Franchising von A bis Z - Produktionsfranchising-Unternehmenskonzept

Die wichtigsten Fachbegriffe im Franchising

Produktionsfranchising

Der Franchisenehmer stellt nach Anweisungen des Franchise-Gebers ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Ware selbst her. Die so hergestellten Produkte werden dann unter dem Warenzeichen des Franchise-Gebers verkauft. Ein Beispiel hierfür ist ein Getränkeabfüllbetrieb.

Pro Forma-Jahresabschluß

In diesem Dokument finden sich Finanzinformationen, die auf Grundlage von Datenmaterial aus der Vergangenheit erstellt wurden. Es enthält Schätzungen zu Umsatzzahlen, Betriebskosten, Vermögen, Verbindlichkeiten und daraus resultierendem Reinvermögen.

Qualitätsmanagement

Unter diesem Begriff versteht man ein Organisationssystem, das sicherstellt, daß Produkte, Dienstleistungen und Prozesse den Anforderungen gemäss abgearbeitet werden. Das Qualitätsmanagement dient nicht der Schaffung von Vertrauen bei Führung und Kunden, sondern vielmehr der Einhaltung bestimmter Richtlinien. Häufig findet sich für diesen Begriff auch die Abkürzung QM.

Die Regeln für das QM sind in den Qualitätssicherungsnormen EN ISO 9000-9004 festgelegt. Eine zentrale Rolle übernimmt das Qualitäts-Management-Handbuch (QMH) in dem die Zuständigkeiten und Regeln festgeschrieben werden, nach denen die Geschäftsprozesse abzulaufen haben. Unternehmen können sich durch eine Zertifizierungsstelle die korrekte Einhaltung der selbst aufgestellten Regeln bestätigen lassen. Dafür kommen Experten als Auditoren zu einem Audit ins Unternehmen. Diese externen Audits müssen in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt werden. Zwischen den externen Audits werden interne Audits durch Mitarbeiter des eigenen Unternehmens durchgeführt. Die Nutzung der unterschiedlichen Qualitätsstandards zeigt starke regionale und branchenspezifische Unterschiede. Vor allem asiatische und angelsächsische Unternehmen haben Qualitätsmanagementmethoden eingeführt.

Instrumente der Qualitätssicherung:

  • Meinungsumfragen
  • Leistungsvergleiche
  • Qualitätsaudits
  • Qualitätszirkel
  • Qualitätsreporting
  • Visualisierung

Reinvermögen

Unter Reinvermögen versteht man die Gesamtsumme von Vermögensgegenständen abzüglich aller Schulden und Verbindlichkeiten. Für die Ermittlung werden die Werte aller Vermögensgegenstände addiert und die Summe von Schulden und Verbindlichkeiten davon abgezogen. Im Immobilienbereich wird für diese Berechnung vom Tageswert der Immobilie die noch zu bezahlende Kreditsumme abgezogen. Die Wertberechnung einer Firma erfolgt auf Grundlage von Aktien, Wertpapieren und der Summe des existierenden Sachvermögens (Gebäude, Fuhrpark etc.)

Risikomanagement

Risikomanagement (auch als Risk-Management oder Risikopolitik bezeichnet) ist ein Teilbereich der Unternehmensführung, der sich mit der Reduzierung von Risiken beschäftigt.  Risiken werden in Unternehmen als Informationsdefizite verstanden. Diese Informationsdefizite führen dazu, dass nur Annahmen über das Erreichen von Unternehmenszielen getroffen werden können. Das Risikomanagement vollzieht sich in verschiedenen Phasen. Im ersten Schritt erfolgt die Risikoidentifikation gefolgt von der Risikoanalyse, die eine Untersuchung des jeweils vorliegenden Ursache-Wirkungs-Komplexes umfasst. Schließlich werden in Form von Risikomeidung, Risikominderung, Risikoteilung, Schadensverhütung, Risikoreservebildung und Schadenkostenüberwälzung risikopolitische Maßnahmen ergriffen.

