Wenn der klassische Hamburger mit der Zeit geht

Der Trend zu gesünderer Ernährung macht auch vor Franchise-Unternehmen im Lebensmittel-Sektor nicht halt. Ob Anpassung eines Rezeptes oder Änderung der Speisekarte, die Möglichkeiten, diesen Trend aufzugreifen, sind vielfältig.

Auch Preiskalkulationen spielen bei der Änderung von Rezepturen oft eine Rolle. Durch Verwendung alternativer Zutaten sollen die Kosten für das Restaurant und den Verbraucher gesenkt werden. Die allgemeine Verteuerung von Rohstoffen und das anhaltend kalte Wetter haben in diesem Jahr für einen deutlichen Kostenanstieg gesorgt, der auch in den nächsten Monaten, vielleicht sogar Jahren, noch spürbar sein wird. Doch was genau bedeutet das für Schnellrestaurants und Franchisegeber im Lebensmittelsektor?

Wer sein Geschäft erfolgreich führen will, muss kreativ denken, besonders wenn es um die Bewältigung von Kostensteigerungen geht, die nicht notwendigerweise an die Endkunden weitergegeben werden sollen. Viele Franchisegeber haben Ihre Speisekarten in der jüngeren Vergangenheit auch dem Trend zur fleischfreien Ernährung angepasst. Besonders traditionelle Hamburger-Ketten wurden hier vor eine interessante Herausforderung gestellt: Ist es möglich, Gerichte, die traditionell auf einer bestimmten Fleischsorte basieren, drastisch zu verändern, ohne die Beliebtheit bei den Kunden einzubüßen? Doch der steigende Erfolg von vegetarischen Menüoptionen bzw. Gerichten, die mit Hühnerfleisch etc. hergestellt werden, strafte die Kritiker Lügen. In manchen Franchise-Niederlassungen der traditionellen Burger-Ketten werden die vegetarischen Gerichte mit am häufigsten bestellt. Schockmeldungen wie der vor kurzem erlebte „Pferdefleisch-Skandal“ verstärken diesen Trend noch zusätzlich.

Heute finden die Kunden auf der Suche nach dem perfekten Hamburger leckere Alternativen. Zutaten wie Fisch, Meeresfrüchten, Bohnen, Thunfisch, Nüssen, Lachs und die verschiedensten Gemüsesorten beleben die Speisekarten von Hamburger-Ketten und Schnellrestaurants. Auch die Verwendung verschiedener Getreidearten wie Quinoa oder Reis, in Kombination mit verschiedenen Soßen sorgt für mehr Abwechslung auf der Burger-Karte. Und für nach wie vor hartgesottene Liebhaber von Fleisch ist vielleicht auch ein Truthahn-Burger eine interessante Abwechslung.

Besonders im oberen Segment sind die Kunden aber auch zunehmend abenteuerlustig. Exotische Fleischsorten wie Känguru, Lamm, Strauß etc. sind zunehmend auch auf den Speisekarten von Restaurants zu finden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die neumodischen Fleischsorten die traditionellen von den Speisekarten verdrängen werden – sie vergrößern jedoch das Angebot der Restaurant-Kette. Um eine Speisekarte auch langfristig planen zu können, wurden in der Vergangenheit bevorzugt langfristige Verträge mit Zulieferern abgeschlossen. Allerdings kürzen manchen Zulieferer jetzt von sich aus die Laufzeit der Verträge, um eine für sie nachteilige Entwicklung auszuschließen.

Das wiederum stellt die Franchisegeber vor die Herausforderung, auch alternative Zulieferstrategien zu entwickeln, um ggf. Engpässen vorbeugen zu können. Auch hier sind Variationen der einzelnen Rezepturen denkbar, falls es einmal zu ernsthaften Lieferschwierigkeiten kommt Dies ist allerdings wahrscheinlich nur für ein Einzelunternehmen möglich, da der logistische Aufwand für einen Franchise-Geber ungleich höher wäre. Manche Franchisegeber gestatten daher Ihren Franchisenehmern auch, sich eigene Zulieferer in ihrer Region zu suchen – somit haben diese Franchisenehmer die nötige Flexibilität, um auf Lieferschwierigkeiten reagieren zu können.

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