Deutsche Gründer- und Unternehmertage (deGUT)
 

Brandenburg von seiner Schokoladenseite

Confiserie Felicitas-Gründerin und deGUT-Repräsentantin Goedele Matthyssen hat ihr unternehmerisches Glück in der Lausitz gefunden

Von Berlin nach Belgien in einer Stunde Autofahrt? Die Confiserie Felicitas macht´s möglich. Denn Gründerin Goedele Matthyssen hat gemeinsam mit ihrem Ehemann und Geschäftspartner Peter Bienstman im brandenburgischen Hornow ein wahres Schlaraffenland für Freunde der belgischen Schokoladenkunst geschaffen. Am dortigen Produktionsstandort der Confiserie Felicitas werden feinste Kreationen hergestellt, die auch in Filialen in Dresden und Potsdam verkauft werden. Am 7. Oktober berichtet die Belgierin und diesjährige deGUT-Repräsentantin auf dem Marktplatz der Messe von ihrem Erfolgsrezept.

Um dort hinzukommen, wo sie heute ist, hat Goedele Matthyssen zusammen mit Peter Bienstman einen weiten Weg zurückgelegt: In den achtziger Jahren lebte und arbeitete das Paar ‒ er Ingenieur und Betriebswirt, sie ausgebildete Krankenschwester ‒ in Nigeria. Nach vier Jahren als Entwicklungshelfer wollten die beiden zurück nach Europa. Die historischen Ereignisse wiesen den Weg, denn nach dem Fall des Eisernen Vorhangs taten sich neue Möglichkeiten auf. Goedele und Peter lernten durch einen Besuch bei Freunden die Lausitz kennen und verliebten sich in diesen Landstrich: „Belgien war uns zu eng geworden. In der Lausitz fanden wir, wonach wir gesucht hatten: weites Land." Nur Schokolade, die so schmeckt wie die belgische, suchten sie dort vergeblich ‒ eine Marktlücke war entdeckt, eine Idee geboren.

Zunächst erlernte Goedele Matthyssen das süße Handwerk bei dem renommierten Meisterchocolatier Goossens in Antwerpen. 1992 schließlich mietete das Ehepaar eine leerstehende LPG-Küche in Hornow und begann auf 35 Quadratmetern mit der Produktion. Die ersten zwei Mitarbeiterinnen wurden im Chocolatierhandwerk ausgebildet, nach und nach wuchs das Unternehmen auf mehr als 70 Mitarbeiter, drei Ladengeschäfte und einen Millionenumsatz.

Wer einmal selbst Schokoladenfiguren gießen, sich in der Schokomalerei ausprobieren oder etwas über Pralinenherstellung erfahren will, kann sich in der 2014 eröffneten Hornower Schauwerkstatt SchokoLadenLand in die Geheimnisse der Chocolatierkunst einweihen lassen. Alle Produkte werden in liebevoller Handarbeit gefertigt. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, betont Goedele Matthyssen: „Um belgische Qualität zu erzielen, kommt es besonders auf das Verhältnis von Zucker und Kakaobutter und das richtige Temperieren an.“ Von Anfang an waren belgische Original-Rezepturen aus Antwerpen die Grundlage. Aber Goedele Matthyssen ist nicht nur Belgierin, sondern inzwischen auch in ihrer Wahlheimat voll angekommen: „Über die Jahre hinweg haben wir unsere Schokolade weiterentwickelt und dem Geschmack der Region angepasst.“

Was Goedele Matthyssen in zwei Jahrzehnten als erfolgreiche Unternehmerin gelernt hat, gibt sie gerne auf der deGUT weiter. Ihr Rat an angehende Gründer und Jungunternehmer: „Führen Sie sich immer wieder Ihr Ziel vor Augen und verfolgen Sie es geradlinig weiter, auch bei Rückschlägen. Beißen Sie sich fest, geben Sie die Hoffnung nie auf und suchen Sie vor allem immer nach neuen Lösungen!“ Eines sollte man dabei ihrer Meinung nach nie vergessen: „Selbstständigkeit sollte Freude machen!“
Wie auch die weiteren diesjährigen deGUT-Repräsentanten Ali Lacin (Sweetstore), Nadine Reinhold (Agentur LIEBSCHER) und Fridtjof Detzner (Jimdo) ist Goedele Matthyssen in einer Talkveranstaltung auf dem „Marktplatz“ der Messe zu erleben. Am 7. Oktober um 15.20 Uhr erzählt sie dort ihre Gründungsgeschichte und steht für Fragen zur Verfügung.