Ausländische Franchisesysteme auf dem deutschen Markt 2016

Franchise Marktstudie ausländische Franchisesysteme-1

Viele Franchise Unternehmen die auf dem deutschen Markt vertreten sind, haben ihren Ursprung im Ausland. Neben dem Export oder dem Aufbau von Tochtergesellschaften, rückt das Franchising als Markteintrittsstrategie immer weiter in den Vordergrund. Bekannte Beispiele für Franchise-Systeme im Ausland sind unter anderem McDonalds, Burger King oder Subway. Aber nicht nur in der Gastronomie ist Franchising eine beliebte Strategie um die Marktpräsenz zu vergrößern, auch in der Bekleidungsindustrie haben Unternehmen wie Esprit, s.Oliver oder Change Lingerie ihr Potential im Franchising entdeckt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Franchisebetriebe in Deutschland stetig wächst. Der deutsche Franchise Verband hat zwischen 2010 und 2015 folgende Zahlen ermittelt:

anzahl der franchisebetriebe in deutschland-1

Hieraus ergibt sich eine Steigerung von fast 16% in einem Zeitraum von 5 Jahren. Dies zeigt auf, dass Franchising eine wachstumsstarke und beliebte Strategie darstellt.
Es gibt zahlreiche weitere Branchen in denen Franchising erfolgsbringend genutzt wird, in der Systemgastronomie jedoch kann Franchising durchaus als dominierend angesehen werden. Betrachtet man die die beliebtesten Schnellrestaurants der Deutschen so fällt auf, dass unter den ersten zehn Plätzen, die das Ranking anführen, sechs Franchise Restaurants mit Ursprung im Ausland zu finden sind. Während fünf davon aus den USA stammen (Platz: 1. McDonalds, 2. Burger King, 4.Subway, 5. Pizza Hut, 6. Kentucky Fried Chicken) kommt Platz 10 aus der Schweiz (Mövenpick Marché). Dies geht aus einer Befragung der VuMA (Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse) hervor.

Erfolgsstrategie der internationalen Konzerne

An dieser Stelle stellt sich die Frage, was diese Konzerne so erfolgreich macht und warum ihre Produkte sich auf dem Weltmarkt einer so hohen Beliebtheit erfreuen. Hinter diesen Erfolgen steckt eine durchdachte Strategie, denn nicht jedes Produkt, dass in einem Land Erfolg hat, ist automatisch auch international gewinnbringend. Ein Produkt mit einer möglichst hohen Rentabilität auf dem Markt zu etablieren, erfordert diverse Analysen. Maßgeblich sind hierbei die Kunden, das Produkt selbst, sowie der Standort an dem das Produkt vertrieben werden soll. Kulturelle Unterschiede können unter anderem ausschlaggebend für den Erfolg sein. Anhand des Beispiels McDonalds lässt sich dies gut darstellen. Während in der Bundesrepublik gerade der ‚Big Tasty Bacon’ in das Standard McMenü aufgenommen wurde, wird dieser Burger beispielsweise in einer Filiale in Dubai nicht zu finden sein. Dennoch ist McDonalds auch dort vertreten. Der Grund dafür ist, dass Schweinefleisch in dem Kulturkreis rund um Dubai ein weniger häufig konsumiertes Produkt ist und McDonalds deshalb sein Angebot an den Markt angepasst hat.