Sicherheiten

Darunter versteht man Vermögensgegenstände, die als Absicherung für die Bewilligung eines Kredites eingebracht werden. Dazu können Geldmittel, Immobilien oder weitere Wertgegenstände gehören. Falls der Kreditnehmer mit der Rückzahlung seiner Kreditraten in Verzug gerät, können diese Sicherheiten zur Begleichung der Kreditsumme herangezogen werden. Der Verleiher kann die Sicherheiten dann weiterveräußern und mit dem Erlös den ursprünglichen Kreditvertrag bedienen. So wird sichergestellt, dass die vergebene Kreditsumme in jedem Fall zurückgezahlt werden kann.Viele Kreditnehmer finanzieren ihren vollen Kapitalbedarf über eine Bankfinanzierung. Diese Möglichkeit wird oft beim Erwerb der Geschäftsausstattung genützt. Beim Kauf einer Immobilie zum Beispiel kann diese selbst als Sicherheit für den Kredit herangezogen werden. Wird eine Immobilie als Sicherheit gestellt, so ist die beantragte Kreditsumme oftmals relativ hoch und langfristig angelegt.Ein Unternehmen verwendet manchmal auch seine Geschäftsausstattung als Sicherheit. Dazu zählen zum Beispiel auch Werbemittel, Lagerware, Inventar und offene Forderungen.Ein Kreditgeber kann einen Kredit auch darüber absichern, dass sich eine dritte Person für die Kreditsumme verbürgt. In diesem Fall muss der Bürge eine Erklärung unterzeichnen, die versichert, dass er im Fall eines Zahlungsausfalles des Kreditnehmers für dessen Schulden eintritt. Damit kann der Bürge für eine Zahlung herangezogen werden, falls der Schuldner in Zahlungsrückstand gerät.

Skonto

Beim Skonto handelt es sich um einen prozentualen Preisnachlass bei sofortiger Zahlung oder Bezahlung innerhalb gestaffelt angegebener Zeiträume. Die in der Praxis anzutreffenden Praktiken sind in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich: In den meisten Fällen werden 3% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen und ohne jeden Abzug bei 4 Wochen vereinbart.

Soziales Franchising

Bei diesem Geschäftsmodell wird die herkömmliche, auf Gewinnerzielung ausgerichtete Geschäftstätigkeit um eine soziale Komponente ergänzt. Diese kann verschiedene Formen annehmen: Von der Unterstützung einer bestimmten wohltätigen Organisation bis zur Unterstützung von Projekten in einer Gemeinde. In gewisser Weise verknüpft soziales Franchising die Vorteile der Vertriebsform (rasche Multiplizierbarkeit, strukturiertes Geschäftsmodell) mit zielorientierter Unterstützung der Gemeinschaft.

Systemzentrale

Hinter diesem Begriff verbirgt sich die zentrale Leitstelle eines Franchise-Unternehmens. Von dieser hier aus wird das Netzwerk aus unternehmenseigenen Niederlassungen und Franchise-Betrieben verwaltet und kontrolliert. Die Systemzentrale übernimmt bei Führung und Expansion des Unternehmens eine Vielzahl an zentralen Aufgaben. Dazu zählen beispielsweise:

  • Entwicklung, Optimierung und strategische Planung der Entwicklung des Systems
  • Rekrutierung, Integration und Betreuung der Franchisenehmer
  • Schulung neuer Franchisenehmer und deren Mitarbeiter
  • Entwicklung und Durchführung von Marketingkonzepten und überregionalen Werbekampagnen zur Unterstützung der aktiven Franchisenehmer

Aber auch weitere Leistungen wie zum Beispiel Abrechnung oder die Betreuung der Firmenwebseite können in gewissen Fällen von der Systemzentrale übernommen werden.

Total Quality Management (TQM)

Das Total Quality Management ist eine Firmenphilosophie, bei der die Qualität als oberstes Ziel für das gesamte Unternehmen gilt. Die Managementstrategie ist darauf ausgerichtet, dieses Ziel für alle Produkte und Dienstleistungen intern und extern umzusetzen. Voraussetzung für den Erfolg des TQM ist, dass zum einen die Geschäftsführung überzeugend und nachhaltig das Unternehmen führt, dass zum anderen alle Mitarbeiter in Bezug auf die Qualitätsanforderungen geschult sind. Der Grundgedanke des Modells ist, das Unternehmen in allen seinen Funktionen zu verbessern. Das Total Quality Management umfasst die Kriterien: Führung, Mitarbeit, Politik und Strategie, Partnerschaft und Ressourcen, Prozesse, mitarbeiterbezogene Ergebnisse, kundenbezogene Ergebnisse, gesellschaftsbezogene Ergebnisse, Schlüsselergebnisse.Der Begriff Total Quality Management (TQM) nach ISO 8402: TQM ist definiert als eine auf die Mitwirkung aller Mitarbeiter beruhende Führungsmethode einer Organisation, die Qualität in den Mittelpunkt stellt und durch Zufriedenstellung der Kunden auf langfristigen Geschäftserfolg sowie auf Nutzen für die Mitglieder der Organisation und für die Gesellschaft zielt.

