Das Geheimnis einer erfolgreichen Unterstützung Ihrer Franchisegründung durch Banken oder andere Geldgeber

Warum Banken Franchising positiv gegenüberstehen

Auch wenn die öffentliche Meinung derzeit etwas anderes aussagt – Banken stehen der Vergabe von Krediten nicht grundsätzlich negativ gegenüber. Die Zeiten, in denen ein zukünftiger Unternehmer sich ohne eine tragfähige Geschäftsidee oder mit einem schlecht ausgearbeiteten Businessplan Geld leihen konnte, sind allerdings vorbei.

Studien zeigen, dass 45% aller neu gegründeten Unternehmen nicht einmal die ersten drei Jahre überstehen – und da überrascht es kaum, dass die Banken ihre Anforderungen und Vorgaben bei der Auswahl von passenden Bewerbern für eine Unternehmensfinanzierung in der jüngeren Vergangenheit stark verschärft haben.

Franchising ist als Geschäftsmodell bei den Banken gern gesehen, da es sich sozusagen um eine „Vervielfältigung“ einer erprobten Geschäftsidee handelt. Dies kombiniert mit ausführlichen Einarbeitungs- und Trainingsmaßnahmen, kontinuierlicher Weiterentwicklung des Systems und der ständigen Unterstützung durch den Franchisegeber führt bei der neuen Geschäftsgründung zu einer erheblichen Risikosenkung -  weil die häufigsten Gründe für das Scheitern eines neuen Unternehmens damit bereits von vorne herein ausgeschaltet worden sind.

Aber dennoch bietet Franchising keine Garantie für eine Unterstützung bei der Finanzierung.

In Deutschland gibt es derzeit ca. 1000 aktive Franchise-Systeme. Banken und auch die zukünftigen Franchisenehmer müssen vor allem darauf achten, dass die jeweilige Geschäftsidee vertrauenswürdig und ethisch einwandfrei ist. Auch das jeweilige Risiko muss berechen- und überschaubar sein.

Bevor Sie sich um eine Finanzierungsunterstützung für Ihr neues Unternehmen bemühen, sollten Sie folgende Schlüsselfaktoren berücksichtigen:

Was die Banken erwarten:

Persönlichkeit: Der Bewerber muss sich als vertrauenswürdig und selbstsicher präsentieren.

Kapital: Das vorhandene Eigenkapital muss im einem realistischen Verhältnis zur beantragten Kreditsumme stehen.

Leistungsfähigkeit: Passen Fähigkeiten / Erfahrungen und bisherige Ausbildung des Bewerbers zu einer Selbständigkeit in einer bestimmten Branche?

Verwendung der Geldmittel: Hier wird entschieden, ob das Risiko verhältnismäßig und die Gründung im Interesse des Bewerbers ist.

Höhe des Kredites: Mit der angestrebten Kredithöhe muss genügend Kapital zur Aufrechterhaltung eines stabilen Barmittelstroms zur Verfügung stehen.

Rückzahlungsmodalitäten: Hier wird abgeschätzt, in welcher Höhe Rückzahlungen geleistet werden können und ob der zu erwartende Profit diese Rückzahlungen auch dauerhaft decken kann.

Vertragsvereinbarungen: Zinsen und Konditionen welche von der Bank nach erfolgter Risikoeinschätzung getätigt werden

Was Sie von Ihrem Franchisegeber erwarten können:

Ihr Franchisegeber sollte die Banken ständig über alle Schlüsselgrößen auf dem Laufenden halten, die sein Franchisekonzept betreffen. Weiterhin sollte er über die aktuellsten Finanzierungsbedingungen in der Franchisebranche Bescheid wissen.

Als Grundregel lässt sich festhalten: ein gut etablierter Franchisegeber sollte in der Lage sein in Abhängigkeit von der finanziellen Ausgangslage des jeweiligen Bewerbers, eine bis zu 70%ige Finanzierung für seine zukünftigen Partner zu arrangieren. Jüngere Franchisekonzepte oder solche, die keine übermäßig erfolgreiche Firmenhistorie aufweisen, können normalerweise mit einer 50%igen Finanzierung rechnen. Selbstverständlich gelten diese Angaben nicht für jedes Franchisekonzept – auch hier sollte Ihr Franchisegeber in der Lage sein, die individuellen Anforderungen entsprechend zu erläutern.