Ausländische Franchisesysteme auf dem deutschen Markt-1

Grundsätzlich muss sich ein Unternehmen entscheiden, ob es seine Produkte international  standardisiert oder es an die individuellen Bedürfnissen des Marktes anpasst, unter Betrachtung der kulturellen Unterschiede. Dies ist aber auch abhängig von der Art des Produktes. Eine Standardisierung wird dann attraktiv wenn es sich um langlebige Güter handelt wie es zum Beispiel bei Apple der Fall ist. Das iPhone hat weltweit die gleichen technischen Fähigkeiten und es gibt die gleichen Kapazitäten und Farben, ob man in New York einen Apple Store besucht oder in Tokio. Nimmt man aber eine Fast Food Kette wie McDonalds, bleibt dieser keine andere Wahl als seine Produkte den verschiedenen Länder anzupassen, da die Geschmäcker von Land zu Land zu unterschiedlich sind. Es ist natürlich möglich einige Produkte wie den ‚Cheeseburger’ zu standardisieren, aber um Kunden halten zu können, bedarf es weiterhin auch eines variablen Angebotes. Aus diesem Grund sind auch auch internationale Unternehmen wie McDonalds, Burger King oder Subway auch so erfolgreich. McDonalds beispielsweise hat eine eigene Testküche in München, in der getestet wird, was den täglich 2,7 Millionen Gästen schmecken könnte. Es ist ein Wandel zu verzeichnen. Längst sind Burger und Pommes nicht mehr das einzige was angeboten wird. Der Kunde in Deutschland ist mobiler geworden und somit auch die Essgewohnheiten. Die Anzahl der Personen die einmal pro Tag außer Haus essen, hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt und der durchschnittliche Bundesbürger gibt im Jahr um die 800 Euro für Fast Food aus. Auch McDonalds hat den Bedarf an vielfältigen Produkten wahrgenommen und bietet neben seinen Burgern auch Salate und Wraps an. Zudem werden auch vermehrt Gewürze aus Ostasien verwendet, während gleichzeitig auch der Bedarf nach heimischen Produkten steigt. Hier werden Verbindungen geschaffen und zusätzlich diverse Produkte für das saisonale Angebot getestet, wie einem Bericht des Focus zu entnehmen ist.

Die Konkurrenz schläft nicht

Aber nicht nur McDonalds ist als Marktführer erfolgreich. Andere Unternehmen wie zum Beispiel Subway versuchen dem Fast Food Giganten den Rang abzulaufen. Die härtesten Konkurrenten sind wohl der Sandwich Riese Subway und die Fastfood-Kette Burger King. Subway versuchte über einen längeren Zeitraum McDonalds mit der Anzahl der Filialen zu übertrumpfen. Dies gelang dem Unternehmen mit inzwischen mehr als 44.000 Filialen weltweit. McDonalds hingegen hat hingegen 36.000 und Burger King mehr als 13.000. Hierbei mag im internationalen Vergleich Subway vorne liegen aber wird der deutsche Markt betrachtet so ergeben sich folgende Daten:

Ausländische Franchisesysteme-1

 

Und nicht nur die Anzahl der Filialen ist ausschlaggebend. Vielmehr sind die Umsätze der jeweiligen Restaurants von größerer Bedeutung. Sowohl international als auch national liegt McDonalds in Deutschland mit einem Jahresumsatz in Deutschland von 3,08 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf Platz 1. Burger King konnte im gleichen Jahr 865 Millionen Euro erwirtschaften und Subway schloss das Geschäftsjahr mit 215 Millionen Euro ab.

Weitere Franchise Unternehmen

Neben der Fast Food-Industrie gibt es noch weitere Franchise-Konzepte aus dem Ausland, die in Deutschland Fuß fassen konnten. Auch wenn die größten Franchise- Betriebe aus den Vereinigten Staaten stammen, so machen diese dennoch nur 5%-7% der gesamten Franchise-Industrie in Deutschland aus. Zahlreiche Unternehmen haben ihren Ursprung auch in Japan, Schweden oder der Schweiz. Diese Unternehmen sind aber auch nur deswegen international so erfolgreich, weil sie erkannt haben, dass man sich an den lokalen Markt anpassen muss. Daher verfolgen sie die Strategie des ‚Think global and act local‘. Eine Adaption an die lokalen Gegebenheiten ist unumgänglich wie bereits aus dem Beispiel von McDonalds hervorging. Aber nicht nur Konsumgüter müssen angepasst werden, sondern auch im Dienstleistungssektor oder im Vertrieb gibt es kulturelle Unterschiede was zum Beispiel die Verhandlungsform angeht die angepasst werden muss. Gerade hier wird Franchising für international agierende Unternehmen interessant. Mit einem ortsansässigen Franchisenehmer an der Hand, der die Kultur kennt, ist ein Markteinstieg um einiges leichter, als durch eigenständige Recherche und Analyse. Einige Franchise-Unternehmen aus dem Ausland konnten sich bereits in den deutschen Markt integrieren und suchen weitere Franchise-Partner um ihre Marktpräsenz zu vergrößern.

