Existenzgründung durch Frauen & Franchise-Angebote für Frauen

Existenzgründung durch Frauen & Franchise-Angebote für Frauen

Es gibt einige Besonderheiten von Existenzgründungen durch Frauen. Diese sind belegt durch eine Reihe von wissenschaftlichen Studien. Die Besonderheiten sind nicht zuletzt der Grund dafür, dass es eine Vielzahl von Beratungsangeboten und Hilfen für Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen gibt. Frauen stellen hierzulande mit 45 Prozent nicht ganz die Hälfte aller Erwerbstätigen, aber nur etwa ein Viertel (29 Prozent) aller Selbständigen. Aber: Verglichen mit der Situation vor drei Jahrzenten ist dies eine deutliche Verbesserung.

In den neuen Bundesländern ist der Gründerinnenzuwachs viel höher ausgefallen. Wichtige Gründe dafür sind das niedrige Ausgangsniveau sowie das Selbstverständnis der schon vor der “Wende” sehr viel häufiger berufstätigen Frauen und deren in der Regel hohe Qualifizierung.

Es gibt zahlreiche Franchise-Angebote, die auf Frauen als Unternehmerinnen zugeschnitten sind. Auf der einen Seite ist es die Branche oder das Geschäftskonzept, dass in der Regel eher Frauen anspricht; auf der anderen Seite gibt es Geschäftskonzepte, die im Markt die Zielgruppe „Frauen“ im Visir haben. Ein typisches Beispiel sind diesem Fall, die neuen Fitness-Studio-Konzepte speziell für Frauen. 

Qualifikationsdefizite durch weniger Berufserfahrung

Viele Frauen haben durch eine “falsche” Berufswahl und “falsche” Branchenkenntnisse schlechtere Startchance für eine Selbständigkeit. Dazu kommen die Berufserfahrungsdefizite, die die unter dem Strich geringere Erwerbstätigkeit mit sich bringt. Dazu gehören vor allem fehlende betriebswirtschaftliche Qualifikationen, geringe Führungs- und Verhandlungserfahrung sowie fehlende Kontakte “im Markt”.Dazu kommen schließlich die Know-how-Lücken, die Frauen nach einer Erwerbsunterbrechung beim Wiedereintritt ins Arbeitsleben haben können. Wichtig für Existenzgründerinnen und Unternehmerinnen sind in diesem Zusammenhang die besonderen Möglichkeiten des Erfahrungsaustauschs und der Aus- und Weiterbildung, die vor allem Gründerinnen bzw. Unternehmerinnen-Netzwerke anbieten.

Zu wenig Eigenkapital und Sicherheiten


37 Prozent der Frauen haben keinen Finanzierungsbedarf und weitere 54 Prozent kommen mit Startkapital von weniger als 25.000 Euro aus. Die bundesweite Gründerinnenagentur geht von einem durchschnittlichen Kapitalbedarf von 3000 bis 7000 Euro aus. Ein wichtiger Grund dafür ist sicherlich, dass Frauen im Dienstleistungsbereich aktiv sind. Dennoch haben viele Frauen Probleme, dieses Startkapital zu beschaffen. Wegen Ihrer “Erwerbsbiografie” verfügt ein großer Teil der Gründerinnen über kein oder nur sehr wenig Eigenkapital.Gründerinnen mit geringem Finanzierungsbedarf haben häufiger Probleme, einen Kredit von der Bank zu bekommen. Die Begründung dafür sind fehlende Eigenmittel und fehlende Sicherheiten, sowie Defizite beim Unternehmenskonzept.

Doppelbelastung Beruf/ Familie


Die meisten Existenzgründerinnen/ FranchisenehmerInnen müssen mit der Doppelbelastung Beruf/Familie zurecht kommen. Kinder und Partner erwarten von Ihrer Mutter bzw. Partnerin, dass sie so viel wie möglich für die Familie zur Verfügung steht. Maria Lauxen-Ulbrich und Rene Leicht vom Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim fanden heraus, dass Frauen mit einem Kind unter drei Jahren mit mehr als doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit selbständig sind als Frauen ohne Kinder. Das heißt: Eine Geburt kann Anlass zum Wechsel in eine selbständige Tätigkeit sein.Umgekehrt kann Selbständigkeit aber auch eine günstige Ausgangsboasis für die Gründung oder Erweiterung einer Familie bieten.

Gründerinnenberaterinnen bestätigen: Während für Männer der Schritt in die Selbständigkeit in erster Linie eine berufliche Entscheidung bedeutet, steht für Frauen dahinter eine Lebensstrategie. Selbständigkeit ermöglicht Frauen vielfach erstmals einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz.

Besondere Vorteile für Existenzgründerinnen: Gründen im Team
  • leichtere Kinderbetreuung - z.B. betreuungspflichtige Kinder können gemeinsam von einer Tagesmutter betreut werden und wenn eine Unternehmerin ausfällt, weil ein Kind krank ist, bricht nicht gleich das ganze Geschäft zusammen.
  • weniger Zeitauswand - es ist möglich das Unternehmen in Teilzeit zu führen.
  • weniger Risiko - Teamgründungen können das unternehmerische Risiko auf mehrere Schultern verteilen. Viele Gründerinnen haben zudem Bedenken, ob das Unternehmen sie und ihre Familie tatsächlich ernähren kann. Um Kosten zu teilen und Investitionen gemeinsam zu finanzieren, ist es wirtschaftlich sinnvoller eine Partnerin oder einen Partner mit ins Boot zu nehmen.
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