Der jeweilige Franchisegeber sollte Sie den ganzen Prozess hindurch begleiten. Das schließt die Vorstellung von Verantwortlichen bei der Bank genauso mit ein wie die Weitergabe von Informationen darüber, wie der Plan am Besten der jeweiligen Bank vorgestellt werden kann. Ihr Franchisegeber sollte Ihnen bei jedem Schritt, angefangen beim Kreditantrag bis hin zur Auszahlung der Kreditsumme, zur Seite stehen.

Weiterhin sollte Ihr Franchisegeber Sie auch beim kompletten Planungsprozess ihrer Existenzgründung begleiten oder Ihnen einen Experten für das Verfassen der Businesspläne zur Seite stellen. Als zukünftiger Geschäftsinhaber sollten Sie allgemein so weit wie möglich in den Geschäftsplanungsprozess involviert sein. So erkennen Sie am Besten, wie Erfolg versprechend die jeweilige Geschäftsidee wirklich ist und können auch das Potenzial für die Zukunft abschätzen. Damit ist dieses Dokument nicht nur für die Sicherstellung einer tragfähigen Finanzierung wichtig.

Grundsätzlich sollte Ihr Businessplan nicht länger sein als 20 – 25 Seiten sein. Achten Sie auf einen interessanten und informativen Schreibstil und formulieren Sie Ihre Zusammenfassung so dass sie auf Anhieb das Interesse des für Sie zuständigen Bankmitarbeiters weckt.

Richtig vorbereitet:

Neben Ihrem Businessplan verlangen die Banken im Regelfall auch noch weitere Unterlagen:

  • Eine ausführliche Aufstellung Ihrer finanziellen Situation einschließlich Besitz, bestehenden Verpflichtungen, Einkommen und regelmäßige Ausgaben
  • Unterlagen aus Ihrer Finanzbuchhaltung (falls Sie bereits ein Unternehmen besitzen sollten)Geschäftliche Kontoauszüge der letzten sechs Monate
  • Private Kontoauszüge der letzten sechs Monate
  • Nachweis über Sparguthaben des notwendigen Eigenkapitalanteils
  • Pass oder Personalausweis zur Identitätsprüfung

Hier ist Vorsicht geboten:

Ohne sachkundige Unterstützung und die richtigen Ratschläge machen viele zukünftige Franchisenehmer einige Fehler die am Ende sehr teuer werden können – besonders wenn es darum geht, der entsprechenden Bank sein Vorhaben „zu verkaufen“. Zu allererst wird die Bank von Ihnen erwarten, dass Sie Ihren Geschäftsplan kennen – und zwar in- und auswendig!

Hier eine Liste der Fehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten:

  • Zu wenig eigener Input bei der Erstellung des Businessplans
  • Mangelndes Wissen über die in der Planung aufgeführten Details
  • Lücken im Verständnis des Geschäftsmodells und der Branche in der Ihr Franchisegeber aktiv ist
  • Fehlen von wichtigen Elementen Ihres Businessplans und Rechtschreib- und/oder GrammatikfehlerKeine eindeutige Angabe über die gewünschte Kredithöhe
  • Zu geringer Eigenkapitalanteil

Machen Sie Ihre Hausaufgaben:

Schicken Sie vorab bereits ein Exemplar Ihres Businessplans zu Ihrem Bankberater und studieren Sie Ihre Präsentation ein. Seien Sie darauf vorbereitet, Fragen gestellt zu bekommen. Auch darauf, dass Ihre Einschätzungen und Ziele angezweifelt und in Frage gestellt werden, müssen Sie sich einrichten. Hier müssen Sie selbstsicher reagieren und die richtigen Antworten parat haben.