McDonald’s

McDonald’s wurde 1955 in den Vereinigten Staaten gegründet und konnte sich seitdem erfolgreich international etablieren. Heute zählt McDonald’s wohl zu den bekanntesten Fast Food-Restaurants weltweit. Neben klassischen Burgern wird das Angebot durch saisonale und auf den Markt abgestimmte Menüs abgerundet. Es gibt zudem eine große Auswahl an Salaten und Desserts. Desweiteren gibt es in zahlreichen McDonald’s Restaurants auch ein McCafé mit vielfältigen Kaffeespezialitäten die frisch zubereitet werden.

Subway

Subway, ebenfalls aus den Vereinigten Staaten, ist seit 1965 auf dem Markt vertreten. Mit den meisten Filialen weltweit hat Subway die größte Marktpräsenz. Subway ist für seine frisch zubereiteten Sandwiches bekannt mit einer Auswahl an verschieden Broten und Belägen, die dem Kunden die individuelle Gestaltung ganz nach seinen Vorlieben ermöglichen.

RE/MAX

Das 1973 in den USA gegründete Unternehmen RE/MAX kann heute auf das erfolgreichste Immobilienmaklernetzwerk der Welt zugreifen. RE/MAX ist mit über 100.000 Immobilienmaklern in insgesamt 95 Ländern vertreten.

HUSSE

HUSSE ist ein Heimlieferservice für Premium Tierfutter. Das 1987 in Schweden gegründete Unternehmen ist in mehr als 52 Ländern tätig. Im Bereich der Hauszustellung von Tiernahrung sowie weiterer Tierbedarfsartikel, ist Husse sogar europäischer Marktführer. Der Kunde bestellt online, per Telefon oder Fax und die Ware wird kostenfrei nach Hause geliefert. Desweiteren punktet HUSSE durch seine Flexibilität. Die Kunden müssen sich nicht an Ladenöffnungszeiten orientieren sondern machen einen Termin aus, der zu ihren Bedürfnissen passt.

Ausländische Franchisesysteme-1

KUMON

KUMON wurde 1954 in Japan gegründet und ist im Bildungssektor tätig. Weltweit ist KUMON der viertgrößte Franchisegeber. Das Unternehmen hat sich auf die außerschulische Förderung von Kindern spezialisiert und bereits 150 Franchisepartner in Deutschland. Was KUMON von der regulären Nachhilfe unterscheidet, ist dass Kinder das selbstständige Lernen erlernen und zwar angepasst auf ihr individuelles Lernprofil. Dies macht das Konzept auch so erfolgreich. Bis jetzt haben sich bereits 9.000 Schüler in Deutschland für KUMON entschieden.

Snap-on

Snap-on wurde 1920 in den USA gegründet und ist ein stetig wachsendes Unternehmen. Snap-on Tools ist der Marktführer im mobilen Werkzeug-Bereich und verzichtet auf einen festen Standort. Der Verkauf findet über ein Fahrzeug statt, das zu dem Kunden fährt damit dieser seine Werkstatt nicht schließen muss um ein neues benötigtes Werkzeug zu erwerben. Dies bietet dem Kunden eine hohe Flexibilität. Snap-on Werkzeuge oder Diagnosegeräte zeichnen sich besonders durch die hohe Qualität und die Garantieleistungen aus.

  Eigenkapital Eintrittsgebühr Franchise-
/Lizenzgebühr
McDonald's 500.000 € 46.000 € Lizenzgebühr: 5% vom Nettoumsatz
Werbegebühr: 5% vom Nettoumsatz
Subway 76.100 € 10.000 €

Lizenzgebühr: 8% vom Nettoumsatz
Werbegebühr: 4,5% vom Nettoumsatz

RE/MAX 30.000 € 7.500 € 6% des Netto-Umsatzes + 300 € mtl.
Werbegebühr: 3%
HUSSE  15.000 €
 3.000 €
 5% vom Umsatz mind. 250 € pro Monat
KUMON 3.000 €
1.000 €
 variabel
Snap-On 20.000 €
7.500 €
entfällt