09 Franchise-Finanzierung und Businessplan

Franchise-Finanzierung und Businessplan

Mit der Eröffnung und dem erfolgreichen Betrieb eines eigenen Franchisegeschäftes sind eine Vielzahl von fixen und variablen Kosten verbunden: Das folgende Kapitel bietet Ihnen eine kurze Zusammenfassung über die einzelnen Bestandteile einer tragfähigen Unternehmensfinanzierung.

Eintrittsgebühr:

Diesen Betrag müssen Sie zum Einstieg in das jeweilige Franchisesystem an den Franchisegeber entrichten. Darin können Leistungen wie Schulungen, Unterstützung bei der Standortsuche sowie fortlaufende Assistenz im laufenden Betrieb enthalten sein. Einzelheiten zur jeweiligen Ausgestaltung des Franchisepaketes finden Sie im zugehörigen Franchisevertrag.

Start- bzw. Anlageinvestition:

Entspricht dem Geldbetrag, den Sie aufwenden müssen, um sich einen bestimmten Standort zu sichern bzw. für die notwendigen baulichen Maßnahmen und die Geschäftsausstattung. In dieser Summe können Personalkosten für Bau oder Umbau ebenso enthalten sein wie eine etwaige Grundausstattung. Weniger „offensichtliche“ Kosten verbergen sich beispielsweise in Versicherungen, Steuern und in der Rechts- bzw. Steuerberatung.

Die Betriebsmittel:

Darunter ist der Geldbetrag zu verstehen, den Sie benötigen, um die ersten Monate Ihrer Geschäftstätigkeit zu überbrücken (einschließlich Ihrer Schulungs- und Einarbeitungszeit). Diese finanzielle Rücklage sollte solange ausreichen, bis Ihre Einnahmen entsprechend angestiegen sind. Denken Sie hier auch an ggf. anfallende Lohnzahlungen für Ihre Angestellten.

Weiterlaufende Gebühren:

Hierunter verstehen wir sämtliche monatlich anfallenden Zahlungen an den Franchisegeber wie Franchise- oder Werbegebühren aber auch regelmäßige Zahlungen für eventuelle Unterstützung bei der Führung Ihres Unternehmens.

Sämtliche mit der Übernahme eines Franchisestandortes verbundenen Kosten sollten in einer Zusammenfassung oder einer Grafik Ihren Vertragsunterlagen beiliegen. Das Wichtigste ist, dass Sie VOR Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages genau darüber informiert sind, welche Kosten auf Sie zukommen.

Im nächsten Schritt geht es darum, das Vorhaben auch finanzieren zu können. Viele Franchisegeber bieten Ihren neuen Partnern Hilfe bei der Finanzierung Ihrer Neugründung an. Sollte dies der Fall sein, so müssen sämtliche zugehörigen Dokumente ebenfalls Teil der Vertragsunterlagen sein. Lassen Sie unbedingt auch Ihren Steuerberater einen Blick auf die entsprechenden Dokumente werfen. In den meisten Fällen jedoch werden Sie für die Finanzierung Ihres Vorhabens die Unterstützung Ihrer Hausbank oder eines anderen Kreditinstitutes brauchen. Bereiten Sie für diesen Fall einen sorgfältig ausformulierten Businessplan vor.

Zwar klingt „erstellen Sie einen Businessplan“ auf den ersten Blick kompliziert, verliert aber bei näherem Hinsehen schnell seinen Schrecken. Die meisten Businesspläne folgen einem festgelegten Format. Vorlagen und Hinweise hierzu finden Sie problemlos in Büchern oder im Internet. Sobald Sie alle nötigen Informationen in einem Dokument gesammelt haben, können Sie sich auch einen professionellen Schreibdienst mit der endgültigen Ausformulierung Ihres Geschäftsplanes beauftragen. Einige Franchisegeber bieten Ihren zukünftigen Partnern auch hier Unterstützung an. Verlassen Sie sich jedoch nicht „blind“ auf eventuelle Schätzungen von Einnahmen und Ausgaben vonseiten Ihres Franchisegebers. Sprechen Sie unter anderem auch mit anderen Franchisenehmern um ein realistisches Bild des wahrscheinlichen Verdienstpotenzials zu bekommen.

Viele Informationen, die Sie für die Erstellung eines Businessplanes brauchen, werden Sie von Ihrem Franchisegeber im Rahmen der zur Verfügung gestellten Dokumente erhalten.

Am Anfang eines jeden Geschäftsplanes steht immer eine kurze Zusammenfassung, die das jeweilige Geschäftskonzept und die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen beschreibt. Es enthält auch Angaben über Marktchancen, Zielgruppen, Konkurrenz, Einnahmeschätzungen und das voraussichtliche Erreichen der Gewinnschwelle. Achten Sie bei Ihrer Zusammenfassung unbedingt auf die Länge (es soll ja schließlich „nur“ eine Zusammenfassung sein). Als Richtwert empfiehlt sich maximal 1 DINA4-Seite. Die Zusammenfassung sollte verständlich geschrieben sein und das Interesse des Lesers nach weiteren Informationen wecken. Wenn es Ihnen nicht gelingt, mit Ihrer Zusammenfassung das Interesse Ihres Gesprächspartners zu wecken, sinken wahrscheinlich auch Ihre Chancen für die Bewilligung Ihres Finanzierungsantrages.

Weitere Bestandteile Ihres Geschäftsplanes sind:

Firmenphilosophie:

Hier beschreiben Sie kurz die Zielsetzung und grundsätzliche Ausrichtung der Firma hinsichtlich der angebotenen Produkte und Dienstleistungen, der Kunden und Angestellten sowie im Hinblick auf Zulieferer, Prozesssteuerung und Nutzen für die Gesellschaft.

