In 11 Schritten zur eigenen Franchise

In 11 Schritten zur eigenen Franchise

Sein eigenes Franchisegeschäft zu eröffnen, ist für alle Beteiligten ein wichtiger Schritt – der durchaus manchmal beängstigend wirken kann. Auf dem Franchisemarkt gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Franchisekonzepten in den unterschiedlichsten Branchen. Diese kurze Infografik bietet eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung der wichtigsten Schritte bis hin zur Eröffnung der neuen Niederlassung. Bitte beachten sie hier, dass sowohl die Finanzierung des jeweiligen Franchisekonzeptes, als auch der Zeitraum zwischen Unterzeichnung des Vertrages und der eigentlichen Eröffnung von Firma zu Firma unterschiedlich sind.

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Sich selbst richtig einschätzen:
Wofür interessieren Sie sich am meisten? Sind Sie bereit, besonders am Anfang, lange Arbeitszeiten (einschließlich der Wochenenden bzw. der Urlaubszeit) in Kauf zu nehmen, um Ihr eigenes Geschäft zum Erfolg zu führen? Sind Sie zufrieden damit, sich langfristig den Vorgaben Ihres Franchisegebers unterzuordnen und (wenn überhaupt) relativ wenig Mitsprache bei der Ablaufplanung Ihres Geschäftes zu haben)? Als Franchisenehmer müssen Sie einen Teil Ihrer Einnahmen direkt an Ihren Franchisegeber abgeben. Überlegen Sie sich gut, ob Sie sich dies auf lange Sicht vorstellen können. Der Reputation Ihres Geschäftes wird in nicht geringem Maße von der Ihres Franchisegebers abhängen. Die neue Niederlassung wird Ihnen zwar „gehören“, Ihr Franchisegeber wird aber über die gesamte Vertragslaufzeit Einfluß darauf ausüben. Können Sie sich dies auf Dauer vorstellen? Machen Sie sich auch Gedanken darüber, wieviel Geld Sie in Ihre Firmengründung investieren möchten und welche Finanzierungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen.

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Den richtigen Franchise-Berater finden (nicht zwingend erforderlich):
Auch wenn es mittlerweile sowohl im Internet als auch aus anderen Quellen genügend Infomaterial zu den verschiedensten Franchisekonzepten verfügbar ist, so empfiehlt es sich dennoch, sich frühzeitig einen qualifizierten Franchiseberater zu suchen. So wie der Immobilienmakler Sie bei der Suche nach einem geeigneten Wohn- oder Geschäftshaus unterstützt, so kann Ihnen der Franchiseberater dabei helfen, sich im Dschungel aus Verträgen, Paragraphen und Firmeninformationen zurechtzufinden. Im besten Fall kann er Sie vor teueren Fehlentscheidungen bewahren, die Sie ohne seine Erfahrung vielleicht getroffen hätten.

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Konzepte recherchieren und vergleichen:
Welche Branchen werden in Ihrer Region nachgefragt? Und interessieren Sie sich ausreichend für diese Branchen, um langfristig auf selbstständiger Basis dort zu arbeiten? Im Internet oder in einschlägigen Fachpublikationen finden Sie eine Vielzahl an Informationen, die Sie bei der Bewertung eines bestimmten Standortes unterstützen. Verlassen Sie sich bei der endgültigen Beurteilung der Lukrativität eines Standortes ruhig auch auf Ihr Bauchgefühl – manchmal hat man ein besseres Gespür für lukrative Geschäftsideen, als sich in Zahlen belegen lässt. Sobald Sie ungefähr 5 verschiedenen Franchisekonzepte in die engere Wahl gezogen haben, setzen Sie sich mit dem jeweiligen Anbieter persönlich in Verbindung und bewerben Sie sich direkt beim Franchisegeber. Sollte sich die Firma für Sie als neuen Partner entscheiden, wird die Franchisezentrale Sie bei allen weiteren Schritten umfassend unterstützen.

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An einer Infoveranstaltung teilnehmen:
Auf sogenannten „Info-Tagen“ können Sie das jeweilige Franchise- oder Lizenzkonzept, für das Sie sich interessieren, direkt beim jeweiligen Franchisegeber näher kennenlernen. Manchmal werden diese Info-Tage in den Niederlassungen anderer Franchisepartner abgehalten, finden aber zumeist direkt in der jeweiligen Franchisezentrale statt. Wichtige Themenbereiche bei diesen Infotagen sind unter Anderem die Unterstützung, die der Franchisegeber seinen Partnern anbietet. Nach den Präsentationen des Franchisegebers bekommen die Besucher oft die Möglichkeit, noch direkt Fragen an den Franchisegeber zu stellen. Wenn der Info-Tag direkt in der Franchisezentrale stattfindet, bietet der Franchisegeber oft auch eine geführte Tour durch die Zentrale an.

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Sich rechtzeitig mit anderen Franchisenehmer in Verbindung setzen:
Nachdem Sie sich von Ihrem zukünftigen Franchisegeber so viele Informationen wie möglich besorgt haben, sollten Sie sich unbedingt auch mit bereits aktiven Franchisenehmern unterhalten. Finden Sie heraus, welche Niederlassungen es in Ihrer Nähe gibt und vereinbaren Sie mit Ihnen einen Termin. Sind sie zufrieden mit der Unterstützung, die sie von Ihrem Franchisenehmer erhalten? Stimmen die Prognosen Ihres Franchisegebers mit der tatsächlichen Entwicklung überein (sowohl finanziell als auch bei der Zusammenarbeit)?

