Eigenkapital

Vor jeder Existenzgründung stellt sich eine entscheidende Frage: Die der Finanzierung. Auch wer als Franchisenehmer den Schritt in die Selbständigkeit plant, muss sich Gedanken machen, woher das nötige Kapital kommen soll. Nur wenige Existenzgründer verfügen über ausreichende Mittel, um die Finanzierung alleine stemmen zu können. Um auf Fremdfinanzierungen wie Kredite zugreifen zu können, bedarf es genügend Sicherheiten durch Eigenkapital.

Zunächst: Das benötigte Startkapital schwankt zum Teil stark - abhängig von der Art und Ausrichtung des gewählten Franchisekonzepts. Deswegen kann keine pauschale Aussage gemacht werden, wieviel Eigenkapital ein Jungunternehmer mitbringen muss. Zunächst sollte ein Finanzplan aufgestellt werden, der Gründungskosten, Betriebsmittel und die Kosten der privaten Lebensführung berücksichtigt. Ist das notwendige Startkapital ermittelt, muss überlegt werden, woher es stammen soll.

Warum Eigenkapital?

Kredite sind teuer. Je mehr Fremdförderung Sie benötigen, desto mehr Zinsen zahlen Sie. Daher sollten Existenzgründer soviel eigenes Kapital wie möglich in das neue Unternehmen investieren. Wenn mehr eigenes Geld vorhanden ist, muss weniger mit langfristigen und teuren Krediten geliehen werden. Verfügt ein Franchisenehmer nicht über eigene finanzielle Mittel oder Sicherheiten, bekommt er bei Geldgebern nur schwer das benötigte Kapital. Die Verhandlungsbasis mit Banken ist umso besser, je kreditwürdiger ein Gründer auftritt , also je mehr Eigenkapital er mitbringt. Auch Ihr neuer Franchisegeber erwartet üblicherweise ein bestimmtes Investitionsvolumen von Ihnen – selbst wenn er Sie bei der Finanzierung unterstützt.

Wieviel Eigenkapital?

Die Höhe des benötigten Eigenkapitals ist nicht offiziell festgelegt. Öffentliche Fördermittel verlangen in der Regel einen Mindestanteil von 15 Prozent des gesamten Investitionsvolumens. Fachleute empfehlen mindestens einen 20 prozentigen Eigenkapitalanteil an der Gesamtfinanzierung einer Unternehmensgründung. Mit diesem Sicherheitspolster ist in Krisenzeiten Liquidität gewährleistet, so dass eventuelle Verluste nicht direkt zu Zahlungsunfähigkeit führen. Ein hoher Anteil an Eigenkapital macht Sie unabhängiger von Banken und Kreditgebern und in ihren Entscheidungen flexibel.

Woher das Eigenkapital nehmen?

Eigenkapital können Sie sowohl in Form von Ersparnissen und Kapitalanlagen als auch in Form von Sachmitteln einsetzen. Zu Sacheinlagen zählen neben Immobilien, Maschinen, Werkzeug, Auto und Computer auch immaterielle Güter wie Patente, Rechte oder Lizenzen. Um zusätzliche Mittel zu generieren, können Sie auch einen Geschäftspartner oder Teilhaber in die Existenzgründung miteinbeziehen, der weitere Eigenanteile mitbringt. Auch Kapitalbeteiligungs-Gesellschaften lassen weitere Geldmittel einfließen und investieren in der Regel als stille Teilhaber.

Wichtig bei jeder Franchise-Partnerschaft ist, dass Sie nicht ihr gesamtes Vermögen in die Selbständigkeit investieren. Falls ihr neues Unternehmen zu Beginn noch keine Gewinne abwirft, müssen Sie Ihren Lebensunterhalt immer noch bestreiten können.