Der Chef, das unbekannte Wesen – eine kurze Typologie

Gibt es gute und schlechte Chefs? Wenn ja, woran kann man sie unterscheiden oder erkennt einen guten bzw. schlechten Führungsstil? Hier haben wir einige Charakterzüge zusammengestellt, die bei Angestellten nicht so gut ankommen, bzw. langfristig den Erfolg des jeweiligen Unternehmens negativ beeinflussen. Als Franchisenehmer übernehmen Sie vor allem Verantwortung für die Führung Ihrer Mitarbeiter. Wenn Sie versuchen, einige der hier angesprochenen Verhaltensweisen zu vermeiden, wird die Führung Ihres Teams viel weniger kompliziert.

1. Der ewige Besserwisser

Der erste und wahrscheinlich auf Dauer frustrierendste Charakterzug eines Chefs ist eine nicht abzustellende Besserwisserei. Ständig ist er damit beschäftigt, jedem zu erklären, wie eine Aufgabe zu erledigen ist, oder deutlich zu machen, warum Veränderungen in der Prozessabwicklung schlichtweg ausgeschlossen sind.

Wenn Sie jedoch mit Ihrem Franchisesystem erfolgreich sein wollen, sollten Sie sich aber unbedingt angewöhnen, auch einmal zuzuhören und den Ideen Ihrer Mitarbeiter zumindest offen gegenüberstehen – je besser sie als Team zusammenarbeiten, desto eher wird sich intern ein Zusammenhalt ergeben, mit dem sich auch größere Schwierigkeiten gut überstehen lassen. Zwar sind Ihre Gestaltungsmöglichkeiten durch die Führung einer Franchise-Niederlassung (und damit auch die Nutzung eines vorab ausgarbeiteten Geschäftskonzeptes) eingeschränkt, Sie sollten sich aber Vorschläge und Hinweise Ihrer Mitarbeiter dennoch zu Herzen nehmen. Sprechen Sie diese gegebenenfalls auch mit Ihrem Franchisegeber ab – und vertrauen Sie darauf, hochqualifiziertes Personal angestellt zu haben – und lassen Sie sie ungestört Ihre Arbeit erledigen. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

2. Der Eremit

Der Besserwisser ist vor allem dadurch als Chef ein unangenehmer Zeitgenosse, dass er sich permanent überall einmischt. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil – den zu stillen, extrem zurückgezogenen Chef. Dieser stille Typ fühlt sich hinter seiner geschlossenen Bürotür wohler als im Getümmel des alltäglichen Geschäftsbetriebes.

Er läßt sich zwar regelmäßig auf Meetings blicken, und nimmt auch an anderen gesellschaftlichen Ereignissen teil, aber lieber würde er sich am Schreibtisch hinter seinem Computer verstecken. Am liebsten aber wäre es ihm, alle Tätigkeiten, bei denen er sich direkt mit anderen Menschen auseinandersetzen muss, an Mitarbeiter anderer Abteilungen zu delegieren. Für Sie als Franchisenehmer liegt die Gefahr in einem derartigen Verhalten vor allem darin, dass den Mitarbeitern auf Dauer ein gewisses Maß an Führungsstärke und Inspirationsfähigkeit fehlt – leider kann aber auch das beste Team sein Potenzial nur mit der richtigen Führung voll ausnutzen. Wenn Sie von Natur aus zu Zurückgezogenheit tendieren, sollten Sie an diesem Verhalten arbeiten bevor Sie sich für eine Selbständigkeit als Franchisenehmer entscheiden.

3.Der Ignorant

Dieser Typus fällt in die dritte Kategorie von “schlechten Chefs”. Ein ignoranter Chef kann ein breites Spektrum an Charakterzügen zeigen, darunter einen generellen Mangel an Respekt gegenüber seinen Angestellten, oder schlicht schlechtes Benehmen seinen Untergebenen gegenüber.
Da Sie als selbständiger Franchisenehmer die komplette Führungsverantwortung des jeweiligen Standortes übernehmen, sollten Sie vor allem dann auf der Hut sein, wenn Sie einen zweiten Standort planen oder eröffnen wollen.

Schauen Sie sich bei der Besetzung von Führungspositionen die jeweiligen Bewerber genau an. Falls der von Ihnen eingestellte Geschäftsführer das ihm unterstellte Team nicht in Ihrem Sinne zu führen versteht, können sich hier langfristig Probleme für Sie als Franchisenehmer und Eigentümer des Unternehmens entwickeln.

4. Der „Beste Freund“

Auch wenn es im Prinzip eine gute Eigenschaft ist, zu jedem nett sein zu wollen – bei der Führung von Mitarbeitern oder eines Franchise-Unternehmens kann dieser Wesenszug manchmal sehr hinderlich sein. Vor allem, wenn schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen, oder die Lösung einer komplizierten Situation etwas Härte erfordert.

Und Härte bedeutet in diesem Fall auch, auf die verzweifelte Suche nach einem Kompromiss zu verzichten. Hier scheitern Menschen mit diesen, im Grunde positiven Charaktereigenschaften, häufig als Führungspersönlichkeiten. Dadurch, dass sie versuchen, es allen recht zu machen, werden Sie von Ihrer Umgebung oft als „schwach“ wahrgenommen – und das wiederum hat negative Auswirkungen auf Respekt, der ihnen von Seiten der Mitarbeiter entgegengebracht wird sowie ihre Autorität im Unternehmen.

5.Der Unentschlossene

Auch dieser Persönlichkeitstyp sollte etwas an sich arbeiten, bevor er eine Führungsposition als Franchisenehmer anstrebt. Entscheidungen zu treffen gehört nun einmal zum Tagesgeschäft eines Managers, auch wenn Sie durch die Zusammenarbeit mit einem Franchisesystem an gewissen Vorgaben gebunden sind.

In Fragen wie Personalplanung, Marketing und strategischer Entwicklung Ihrer Franchise-Niederlassung werden gut durchdachte Entscheidungen von Ihnen erwartet - und wer in diesem Bereich Probleme hat, der sollte sich vielleicht nochmal überlegen, ob er für eine derartige Führungsposition geschaffen ist: Mitarbeiter brauchen manchmal klare Ansagen von Ihrem Teamleiter oder Chef – und wer im falschen Moment Schwäche zeigt, der stellt sich als Führungskraft automatisch ins Abseits.

Wenn Sie sich für die Übernahme einer Franchise-Niederlassung interessieren, sollten Sie sich vorher Gedanken machen, welcher der genannten Persönlichkeitstypen Ihnen am Ähnlichsten ist – und entsprechend beim Umgang mit Ihren Mitarbeitern auf Ihr Verhalten achten. Je besser der interne Umgang miteinander, desto erfolgreicher können Sie Ihr eigenes Unternehmen in die Zukunft führen.
comments powered by Disqus