Umsatzprognosen

Darunter versteht man Geschäftszahlen des Franchise-Unternehmens, die vom Franchisegeber zur Verfügung gestellt werden, und Einblick in zu erwartende Geschäftszahlen geben. Vor Vertragsunterzeichnung sollten zukünftige Partner unbedingt auf die Offenlegung dieser Zahlen bestehen. Nur so lassen sich mittel- oder langfristige Erfolgschancen einer Gründung einigermaßen abschätzen.Ein anderer Weg, sich über die finanziellen Erfolgschancen eines Unternehmens zu informieren, ist das Gespräch mit bereits aktiven Franchisenehmern. Der Bericht über deren Erfahrung gibt Einblicke in die wahrscheinliche Entwicklung eines neuen Standortes.

Unternehmenskonzept

Vor der Existenzgründung sollten Sie ein schlüssiges Unternehmenskonzept erarbeiten. Dieses Konzept zeigt, dass das Vorhaben durchdacht ist und auf mögliche Risiken geprüft wurde. Weiterhin läßt sich daraus erkennen, welche Erfolgsaussichten zukünftig bestehen. Hier werden konkrete Aussagen über das Vorhaben formuliert. Untersuchungen belegen, dass Gründer oftmals deshalb keine Förderung aus dem Eigenkapitalhilfeprogramm erhalten, weil ihre Konzepte Fehler oder Schwächen aufweisen. Das Unternehmenskonzept soll klar, verständlich und überschaubar sein. Bei der Konzepterstellung ist eine klare Gliederung, eine einfache und verständliche Ausdrucksweise und eine überschaubare Optik gefordert. Hier eine Checkliste zum Inhalt eines Unternehmenskonzeptes:

1. Beschreibung des Konzeptes

  • Geschäftsidee
  • Nutzen Ihres Angebots
  • Wie bekannt ist Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung?
  • Kosten Ihres Produkts/Ihrer Dienstleistung
  • Risiken

2. Persönliche Angaben zum Unternehmens- bzw. Geschäftsgründer einschließlich fachlicher und kaufmännischer Qualifikationen und tabellarischem Lebenslauf

3. Markteinschätzung

  • Kunden
  • Konkrete Darstellung des Absatzmarktes
  • Marketingstrategie

4.  Konkurrenzanalyse

  • Wer sind Ihre Konkurrenten?
  • Kosten Ihres Produkts/Ihrer Dienstleistung bei der Konkurrenz?
  • Welchen Service bietet die Konkurrenz?

5. Finanzplanung

  • Investitionsplan
  • Kapitalbedarfsplan
  • Umsatzplan
  • Umsatz- und Ergebnispläne für drei Jahre
  • Liquiditätsplan
  • Rentabilitätsvorschau (für drei Jahre)
  • Betriebsmittel

6. Standort

  • Wo haben Sie für Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung einen erfolgversprechenden Markt?
  • Standortbedingungen / passende Immobilie

7. Geschäftsverbindungen und Personal

  • mögliche Geschäftspartner
  • Angestellte, Lieferanten, etc.
  • Personalplanung

8.Zukunftsaussichten

  • Entwicklung der Branche
  • Gibt es vergleichbare Branchen als Orientierungshilfe?
  • Entwicklung der Nachfrage nach Ihrem Angebot

Das Unternehmenskonzept dient Banken, Behörden und besonders Kunden als Verhandlungsgrundlage. Mithilfe dieses Unternehmenskonzeptes können die IHK, die Bank und Behörden ersehen, ob die Geschäftsidee überhaupt tragfähig ist, also für den Gründer einen Gewinn und somit Einkommen erzielen kann. Beim Unternehmenskonzept ist die Umsatz- und Ertragsschätzung für die ersten drei Jahre vorgegeben.Wer das Gespräch bei Banken sucht, sollte unbedingt einen ausgereiften Business-Plan dabei haben. Es wird im Allgemeinen davon abgeraten, den Franchisegeber mit zu dem Gespräch einzuladen.