Franchising erklärt

Franchising ist mittlerweile auch in Deutschland ein sehr bekanntes und weit verbreitetes System. Die Chancen stehen gut, dass auch Sie zahlreiche Franchise-Unternehmen kennen. Jedes Franchise-Konzept ist individuell, aber es gibt auch einige Merkmale, die alle Franchise-Konzepte der verschiedenen Unternehmen gemein haben. Jede Franchise-Vereinbarung beinhaltet in der Regel, dass ein bestehendes Unternehmen, bekannt als der Franchisegeber, einer anderen Partei, bekannt als der Franchisenehmer, erlaubt, ein Geschäft unter dem Namen des Franchisegebers zu führen. Im Gegenzug zahlt der Franchisenehmer eine anfängliche Franchisegebühr, jährliche Lizenzgebühren sowie andere, oft individuell festgelegte, Gebühren. Dazu gehören zum Beispiel Marketinggebühren.

Das Konzept des Franchisings geht auf das Jahr 1731 zurück, als Benjamin Franklin den ersten Franchisevertrag mit Thomas Whitman unterzeichnete. Franchising hat also den Test der Zeit bereits bestanden. Selbst als andere Geschäftsmodelle während der jüngsten Rezession, wuchs und expandierte Franchise weiter. Mittlerweile gibt es in Deutschland fast 180.000 Franchise-Betriebe, die eine wichtige Rolle innerhalb des Sektors der kleinen und mittelständischen Unternehmen spielen.

Was braucht es, um ein Franchise zu besitzen?

Die Kosten der Gründung eines Franchise-Unternehmens variieren relativ stark, je nach Art des Konzepts. Meistens liegen sie jedoch zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Gebühren wie Schulungsgebühren, Prüfungsgebühren und Lizenzgebühren können die anfänglichen Startkosten noch höher treiben. Die gute Nachricht ist, dass es, selbst wenn Sie nicht über dieses Bargeld verfügen, eine Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten gibt. Neben dem nötigen Eigenkapital, müssen Sie als Franchisenehmer allerdings noch andere Bedingungen erfüllen und Ihr Engagement und Ihre Motivation zum Führen der Marke beweisen. Deshalb findet ein Vorstellungsgespräch mit dem Franchisegeber statt, in dem Sie Ihren Hintergrund beschreiben und erklären, warum Sie als Partner geeignet sind. Als angehender Franchisenehmer müssen Sie bei dieser Gelegenheit außerdem beweisen, dass Sie einen klaren Finanzierungsplan haben und vertrauenswürdig sind. Sie erfahren außerdem auch, ob der Franchisegeber zu Ihnen passt und Sie ihn für zuverlässig und vertrauenswürdig erachten. So profitieren beide Seiten von dem ersten Kennenlernen.

Was ist die Rolle des Franchisegebers?

Neben der Erlaubnis für Franchisenehmer, unter dem Markennamen des Franchisegebers zu operieren, gibt es eine Reihe von Rollen, die ein Franchisegeber im Rahmen des Franchising-Arrangements spielt. Eine der Aufgaben des Franchisegebers besteht darin, geschäftliche Unterstützung in vielen Formen anzubieten. Zum Beispiel kann der Franchisegeber bei Themen wie Branding und bei der Schulung helfen. Es ist wichtig zu beachten, dass Franchisegeber nicht am täglichen Management von Franchiseunternehmen beteiligt sind. Allerdings können Franchisegeber die Kontrolle über die Geschäftstätigkeit einiger Franchisenehmer übernehmen und tun dies auch, um sicherzustellen, dass ihre Franchisenehmer sich an die Richtlinien halten.

Wenn es um das Personalmanagement geht, geben Franchisegeber nur Hinweise zu den besten Praktiken. Es steht dem Franchisenehmer jedoch frei, Mitarbeiter einzustellen, zu beschäftigen, zu entlohnen, Mitarbeiterstandards festzulegen und sogar Disziplinarmaßnahmen zu ergreifen, ohne den Franchisegeber einzubeziehen, solange die Qualität der Produkte und Dienstleistungen nicht beeinträchtigt wird. Der Franchisenehmer ist also ein unabhängiger Geschäftsinhaber und kein gemeinsamer Arbeitgeber mit dem Franchisegeber.

Franchising


Verantwortlichkeiten des Franchisenehmers

Neben der Zahlung der notwendigen Gebühren an den Franchisegeber und der Durchführung der täglichen Franchise-Geschäftsaktivitäten gibt es einige weitere Verantwortlichkeiten, die dem Franchisenehmer durch den Franchise-Vertrag auferlegt werden. Zum Beispiel hat der Franchisenehmer zum Wohle des Franchisegebers und des Franchisenehmers die Verantwortung, die Geschäftsgeheimnisse vertraulich zu behandeln. In vielen Ländern gibt es bereits Gesetze zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen, die es den Vertragsparteien eines Franchisevertrages ermöglichen, zu bestimmen, welche Teile eines Franchisesystems ein Geschäftsgeheimnis darstellen könnten.

