Von RTL zu Extrawurst – die Erfolgsgeschichte von Branka Törpel

Nach ihrem Wechsel aus dem TV-Business in das Streetfood-Business meistert Branka Törpel als Franchise-Nehmerin von Extrawurst die Doppelbelastung von Familie und Firma mit Bravour.

Branka Törpel (Jahrgang 1967) wohnt mit ihrem Mann, dem Chef einer Düsseldorfer Werbeagentur, sowie zwei kleinen Kindern im beschaulichen Monheim am Rhein. Doch unternehmerisch lenkt sie seit Februar 2011 zunächst zwei Extrawurst Imbiss-Kioske auf den Parkplätzen der dortigen OBI-Baumärkte in dem 180 Kilometer entfernt gelegenen Standort Gießen, die bis dato der Franchisegeber in eigener Regie betrieb. Diese Konstellation erwies sich als Steilvorlage für ihre erfolgreiche Existenzgründung. Von dem zur Übernahme beider Franchise-Betrieb benötigten 120.000-Euro-Investitionspaket konnte sie die finanzierenden Banken leicht überzeugen. „Die belastbaren Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der schon etablierten Extrawurst-Stände senkten das Risiko zu scheitern nahezu auf Null“, erklärt Branka Törpel, weshalb die Finanzierung des markterprobten Franchisekonzepts rasch über die Bühne ging. Die Tatsache, dass die Imbiss-Container von Extrawurst schnell abgebaut und an einen anderen Standort wieder aufgebaut werden können, falls der Kundenstrom einmal versiegen sollte, mindert zudem ihr geschäftliches Risiko auch künftig. Die Attraktivität des Branchenprimus OBI unter den Baumärkten sorgte jedoch vom Start weg wie bislang schon für einen hohen Kundenandrang. Als der ausgewiesene Frequenzbringer in Montabaur an der A3 in Luftlinie zum dortigen ICE-Bahnhof eine weitere Filiale eröffnete, war die Franchisenehmerin erneut mit von der Partie. Seit Juni 2014 führt sie nunmehr drei Extrawurst-Imbiss-Kioske und beschäftigt zehn Mitarbeiter – davon sechs in Vollzeit und vier Minijobber.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

„Die Herausforderung eine Mini-Filialkette zu führen, besteht darin die Mitarbeiter so zu motivieren, dass sie die Gäste begeistern“, resümiert Branka Törpel. Denn der Job fordert viel Engagement, da sich die Arbeitszeit nach den Öffnungszeiten des Baumarktes richtet. Alle drei Imbisse sind sechs Tage die Woche von 10 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Dazu kommt jeweils eine Stunde Vorbereitungsarbeiten und eine für das Putzen am Abend. Um das hohe Pensum zu bewältigen, arbeitet die Mannschaft in zwei Schichten im Wechsel. „Die Loyalität der Beschäftigen ist das alles entscheidende Führungsziel“, bekennt die Franchise-Nehmerin. Nach ihrer praktischen Erfahrung legen sich Mitarbeiter in einer überschaubaren Größenordnung nur dann für den Chef ins Zeug, wenn das Klima stimmt und über die kleinen wie großen Sorgen und Probleme stets offen miteinander gesprochen wird. Ihr kooperativer Führungsstil schafft das notwendige Vertrauensverhältnis und eine Plattform für gute Leistungen und wenig Stress. Ihre Mitarbeiter führt sie alternativlos ob der Standorte bewusst am langen Zügel. So ist die Unternehmerin nur an drei Tagen in der Woche vor Ort und schaut dann nach dem Rechten und bespricht sich mit den Teams.

Firma und Familie geht zusammen

Den Spagat zwischen ihrem Wohnsitz im rheinischen Monheim und den von ihre auf Franchise- Basis betriebenen Extrawurst-Imbiss-Kiosken erfordern pro Jahr 25.000 Auto-Kilometer. Dennoch bekommt sie alles unter einen Hut: Firma und Familie. Ihre beiden zwei Söhne im Alter von 10 und 12 Jahren betreut sie von Sonntag bis Mittwoch. Die nächsten zwei Tage helfen eine Kinderfrau bei der Betreuung der Schulkinder und abends der Ehemann. Natürlich klappt ein solches Modell nur, wenn ein familiärer Konsens herrscht. „Mein Mann steht voll und ganz dahinter“, sagt Branka Törpel. Das gastronomische Gen scheint dem Ehepaar ohnehin in die Wiege gelegt zu sein. Schon neben ihren Angestellten- Jobs waren sie auf der Suche nach Marktlücken in der Gastronomie. So kamen sie 1995 bei einem Besuch der Grafenberger Pferde- Rennbahn in Düsseldorf auf den Geschmack von Donuts – den amerikanischen Krapfen. Das Konzept des damals noch nicht so bekannten US-Klassikers schien zeitgerecht und aussichtsreich. Mit dem Kauf einer Maschine zur Herstellung von Donuts und einem mobilen Stand überstiegen sie die entscheidenden Marktbarrieren. Fortan verkauften die Törpels am Wochenende auf Stadtfesten in und um Düsseldorf herum mit wachsenden Erfolg ihre Donuts.

Das Herz schlägt für die Gastronomie

Doch im Fokus ihrer beruflichen Ambitionen stand weiterhin die Karriere im festen Arbeitsverhältnis. Nach dem Abitur und der Ausbildung zur Hotelfachfrau hatte Branka Törpel bei der US-Eiskette Häagen Dazs angefangen und wechselte dann zur Fastfood-Kette Pizza Hut. Danach jobbte sie im Auftrag einer Zeitarbeitfirma, um neben dem inzwischen gesammelten gastronomischen Know How auch für die Büroarbeit zu qualifizieren. 1996 folgte erneut ein Karriereschwenk hin zu IP Deutschland, der Medienvermarktungsfirma vom TV-Sender RTL. Gut 13 Jahre lang verkaufte sie nun teuere Werbeplätze in den TV-Formaten des immer populärer werdenden Senders. Von 2009 bis 2010 schloss sie ein Sabbatjahr an, um berufliche Alternativen zu prüfen. Bei einem Besuch der Franchise-Messe in Essen stieß sie auf Extrawurst und entdeckte ihr seit der Donuts-Zeit für die Gastronomie schlagendes Herz erneut.

Sympathie auf den ersten Biss

Am Messestrand brutzelte Extrawurst-Gründer Lothar Hagebaum selbst seine legendäre „Lange Lüdenscheider“. Die Kostprobe der Bratwurst und die „Vibes“, also das spontan gute Gefühl beim Kennenlernen, sowie das mit belastbaren Zahlen der bislang in Eigenregie geführten Betriebe überzeugende Franchisekonzept gaben schließlich den Ausschlag für die Selbständigkeit gestützt auf das Erfolgsmodell von Extrawurst. Nach über fünf Jahren Franchise-Erfahrung urteilt Branka Törpel: „Extrawurst war meine beste Entscheidung“. Derzeit plant sie ihren vierten Imbiss, natürlich wieder mit Extrawurst.