Gastbeitrag: Franchising in Indien (Teil 1)

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung eines Artikels, der uns von unserem amerikanischen Kollegen Donald Cranford zur Verfügung gestellt wurde. Wie sie im Verlauf dieses Artikels lesen werden, befand sich unser Kollege vor kurzem auf „Entdeckungsreise“ in Indien. Ganz besonders interessierte er sich hierbei für das rasche Wachstum und die Zukunftsaussichten des Franchisings auf dem asiatischen Kontinent. Auf anschauliche Weise erzählt er von persönlichen Erfahrungen mit Küche, Land und Leuten: Seit Jahren höre ich mir nun schon an, dass das 21. Jahrhundert zum „asiatischen“ Jahrhundert werden wird. Hauptdarsteller dieser Entwicklung sollen die beiden Länder China und Indien sein. Diese oder ähnliche Stellungnahmen liest man in den letzten Jahren immer häufiger in verschiedenen Wirtschaftszeitungen und –zeitschriften. Und langsam beginnt man sich doch zu fragen, ob all diese Behauptungen nun Fakt oder eher Fiktion sind. picture-2-breakfast-time1 Im Rahmen meiner kürzlich durchgeführten Reise hatte ich das Glück, die beiden Großstädte Mumbai und Neu Delhi zu besuchen. Nach allem, was ich dort sehen und erleben durfte, kann auch ich guten Gewissens sagen, dass die wirtschaftliche Zukunft Indien gehören wird, insbesonderes im Hinblick auf das Franchising. Doch bevor ich Ihnen meine ganz persönlichen Erlebnisse in Indien schildere, lassen Sie mich zuerst einige Fakten nennen, die belegen, warum Franchising in Indien solch ein großer Erfolg mit exzellenten Zukunftsaussichten ist: Die Bevölkerung Indiens ist mittlerweile auf über 1 Mrd. Menschen angewachsen, im direkten Vergleich leben dreimal mehr Menschen in Indien als in den USA. Hält diese Entwicklung an, wird Indien in wenigen Jahrzehnten die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sein. Doch allein durch die Größe der Bevölkerung lässt sich der Erfolg des Franchising in Indien nicht erklären. Die kontinuierliche Aufwärtsbewegung der indischen Wirtschaft wird vor allem von einer aufstrebenden Mittelschicht angetrieben, die sich immer weiter der westlichen Welt und insbesondere Amerika zuwendet. Während meiner Streifzüge durch das Nachtleben von Neu Delhi hat mich die Ähnlichkeit indischer Diskotheken zu ihren amerikanischen Gegenstücken sehr überrascht. Doch diese Entwicklung ist durchaus erklärbar: viele junge Inder und Inderinnen aus gutem Hause verbringen heutzutage Zeit (sei es während ihres Studiums oder ihres Jahresurlaubs) in Amerika oder Großbritannien. Kehren diese jungen Leute nun in ihre Heimat zurück, bringen Sie nicht nur neue Erfahrungen mit nach Hause, sondern auch den Geschmack und das Interesse an westlichen Gütern, Nahrungsmitteln und Dienstleistungen. Hierbei spielt natürlich die Tatsache, dass, historisch gesehen, bedeutende (sprachlich-wirtschaftliche) Bindeglieder zwischen Indien und Großbritannien existieren, eine große Rolle. Darüber hinaus ist Indien bekannt für seine unternehmerfreundlichen Rahmenbedingungen und seine niedrigen Steuersätze. Zufällig fand während meines Aufenthaltes gerade der sogenannte „Budget-Day“ statt. Dort wurde die neue Finanzplanung der indischen Regierung für das neue Geschäftsjahr vorgestellt. Am interessantesten waren hier die angeregten Diskussionen, die von einzelnen Punkten des Haushaltsplanes ausgelöst wurden. Ganz im Gegensatz dazu ist die indische Wirtschaft aber nach wie vor von falscher Bürokratie und Korruption auf höchster Ebene belastet. Und dennoch hat das Land in den letzten Jahren sprunghafte Zuwachsraten bei seiner wirtschaftlichen Entwicklung realisieren können. Schuld an dieser Entwicklung sind ein ausgeprägter nationaler Ehrgeiz innerhalb der indischen Bevölkerung, der weit höher ist als bei den meisten anderen Entwicklungsländern. Eines jedenfalls ist sicher: Die Geschäfte stehen in Indien erst am Anfang. Um auf die Franchise-Branche zurückzukommen: auch hier lassen sich rasante Zuwächse beobachten. Sowohl in Mumbai als auch in Neu Delhi war ich weitgehend zu Fuß unterwegs. Die meisten der Franchise-Unternehmen (sowohl in- als auch ausländische) gehörten zur Lebensmittelbranche. Des Weiteren gab es noch eine Niederlassung von UPS und einiger anderer Transport-Franchise-Unternehmen. Obwohl sich noch immer die meisten Menschen ihr Mittagessen beim Straßenverkäufer holen, tauschen immer mehr (vor allem jüngere) Menschen diese Tradition gegen „exotisches“ und billigeres Essen aus der westlichen Hemisphäre ein. Meine erste Mahlzeit in Indien kaufte ich mir in Felafal’s Veg Hummous House, einem Franchise-Restaurant am Colaba Causeway, einer der Hauptstraßen von Mumbais Touristenzentrum. Ich musste nicht lange auf mein Essen warten und, zusammen mit einer Cola, hat es ungefähr 90 rupees, umgerechnet unter 2 Dollar gekostet. Sowohl mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis als auch mit der Qualität des Essens war ich vollauf zufrieden. Besser hätte meine erste Erfahrung mit indischen Franchise-Unternehmen nicht ausfallen können. In den nächsten Tagen werden wir weiter über meine Reise durch Indien berichten, im nächsten Artikel beispielsweise über meine Erfahrungen mit indischen McDonalds Restaurants.
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