Franchise-Marktstudie Senioren-und Pflegedienste 2016

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Die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte massiv gewandelt. Bessere medizinische Versorgung und höhere Qualitätsstandards in der Ernährung haben zu einer im Bevölkerungsdurchschnitt höheren Lebenserwartung geführt als jemals zuvor. Diese Entwicklung ist zwar einerseits sehr erfreulich, da sich die Menschen länger auf die Unterstützung der älteren Generationen verlassen können, sei es bei der Kinderbetreuung oder mit Ratschlägen, hat aber andererseits auch Schattenseiten.  Denn wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit von älteren Menschen massiv nachlässt und ein eigenständiges Leben nur noch eingeschränkt möglich ist, sind sie oft auf Hilfe von außen angewiesen.

Der Markt rund um Pflege und Seniorenbetreuung wird ständig größer. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 in Deutschland bis zu 320.000 zusätzliche Pflegeplätze benötigt werden. Und genau hier liegt ein enormes Marktpotential. Sowohl freiberufliche Pflege- und Betreuungskräfte als auch Vermittlungsagenturen oder Franchise-Konzepte haben in dieser Industrie gute Aussichten auf Erfolg. Hier liegen die Chancen für zukünftige Gründer.

Die Nachfrage wird nämlich nicht nur im stationären Bereich ansteigen.  Auch im ambulanten Bereich bzw. beim Angebot von häuslichen Pflegedienstleistungen gibt es viele Möglichkeiten für eine erfolgreiche Selbständigkeit. Das hat in der Zwischenzeit auch die Franchise-Industrie erkannt. Immer mehr Franchise-Unternehmen nutzen die Wachstumschancen dieser Industrie und arbeiten an tragfähigen Konzepten, die einerseits die steigende Nachfrage abdecken können und andererseits Menschen die Möglichkeit geben, sich eine erfolgreiche und lukrative Selbständigkeit aufzubauen. Zu den bekanntesten Franchise-Konzepten dieser Branche gehören die amerikanische Kette Home Instead sowie das deutsche Unternehmen PROMEDICA PLUS.

Marktentwicklung:

Im Hinblick auf die oben erwähnte gesellschaftliche Entwicklung sind zur Abschätzung der Marktchancen verschiedene Fragen von entscheidender Bedeutung:

1) Wer wird gepflegt
2) Von wem wird die Pflege erbracht
3) Wo liegen die Chancen bzgl. des Marktpotenzials

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Interessante demografische Fakten und Aussichten:

Von 1950 bis 2008 ist die Zahl der über 60-Jährigen in Deutschland von 10,1 Mio auf 20,9 Mio angestiegen. Weitere Schätzungen gehen davon aus, dass der Bevölkerungsanteil dieser Altersgruppe im Jahr 2050 auf über 27,8 Mio angestiegen sein wird. Damit wird der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung bis zu diesem Zeitpunkt über 40 % betragen. Und auch der Anteil der hochbetagten Menschen in Deutschland steigt stetig an. 1950 machten sie noch 1% der Bevölkerung aus, 2008 lag diese Zahl bereits bei 5 % - und bis zum Jahr 2050 wird sie wahrscheinlich bis auf 15 % der Gesamtbevölkerung ansteigen. Die eigentliche Problematik dieser Entwicklung liegt allerdings daran, dass im Gegenzug der Anteil der jüngeren Bevölkerung stetig fällt. 1950 zum Beispiel machten die unter 16-Jährigen noch 32 % der Bevölkerung aus. 2008 war diese Zahl bereits auf 20 % gesunken, und bis 2050 gehen Experten von einem weiteren Abfall bis auf 16 % der Gesamtbevölkerung aus. Im Ergebnis wird diese Entwicklung dazu führen, dass eine immer größer werdende Zahl Pflegebedürftiger auf immer mehr Pflegepersonen und wachsende finanzielle Ressourcen angewiesen sein wird.

Innerhalb dieser Altersgruppen gibt es große Unterschiede, je nachdem, wie viel Unterstützung die einzelnen Senioren bei der Bewältigung ihres Lebensalltags benötigen.

Hier greift in Deutschland das staatliche Modell der Pflegestufen. Der Staat unterstützt Angehörige finanziell bei der Pflege von Familienmitgliedern.

