Gründungen in Deutschland: Was dem Franchise-Gründer wichtig ist

Alleinstellungsmerkmal und Zukunftsausrichtung, Unterstützung während der Partnerschaft und die Mitbestimmung bei der Standortwahl. Das sind die entscheidenden Kriterien für Gründer, die sich für den Einstieg in ein Franchise-System interessieren.

Franchise-Geber öffnen erprobte Geschäftskonzepte für Partner, die Franchise-Nehmer werden. Diese treten dann als selbständige Unternehmer unter einer gemeinsamen Marke auf. Was ist Franchise-Gründern dabei wirklich wichtig und worauf achteten sie weniger? Diesen Fragen ging der Deutsche Franchise-Verband (DFV) im November und Dezember auf Messen und IHK-Veranstaltungen auf den Grund.

Nach den Prioritäten bei der Auswahl des Franchise-Gebers wurden rund 100 Franchise-Interessierte befragt. Davon waren 30% Frauen und 70 % Männer. 74 % der Befragten waren zwischen 30 und 49 Jahre alt, 34 % hatten eine Berufsausbildung und 66 % waren Akademiker. Alle besuchten Informationsveranstaltungen rund um die Franchise-Gründung.

Wettbewerbsvorteile müssen deutlich sein
Franchise-Interessenten suchen Franchise-Systeme gezielt nach Wettbewerbsvorteilen und dem Grad der Mitbestimmung aus. Das belegen die am häufigsten benannten Kriterien wie: Alleinstellungsmerkmale, Unterstützung, Mitbestimmung, Entscheidungsfreiheit und geringe Fluktuation.
Torben L. Brodersen, DFV-Geschäftsführer, ist vom Umfrage-Ergebnis nicht überrascht: „Gründer werden wählerischer und prüfen sehr genau, was das eine Franchise-System vom anderen unterscheidet. Wer nicht viel zu bieten hat, fällt hinten runter.“

Mitbestimmung liegt im Trend
Überraschter zeigte sich der Verbandschef über den Wunsch der Mitbestimmung bei der Standortwahl. „Früher eher eine klassische Aufgabe des Franchise-Gebers. Unser Umfrage-Ergebnis zeigt aber, dass es angehenden Gründern wichtig ist, sich mit dem Standort zu identifizieren.“
Weiterhin stellt die Forderung nach einem möglichst hohen Entscheidungsspielraum eine Herausforderung für viele Franchise-Systeme dar. Daraus ergibt sich aus Brodersens Sicht ein deutliches Spannungsfeld: Jedes Franchise-System braucht Leitplanken und einen definierten Rahmen, in dem sich die Partner bewegen. Brodersen rät daher zu Gremienarbeit und ausgeprägten Kommunikationsstrukturen. Damit werde gewährleistet, dass die Erfahrungen der Partner vor Ort in die Entwicklung des Systems einfließen. „So lassen sich Innovationspotenziale im eigenen System heben und die Zukunftsfähigkeit sichern.“

Markenbekanntheit weniger wichtig  
Erfahrungsgemäß konzentrierten sich Franchise-Geber häufig stark auf den Ausbau der Markenbekanntheit und die Pflege eines positiven Markenimages. Die Befragung unter den Franchise-Interessenten ergibt überraschenderweise für diese Auswahlkriterien lediglich einen der hinteren Plätze. Fazit: Franchise-Gründer trauen sich durchaus zu, mit einer weniger bekannten Marke zu starten. Vorausgesetzt, das Franchise-System bietet deutliche Wettbewerbsvorteile und breite Unterstützungsleistungen und setzt dabei auf Mitbestimmung.

DFV Auswahlkriterien