Typologie des Franchisings

Typologie des Franchisings

Das Wortfeld rund um den Begriff „Franchise“ ist mittlerweile ziemlich umfangreich geworden. Im folgenden Artikel wurde versucht, etwas Licht ins Dunkel der unterschiedlichen Bezeichnungen zu bringen. Aus diesem Grund wird im Folgenden unterschieden zwischen „Franchise-Kategorien“, „Franchise-Typen“ und „Franchise-Arten“.

Franchise-Kategorien

Subordination-Franchising

Zwischen den beiden Parteien besteht ein Über-/ Unterordnungsverhältnis. Der Franchisegeber hat eine umfangreiche Weisungsbefugnis. Hier legt der Franchisegeber ein Geschäftskonzept vor und legt die Richtlinien für die Betriebsführung fest, die die Franchise-Nehmer zu befolgen haben. Die Systembindung ist hier weniger stark ausgeprägt als bei anderen Franchise-Partnerschaften.

Partnerschafts-Franchising

Gegengewicht zum sog. „Subordination-Franchising“. Auch hier werden gewisse Rechte an gewerblichem und geistigem Eigentum zum Zwecke der Vermarktung von Waren oder Dienstleistungen übertragen. Allerdings befinden sich die beiden Vertragspartner bei dieser Art der Zusammenarbeit „auf gleicher Ebene“. Jede Entscheidung wird kooperativ im gegenseitigen Einvernehmen getroffen. Die Interessen aller beteiligten Parteien sind zu berücksichtigen.

Franchise-Typen

Einzel-Franchise

Bei der als Einzelfranchise bezeichneten Franchiseform bekommt jeder Franchisenehmer nur eine einzige Lizenz. Entsprechend dieser Lizenz wird ihm genau eine Filiale des entsprechenden Franchise-Konzeptes zugeordnet. Er kann somit seine Aktivitäten bündeln und auf die Weiterentwicklung einer bestimmten Geschäftseinheit konzentrieren. Der Vorteil für den Franchisegeber liegt in der Vermeidung einer zu starken Machtkonzentration.

Master-Franchise

Der Inhaber einer Masterfranchise-Lizenz verwaltet den Ausbau eines Franchisesystems in einem abgegrenzten Gebiet, zumeist in einem bestimmten Land. Er allein ist verantwortlich für die Akquise neuer Franchisepartner in diesem Gebiet und treibt die Entwicklung des Franchisesystems dort in Eigenregie voran. Aufgrund der hohen Renditechancen einer Master-Franchise-Lizenz ist auch die entsprechende Start-Investition entsprechend höher (i.d. R. Zwischen € 200.000 und € 500.000).

Franchise-Arten

Dienstleistungsfranchising

Um Dienstleistungsfranchising handelt es sich, wenn Franchise-Nehmer bestimmte Dienstleistungen anbietet, die auf dem Know-How das Franchisegebers basieren. Er verpflichtet sich dabei, bestimmte Richtlinien und Vorgaben des Franchisegebers einzuhalten. Beispiele solcher Dienstleistungsfranchise-Unternehmen sind unter Anderem Hotelketten, Musikschulen oder auch Nachhilfeinstitute.

Vertriebsfranchising

Diese Art des Franchisings betrifft alle Bereiche des Handels mit Waren und Gütern (Gastronomie, Einzelhandel etc.). Bei dieser Art des Franchisings vertreibt der Franchisenehmer bestimmte Waren des Franchisegebers unter dessen Markennamen. Diese Art des Franchising ist vor allem in der Kosmetikbranche sowie im Bereich von Baumärkten und Lebensmitteln besonders häufig anzutreffen.

Produktionsfranchising

Hier stellt der Franchisegeber nach Anweisung des Franchisenehmers bestimmte Produkte in seiner Franchise-Filiale selbst her. Die so hergestellten Waren werden anschließend unter dem Markenzeichen des Franchisegebers an die Endkunden verkauft. Beispiele hierfür finden sich in Getränkeabfüllbetrieben etc.

Business Format Franchising

Bei dieser Art des Franchisings erhält der Franchisegeber nicht nur das Recht, unter dem Namen seines Franchisegebers bestimmte Waren und/oder Dienstleistungen zu vertreiben, sondern erhält auch Nutzungsrechte an bestimmten innerbetrieblich organisierten Abläufen (z. B. bestimmte Software, Unterstützung bei Marketing, Buchhaltung, Schulungen etc.). Dieser Franchisetyp kann heute als „Standardlizenz“ bezeichnet werden da die oben genannten Leistungen heute bei gut organisierten Systemen zu Standardleistungen gehören.

Straight-Product-Franchising

Dieser Begriff bezeichnet ein Exklusiv-Verhältnis zwischen einem Produzenten und dem entsprechenden Händler. Normalerweise ist diese Art des Franchising rein auf den Vertrieb von Produkten begrenzt. Entsprechende Lizenzvereinbarungen werden vertraglich festgelegt und müssen beachtet werden.

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