Die Unterteilung erfolgt dabei grundsätzlich in drei Pflegestufen. Die finanzielle Unterstützung im Einzelfall hängt jeweils von der vorab festgelegten Pflegestufe ab:

Pflegestufe 1:  Hilfsbedarf umfasst 2 Verrichtungen aus dem Bereich der Grundpflege (Ernährung, Körperpflege, Mobilität)

Pflegestufe 2: Mindestens 3x am Tag ist Unterstützung bei der Grundpflege notwendig. Mehrmals wöchentlich wird Hilfe in der Hauswirtschaft benötigt.

Pflegestufe 3: Es liegt rund um die Uhr Hilfsbedürftigkeit vor, spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es für die Angehörigen ratsam, einen ambulanten Pflegedienst heranzuziehen.

Die Frage, von wem die Pflegeleistungen heute erbracht werden, lässt sich mit folgenden Zahlen beantworten:

In 55 % aller Fälle wird die Pflege ausschließlich durch Familienangehörige oder Bekannte durchgeführt. 9 % der Pflegebedürftigen finanzieren die notwendigen Pflegeleistungen ausschließlich aus privaten finanziellen Mitteln. 28% nutzen eine Mischung aus privater und professioneller Pflege und 8 % sind ausschließlich auf professionelle Pflege angewiesen.

Von wem wird die Pflege erbracht?-1

Grafik: http://fuu-ak-wiso.de/design/ak_wiso/javascript/docs/Trendstudie.pdf

Markttrends:

Ausländische Pflegekräfte:

Einer der Markttrends, die immer stärker ins Gewicht fallen, ist die Anwerbung einer Pflegekraft aus dem osteuropäischen Ausland. Das Aufgabengebiet dieser Pflegekräfte ist breit gefächert und umfasst sowohl Betreuungs- als auch Hilfeleistungen im Haushalt. Allerdings ist dabei zu beachten, dass es sich in den meisten Fällen bei dieser Art von Hilfspersonal nicht um ausgebildete Pflegekräfte, sondern um Haushaltshilfen handelt. Daher muss an dieser Stelle auch eine Unterscheidung zwischen den Begriffen „Grundpflege“ und „Behandlungspflege“ getroffen werden.

Laut in Deutschland geltendem Gesetz können Leistungen, die der Grundpflege zugeordnet werden, auch von nicht speziell dafür ausgebildeten Kräften erbracht werden. Lediglich für die Erbringung von Leistungen mit medizinischem Hintergrund verlangt der Gesetzgeber eine entsprechende Vorbildung, z. B. als  Krankenschwester/ -pfleger oder Altenpfleger/ in.

Die meisten ausländischen Pflegekräfte kommen aus Polen, manche aber auch aus anderen osteuropäischen Ländern wie Tschechien, Lettland und Litauen. Mittlerweile haben sich auch Franchise-Unternehmen auf die Nachfrage nach Pflegekräften aus Osteuropa eingestellt. Die Franchisegeber Pflegehelden und SeniorenPflegedienste beispielsweise vermitteln gezielt erfahrenes Pflegepersonal aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern.

Seniorentourismus nach Thailand:

Ein anderer Trend, der sich in diesem Marktsegment entwickelt hat, ist der zeitweise oder dauerhafte Umzug ins Ausland. Thailand ist bei deutschen Rentnern nicht nur aufgrund der niedrigeren Lebenshaltungskosten sehr beliebt. Auch das dortige Klima ist für ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (Asthma, Allergien) oftmals angenehmer als die deutschen Wetterverhältnisse. Bei der Beantragung einer Aufenthaltsgenehmigung für Thailand ist grundsätzlich zu beachten, dass diese nur für einen Zeitraum von maximal 90 Tagen ausgestellt wird. Erst ab einem Monatseinkommen von 65.000 Baht (umgerechnet ca. 1.500 €) bzw. einer auf einem thailändischen Konto fast angelegten Geldsumme von 800.000 Baht (umgerechnet ca. 22.000 €) wird ein sogenanntes “Jahresvisum” ausgestellt. DIe normale deutsche Altersrente wird auch in Thailand zu 100 % ausgezahlt, andere Rentenarten wie Berufsunfähigkeits- und Erwerbsminderungsrenten werden entweder vollständig oder anteilig ausbezahlt. Wo genau die Unterschiede in den Auszahlungsbeträgen liegen, erfahren Betroffene bei den zuständigen Ämtern oder Leistungsträgern.