Um ihre Marken und bestimmte Informationen zu schützen, können die Franchisegeber auch restriktive Regeln aufstellen, die ihre Franchisenehmer einhalten müssen. Zum Beispiel kann der Franchisegeber dem Franchisenehmer untersagen, andere Geschäfte zu tätigen, die mit dem Unternehmen des Franchisegebers in Konkurrenz stehen würden. In einem solchen Fall hat der Franchisenehmer die Verantwortung, sich an die Regeln zu halten.

Franchise-Eigentumsübertragung

Im Rahmen einer Franchise-Vereinbarung kann die Übertragung des Eigentums eine ziemlich schwierige Aufgabe sein. Dies liegt daran, dass das Eigentum zwischen dem Franchisegeber und dem Franchisenehmer aufgeteilt ist. Obwohl der Franchisenehmer zum Beispiel alle physischen und finanziellen Vermögenswerte des Unternehmens besitzt, gehören die Marke und die Warenzeichen dem Franchisegeber. Alles in allem sind die Bedingungen und der Prozess der Übertragung des Franchise-Eigentums in der Regel im Franchise-Vertrag festgelegt, aber die Franchisegeber haben das Recht, den nächsten Franchise-Eigentümer zu bestimmen.

Vorteile des Franchisings

Obwohl ein Franchisenehmer ein unabhängiger Unternehmer ist, sind Franchise-Verträge mit einer Reihe von Einschränkungen und Verantwortlichkeiten verbunden. Was genau sind also die Vorteile des Franchisings für den Franchisegeber? Warum interessieren sich so viele Unternehmer dafür, ein Franchise zu gründen?

Einer der größten Vorteile eines Franchise liegt in der Risikominimierung. Die Gründung eines neuen Unternehmens ist immer mit dem Risiko des Scheiterns verbunden. Mit anderen Worten: Ein Unternehmen von Grund auf neu zu gründen, kann eine Menge Geld und Zeit kosten, und Sie können nie sicher sein, dass Ihre Marke jemals auf dem Markt akzeptiert werden wird. Durch den Kauf eines Franchise-Unternehmens können Sie die Vorteile einer Marke nutzen, deren Glaubwürdigkeit bereits etabliert ist. Daher werden loyale Kunden Ihr Geschäft schnell wiedererkennen und es besser annehmen. Das Risiko wird dadurch minimiert.

Exit-Strategie

Franchise-Verträge sind in der Regel darauf ausgelegt, dass ein Franchisenehmer irgendwann beschließen könnte, seinen Laden zu schließen. Daher beinhalten sie, was am Ende der Laufzeit zu tun ist. Die meisten Franchisesysteme haben die Option der Verlängerung. Wenn der Franchisegeber beschließt, einen Verlängerungsantrag aus Gründen abzulehnen, die nicht in der Vereinbarung festgelegt sind, kann der Franchisenehmer ihn vor Gericht bringen. Es ist daher wichtig, sich genau zu überlegen, was in dem Vertrag stehen sollte und wie solche Situationen am besten geregelt werden können.

Beispiele für erfolgreiche Franchise-Unternehmen in Deutschland

In Deutschland gibt es mittlerweile fast 180.000 Franchise-Unternehmen. Dazu gehören einige sehr bekannte internationale Marken wie etwa Pizza Hut, KFC oder McDonald’s. Aber auch nationale Franchise-Marken werden immer bekannter. Die meisten Deutschen kennen wahrscheinlich die Schülerhilfe, Mrs. Sporty oder Backwerk. Viele Unternehmen sind als Franchise-Unternehmen nicht direkt erkennbar, weil sie (noch) nicht so viele Franchisenehmer haben. Franchising boomt aber und wird mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Zusammenfassung

Der Kauf eines Franchise-Unternehmens ist ein ziemlich kluger Weg Kleinunternehmer zu werden. Allerdings sind Franchisesysteme auch einzigartige Geschäftsmodelle. Denn obwohl der Franchisenehmer eine gewisse Autonomie behält, übt der Franchisegeber immer noch Kontrolle aus, die im Franchisevertrag und im Betriebshandbuch festgelegt ist. Der Franchisenehmer profitiert jedoch in dem Sinne, dass er oder sie nicht das Risiko eingehen muss, ein Unternehmen von Grund auf zu gründen und viele Jahre braucht, um eine angesehene Marke zu etablieren. Franchising bietet also viele Vorteile, für den Franchisegeber und den Franchisenehmer. Für viele Menschen, die überlegen ihr eigener Chef zu sein, aber das Risiko eines kompletten Neustarts scheuen, könnte es der optimale Weg sein.

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