Firmenstruktur und Organigramm:

Hier erläutern Sie die Firmengeschichte und die hierarchischen Strukturen innerhalb der Firma. Wachstumszahlen, Verbindlichkeiten und Firmenvermögen können ebenfalls in diesem Punkt näher beschrieben werden.

Branchenanalyse:

Dieser Abschnitt Ihres Businessplans sollte ein sehr positives Bild Ihrer Geschäftsidee aufzeigen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Wachstumszahlen und Branchenausblicke mit einzubringen, aber auch Schätzungen über zukünftige Marktpotenziale. Hier ist auch Platz für Informationen über eventuelle Konkurrenzanalysen (Größe bzw. Anzahl Ihrer bestehenden Konkurrenten). Für derartige Präsentationen eignen sich am besten Tabellen bzw. Charts. Hiermit lassen sich schnell wichtige Vergleichszahlen (z. B. Wachstumsaussichten, Marktsegmentierung und Konkurrenz) herausarbeiten. Weiterhin können Sie in diesem Abschnitt auch Informationen aus den Bereichen Businesstrends, Rechtslage und Umweltschutz einbringen, sofern diese Einfluss auf die Umsetzung Ihrer Geschäftsidee haben.

Marktanalyse:

Stellen Sie in diesem Abschnitt alle Daten zusammen, die Ihre Kunden betreffen (z. B. Größe der Zielgruppe im entsprechenden Gebiet, Grad der vorhandenen Marktsättigung bei den von Ihnen angebotenen Produkten / Dienstleistungen etc.). Auch eine kurze Analyse über die Eignung Ihres avisierten Geschäftsstandortes kann hier Platz finden. Erwähnen Sie auch Faktoren wie die Konkurrenz vor Ort sowie regionale Trends oder Gegebenheiten, die den Erfolg Ihres Geschäftes beeinflussen können.

Operative Geschäftsführung:

Die Details für diesen Abschnitt Ihres Geschäftsplanes sollten Sie dem Franchise-Handbuch Ihres Franchisegebers entnehmen können. Dort finden Sie weitere Informationen über Personalbedarf, Beschaffung, Schulung und Ausbildung, Arbeitszeiten sowie Näheres über die Produktion und Vermarktung der von Ihnen vertriebenen Produkte bis hin zum Kunden.

Werbe- und Marketingplan:

Auch hier können Sie auf die Unterstützung Ihres Franchisegebers zurückgreifen. Lassen Sie sich von ihm vorab alle Informationen bzgl. regionaler / überregionaler Werbeaktivitäten bzw. Unterstützung der Franchisenehmer geben. Beschreiben Sie beispielsweise in diesem Abschnitt genau, wie Ihre Geschäftseröffnung ablaufen soll, oder heben Sie Sonderangebote und Sonderaktionen hervor, die Ihr Geschäft von der Konkurrenz abheben.

Geschäfts- und Unternehmensführung:

Hier können Sie ausführlich beschreiben, wie der tägliche Ablauf in Ihrem Unternehmen aussehen wird. Diese Beschreibung schließt auch die genaue Anzahl ihrer Mitarbeiter, die genauen Bezeichnungen der ausgeschriebenen bzw. besetzten Stellen und Verantwortungsbereiche mit ein. Gleichzeitig sollten Sie hier ausführen, wie und wo sie Ihre (zukünftigen) Angestellten finden möchten, bzw. welche Gehälter und Bezüge Sie im Gegenzug anbieten. Stellen Sie hier auch Ihren eigenen beruflichen Werdegang sowie Ihre Erfahrung dar. Geben Sie auch Auskunft darüber, welche Gewinnaussichten Sie persönlich mit dem Geschäft verbinden. Für den Fall, dass Sie Schlüsselpositionen in Ihrem Unternehmen bereits beim Verfassen Ihres Businessplans besetzt haben, so nutzen Sie die Gelegenheit und stellen Sie diese Mitarbeiter im Rahmen Ihres Geschäftsplanes ebenfalls kurz vor.

Finanzierung:

Hier können Sie darstellen, wie die Finanzierung Ihres neuen Unternehmens aussehen soll (beispielsweise durch eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital). In diesem Abschnitt sollte Sie auch eine ausführliche Aufwands- und Ertragsrechnung einbinden sowie eine Vorschau über den wahrscheinlichen Cashflow der nächsten 3 Jahre. Vergessen Sie hier auch nicht, den Zeitpunkt zu erwähnen, an dem Ihr Unternehmen wahrscheinlich die Gewinnschwelle erreichen wird. Nennen Sie auch den Zeitpunkt, an dem Sie vermutlich Ihre Anfangsinvestition wieder erwirtschaftet haben werden.

Anhang:

Hier können Sie weitere Dokumente einfügen, die für Ihre Unternehmensgründung wichtig sind (beispielsweise Ihre Lohnsteuererklärung oder weiteres Info-Material über das Franchiseunternehmen). Sie können auch Kopien der Materialien beilegen, die sie bei Ihrer Marktanalyse verwendet haben. Achten Sie jedoch darauf, dass sämtliche eingereichten Unterlagen Ihr Vorhaben positiv darstellen.

Viele Franchisegeber unterstützen Ihre Franchisenehmer bei der Erstellung des Businessplanes. Nehmen Sie diese Unterstützung in jedem Fall an – aus Erfahrung kann Ihr Franchisegeber Ihnen gute Ratschläge zur Verbesserung Ihres Businessplanes geben. Lassen Sie jedoch das Dokument auch noch von Ihrem Rechtsanwalt und / oder Steuerberater überprüfen. Das Wichtigste ist, dass Sie Ihr Vorhaben ausführlich und verständlich erklären und dass die Inhalte mit Ihrem Franchisevertrag übereinstimmen.