Pflege-Immobilien:

Ein weiterer Trend in diesem Marktsegment ist der Kauf bzw. die Nutzung einer Pflegeimmobilie. Im Prinzip ist eine Pflegeimmobilie nichts anderes als eine Eigentumswohnung. Der einzige Unterschied zu einer klassischen Immobilie ist die Tatsache, dass sich die Immobilie in einer privaten oder staatlichen Pflegeeinrichtung befindet oder daran angeschlossen ist. Der Eigentümer vermietet die Immobilie in diesem Fall nicht an den Bewohner, sondern an den Betreiber der Pflegeeinrichtung. Wie im vorangegangenen Absatz bereits erkennbar, investieren Sie hier in einen absoluten Zukunftsmarkt. Moderne Pflegeeinrichtungen, die ihren Bewohnern ein Höchstmaß an Selbstbestimmtheit ermöglichen, werden in den kommenden Jahren massiv an Beliebtheit gewinnen. Der große Vorteil der Pflegeimmobilie liegt für den Bewohner in der direkten Anbindung an einen medizinischen Pflegedienst. Die Wohnungen sind nicht nur behindertengerecht ausgestattet, sie verfügen auch alle über Gegensprechanlagen und Notrufknöpfe, über die der Bewohner jederzeit Hilfe rufen kann. Die Investition in eine Pflegeimmobilie ist auch als Investition für die zukünftige Versorgung der Eltern eine Überlegung wert. Kauft beispielsweise der Sohn oder die Tochter eine Pflegeimmobilie als Investition, so profitiert man zunächst von den Mieteinnahmen und kann zu einem späteren Zeitpunkt die Immobilie für die eigenen Eltern nutzen.

Pflege-Immobilien-1

Voraussetzungen zu Ausbildung und Berufserfahrung in diesem Marktsegment:

Sowohl für die Franchisenehmer als auch deren Mitarbeiter gibt es in dieser Branche verschiedene Wege zu einer erfolgreichen Tätigkeit. Die einzelnen Bildungswege sind über Vorgaben des Kultus- und des Gesundheitsministeriums der einzelnen Bundesländer geregelt. Zum einen steht eine Ausbildung direkt nach dem Schulabschluss zur Verfügung, zum anderen können die entsprechenden Qualifikationen auch im Rahmen von Umschulungen und Weiterbildungen erworben werden. Zu den generellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit als Franchisenehmer gehören unter anderem:

  • Unternehmerisches Denken und kaufmännische Grundkenntnisse
  • Organisationsgeschick und Teamorientierung
  • Kontaktfreudigkeit und Dienstleistungsgedanke
  • Freude am Umgang mit Menschen und persönliches Engagement

Der Franchisenehmer  muss bei der Auswahl seiner Angestellten bzw der Zusammenstellung seines Teams darauf achten, welche Ausbildung der Gesetzgeber für die Durchführung bestimmter Dienstleistungen vorgeschrieben hat. Die Ausbildungen in der Alten- und Krankenpflege beispielsweise sind gesetzlich geregelt. Bei der Rekrutierung von Personal aus dem Ausland ist darauf zu achten, dass die dort absolvierte Ausbildung den deutschen Standards gerecht wird und vom Gesetzgeber entsprechend anerkannt ist.

Franchisekonzepte in Pflege und Seniorenbetreuung:

AIS-24-Stundenbetreuung:  Die Firma agiert seit 2015 als Franchise-Unternehmen. Heute arbeitet die Firma mit einem Pool von 1.200 selbständigen Personenbetreuern. Um gleichbleibende Betreuungsstandards im gesamten Netzwerk zu gewährleisten, wurde im Jahr 2013 das firmeneigene Trainingscenter für Betreuungskräfte eröffnet.

24-h-Hilfen: Die Firma bietet ein innovatives Konzept, das durch die Zusammenarbeit mit qualifiziertem Betreuungspersonal aus Deutschland, Mittel- und Osteuropa optimale Betreuung, Pflege und hauswirtschaftliche Versorgung garantiert.