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Einen geeigneten Standort finden:
Ihr Geschäftsstandort befindet sich in einem ruhigen Wohngebiet oder es gibt in der Umgebung keine weiteren Geschäfte, die zu Ihrem Angebot passen würden? Es wird schwierig sein, unter diesen Voraussetzungen einen hohes Kundenaufkommen zu erzielen. In den Gesprächen mit Ihrem Franchisegeber wurden wahrscheinlich bereits gewisse Richtlinien hinsichtlich des optimalen Geschäftsstandortes festgelegt – bitte vergessen Sie nicht, dass Sie auf jeden Fall die Zustimmung Ihres Franchisegebers brauchen, bevor Sie sich definitiv für einen bestimmten Standort entscheiden können.

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Das passende Franchisekonzept finden und die Finanzierung planen:
Nachdem Sie sich verschiedene Franchisekonzept genauer angeschaut haben, ist es jetzt Zeit, eine Entscheidung zu treffen: Mit welchem Franchisekonzept möchten Sie Ihren Sprung in die Selbstständigkeit wagen? Sobald Sie diese Entscheidung gefällt haben, ist es höchste Zeit, mit der Erstellung eines Geschäftsplanes zu beginnen. Diesen Geschäftsplan brauchen Sie spätestens bei Ihrer Suche nach Investoren, die Ihnen beim Sprung in die Selbstständigkeit finanziell unter die Arme greifen. Für die gut geplante Finanzierung Ihres Unternehmens gibt es verschiedene Möglichkeiten: Sowohl die KfW-Bank als auch verschiedene Bankinstitute der Länder haben Finanzierungsprogramme zu günstigen Zinsen aufgelegt, die sich für eine private Existenzgründung eignen.

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Den Vertrag unterschreiben:
Bei einigen Franchisegebern sind die einzelnen Vertragselemente sehr streng festgelegt und lassen dem Franchisenehmer wenig bis gar keinen Spielraum. Andere sind als Verhandlungspartner für einzelne Vertragspunkte etwas flexibler. Sollte Ihr zukünftiger Franchisegeber sich in einigen Punkten verhandlungsbereit zeigen (z. B. bei der Vertragsdauer etc.), so ist es anzuraten, sich vor der Unterzeichnung mit einem erfahrenen Franchise-Anwalt in Verbindung zu setzen. Je strikter die Vorgaben des Franchise-Vertrages sind, desto weniger Gedanken müssen Sie sich um eine qualifizierte Rechtsberatung machen. Erfolgreiche Franchisekonzepte sind so ausgelegt, die Vorgänge erprobt und multiplizierbar sind – daher sind die Franchisegeber selten geneigt, bei Vertragsangelegenheiten mit sich handeln zu lassen. Vorsicht ist definitiv geboten, wenn sich der Franchisegeber Vertragsänderungen gegenüber sehr aufgeschlossen zeigt: Vielleicht ist das Konzept ja doch noch nicht ganz ausgereift?

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Rechtzeitig alle wichtigen Dokumente beantragen:
In jeder Branche gibt es andere Vorgaben hinsichtlich der geforderten Zulassungen und / oder Versicherungen. Die jeweils geltenden Vorschriften können sich von Stadt zu Stadt bzw. Landkreis zu Landkreis unterscheiden. Setzen Sie sich daher rechtzeitig mit den zuständigen Ansprechpartnern in Verbindung und planen Sie genügend Zeit für Beantragung und Ausstellung der benötigten Unterlagen ein damit Sie bei der Geschäftseröffnung alles vorliegen haben.

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Passendes Personal finden und Trainingsmaßnahmen durchlaufen:
Wie viel Personal Sie letztendlich benötigen, oder welche Qualifikationen Ihre zukünftigen Mitarbeiter mitbringen müssen, hängt ganz entscheidend von der Art des Geschäftes ab, das Sie eröffnen möchten. Franchisegeber bieten fast immer umfangreiche Schulungen an, die Sie und Ihre Mitarbeiter optimal auf die zukünftigen Tätigkeiten vorbereiten. Neben den angebotenen Schulungen dient auch das Franchise-Handbuch, das Sie von Ihrem Franchisegeber erhalten, als wertvolles Schulungsmaterial für Sie und Ihre Mitarbeiter.

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Eröffnen Sie Ihr eigenes Franchise Geschäft:
Bemühen Sie sich rechtzeitig darum, durch gezielte Marketing-Aktionen die Aufmerksamkeit Ihrer zukünftigen Kunden auf Ihr neues Geschäft zu lenken. Auch hier wird Sie Ihr Franchisegeber höchstwahrscheinlich gezielt unterstützen, zum Beispiel bei der Ausgestaltung des Werbematerials oder mit überregionalen Werbemaßnahmen. Manchmal sind die Kosten dieser Unterstützung in der Einstiegsgebühr enthalten, andere Franchisegeber verlangen eine zusätzliche Werbegebühr. Manche Franchisegeber lassen auch eine sogenannte „Voreröffnung“ durchführen, sozusagen als Generalprobe vor der eigentlichen Geschäftseröffnung, andere stellen dem Franchisegeber auch einen Vertreter der Franchise-Zentrale zur Seite, der den kompletten Vorgang bis hin zum Eröffnungstag begleitet und den Franchisenehmer bei allen anfallenden Aufgaben unterstützt.