin gestellten Fragen im Vorfeld möglichst gewissenhaft. Diese Vorarbeit wird sich bei der späteren Umsetzung Ihrer Umstrukturierungsmaßnahmen auszahlen.

 

Die Grundidee:

Was ist das Besondere an Ihrer Idee (Alleinstellungsmerkmal) und wieso ist sie auch für andere Gründungswillige von Interesse (wieso ist mein Konzept besonders Erfolg versprechend)?

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Die Unternehmensanalyse:

  • Sind alle Vorgänge in meinem Unternehmen so dokumentiert, dass verstanden und umgesetzt werden können?
  • Welche Kosten kommen auf den Franchisenehmer zu und welche Rentabilität kann er erwarten?

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Die Marktanalyse:

Hier stehen Zielgruppenanalyse und Preisentwicklung im Vordergrund. Sie als Franchisegeber sind für das Marketing Ihres Franchise-Systems verantwortlich. Stellen Sie daher sicher, dass Sie Ihren Franchisenehmern sowohl im Bereich der Einkaufskonditionen als auch mit der Größe der idealen Zielgruppe den bestmöglichen Service bieten können. Ihr Marktpotenzial sollte hoch genug sein, um mindestens 50 Franchisepartnern ein sicheres Auskommen garantieren zu können.

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Ihre Marketingstrategie:

Hier ist eine detaillierte Ausarbeitung in folgenden Bereichen nötig:

  • Schaffung eines starken Markennamens (wofür soll er stehen, welchen Eindruck soll er bei den Kunden hinterlassen?)
  • Erarbeitung einer Corporate Identity (stellen Sie sich Ihr Geschäftsmodell als „Gesamtkonzept vor“, machen Sie sich Gedanken über Einrichtung, Logo-Entwicklung, passende Farbkombinationen etc.)
  • Vermarktung
  • Beschaffungs- und Sortimentspolitik
  • Standortsuche

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Die Budgetplanung:

  • Wie viel Geld können Sie für den Aufbau Ihres Franchisesystems aufbringen?
  • Erarbeiten Sie eine genaue Liquiditäts- und Investitionsplanung
  • Versuchen Sie, jetzt schon, die Gebühren zu ermitteln, die später für Ihre Franchisenehmer anfallen werden.
  • Suchen Sie eventuell nach Einsparmöglichkeiten um den Anreiz für potenzielle Franchisenehmer zu erhöhen.

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Die Planung der Betriebsabläufe:

Untergliedern Sie Ihre Betriebsabläufe in möglichst kleine Teilschritte (so werden Ihre Inhalte leichter vermittelbar) und achten Sie vor allem darauf, dass ausnahmslos alle Vorgänge, die für das Tagesgeschäft Ihrer Franchisepartner wichtig sind, unabhängig von Ihrer eigentlichen Firmenzentrale durchgeführt werden können.

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Das Franchisehandbuch:

Hier beschreiben Sie Ihre Unternehmensphilosophie, Ihre strategischen Ziele, die wesentlichen Merkmale des Geschäftstyps, seine Erfolgsfaktoren, seine „Werkzeuge“, die Ablauforganisation und die Spielregeln einer konfliktfreien Zusammenarbeit. Das Franchisehandbuch ist zugleich eine Dokumentation Ihre Corporate Identity und kann durch Formularsammlungen, Schulungsunterlagen etc. ergänzt werden. Damit ist das Franchisehandbuch sozusagen der „schriftliche Spiegel“ Ihres Geschäftskonzeptes. Da es laufend ergänzt werden muss, empfehlt sich eine Lose-Blatt-Sammlung im Ringordner.

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Der geeignete Franchise-Nehmer:

  • Erfordert meine Geschäftsidee fachliche Vorkenntnisse?
  • Wie sieht der ideale Franchise-Partner für mich aus?
  • Wie hoch ist die Mindestinvestition für mein Franchise-System, wie viel muss der potenzielle Partner selbst aufbringen?

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Der Probelauf:

Richten Sie Ihren Pilotbetrieb genauso ein, wie sie es für Ihre Franchisenehmer vorgesehen haben. Der erste Betrieb, der nach Ihrer Geschäftsidee ausgerichtet wurde, dient Ihnen einerseits als Visitenkarte und andererseits als Beweis dafür, dass Ihre Geschäftsidee auch tatsächlich funktioniert.

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Der Franchise-Vertrag:

Hier schaffen Sie die rechtliche Basis für Ihr Franchise-Unternehmen. Folgende Bestandteile sollten unter anderem in Ihrem Franchisevertrag geregelt sein:

  • Die Rechte und Pflichten der Vertragspartner
  • Der Spielraum der Handlungsfreiheit Ihrer Franchisenehmer (wie viel ist im Franchise-Handbuch festgelegt und wie viel kann der Franchisenehmer selbst entscheiden – z. B. Inneneinrichtung, Speisekarte etc.)
  • Vertragsdauer und Kündigung
  • Preis- und Bezugsbindung (inwiefern hat der Franchisepartner bei der Wahl seiner Zulieferer ein Mitspracherecht?)
  • Welcher Gebietsschutz wird dem Franchisenehmer garantiert etc.

Diese und weitere Fragen müssen im Franchise-Vertrag geregelt werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, und um spätere Probleme zu vermeiden empfiehlt es sich, sich bei der Zusammenstellung des Vertrages von einem Anwalt beraten zu lassen, der bereits Erfahrungen im Franchising sammeln konnte.

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Die Zusammenarbeit mit Ihren ersten Franchisepartnern:

Backen Sie am Anfang die sprichwörtlichen „kleinen Brötchen“. Testen Sie die Tragfähigkeit Ihres Konzeptes erst einmal mit 4-5 Franchisenehmern. In der Zusammenarbeit werden sich eventuelle Schwachstellen schnell zeigen (z. B. bei der Zusammenarbeit mit der Systemzentrale und der Ausgestaltung des Franchisevertrages). In kleinem Rahmen lassen sich diese Schwachstellen schnell beseitigen und sie sind bestens für weitere Franchisepartner gerüstet...

Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich lediglich um eine kurze Darstellung der notwendigen Teilschritte bei der Verwirklichung einer Geschäftsidee mittels Franchising. Sollten beim Durcharbeiten dieses kurzen Ratgebers weiterführende Fragen offenbleiben (oder auftauchen), empfehlen wir Ihnen dringend, sich professionelle Unterstützung zu holen. Auf www.franchisedirekt.com finden Sie weiterführende Informationen zu diesem Thema sowie eine umfangreiche Beraterdatenbank.

 

 

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