24seniorcare: Neben der Betreuung der Senioren in den eigenen vier Wänden bietet das Unternehmen auch eine umfangreiche Beratung zum Thema “Wohnen im Ausland”. Primär verfügt das Unternehmen in diesem Bereich über Immobilien in Bulgarien. Das Unternehmen verfügt über eine 20-jährige Markterfahrung und kann durch die entsprechende Kombination von Dienstleistungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit der Beratung der Senioren beginnen.

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Home Instead: Das Unternehmen wurde vor über 20 Jahren in den USA als einer der ersten Homecare-Dienstleister gegründet und ist seitdem auf ein weltweites Netzwerk mit über 1000 Home Instead Betreuungsdiensten angewachsen. Einfühlsames und professionell geschultes Personal setzt bei der Betreuung der Senioren auf Fürsorge und Geborgenheit.

Modemobil: Die Franchisenehmer von Modemobil verbessern die Lebensqualität ihrer Kunden durch das Angebot von modischer Funktionskleidung und der ansprechenden Präsentation direkt vor Ort. Direkt in den Senioreneinrichtungen werden standardisierte und beliebte Modenschauen und Verkaufsevents organisiert und veranstaltet.

Promedica Plus: Das Franchisekonzept von Promedica Plus ermöglicht Senioren und anderen Betreuungsbedürftigen 24-Stunden-Betreuung in den eigenen vier Wänden. Dadurch können die Betroffenen so lange wie möglich selbstbestimmt leben.

Sencurina: Das Unternehmen wurde im Jahr 2008 gegründet und bietet eine große Bandbreite an Dienstleistungen aus dem Bereich der Seniorenbetreuung an. Das Spektrum umfasst einen 24-h-Notrufdienst, Hilfestellung beim Schriftverkehr und bei der Verrichtung der Hausarbeit. Durch das Rundum-Angebot des Unternehmens kann den meisten Senioren der Umzug ins Pflegeheim erspart bleiben.

Seniorenbetreuung mit Herz: Der Franchisegeber bietet in seinem Programm sowohl die stundenweise bzw. die Tagesbetreuung als auch die 24-Std-Betreuung an. Die professionell geschulten Betreuungskräfte verschaffen durch diese Flexibilität den Familienangehörigen Raum und Zeit zum Durchatmen und entlasten ihren Alltag.

Senioba: Das Unternehmen versteht sich als Service-Agentur für Senioren, Haushalt und Familienhilfe. Durch die Vermittlung von Pflege- und Betreuungskräften aus Osteuropa erleichtert das Unternehmen das Leben und den Alltag von Senioren und ihren Angehörigen. Flexibilität, Kompetenz und Zuverlässigkeit sind die Stützpfeiler der erfolgreichen Zusammenarbeit.

SeniorenLebenshilfe: Bei diesem Unternehmen gibt es keine Franchisepartner, sondern nur “Lebenshelfer”. Der Franchisegeber unterstützt seine Partner unter anderem durch die Übernahme wesentlicher unternehmerischer Aufgaben. Dazu gehören auch der Erstkontakt zum Senior und die monatliche Betriebsauswertung.

 

Eigenkapital

Eintrittsgebühr

Laufende Kosten

AIS-24-Stundenbetreuung 5.000 € - 25.000 € 5.000 € k. A.
24-h-Hilfen 22.000 € 22.000 € 450 € / Monat und 3,5% vom Nettoumsatz ab 13. Monat
24seniorcare 6.000 € Ab 6.000 € 10% des Umsatzes oder 1.000 € pro Monat
Home Instead Ab 35.000 € 27.900 € 7,5% vom Nettoumsatz
ModeMobil 10.000 - 15.000 € 12.500 € 8% Franchisegebühr und 2% Werbegebühr
Promedica Plus 15.000 € 25.000 € 350 € Fixbetrag plus 6% vom Netto-Umsatz
Sencurina ab 5.000 € ab 4.200 €
250 €
Seniorenbetreuung mit Herz  10.000 €
 k. A.
 5% vom Netto-Umsatz
Senioba  1.500 - 2.500 €
 ab 1.500 €
 125 €
SeniorenLebenshilfe  1.000 €
 840.34 €
 150 €