Sieben wichtige Gründe, NICHT in ein Franchisekonzept zu investieren

Die Übernahme eines Franchisekonzeptes ist eine wichtige Entscheidung, die Ihr Leben, zumindest teilweise, verändern wird. Deshalb sollte sie gut überlegt sein. Hier haben wir einige Aussagen zusammengestellt, mit denen alleine Sie den Kauf einer solchen Lizenz nicht begründen sollten. Schließlich wollen Sie mit dieser Entscheidung die Grundlage für langfristigen Erfolg legen – und Ihr Geld sinnvoll investieren.

1) „Ich finde momentan keinen festen Job“

Die Erfolgschancen einer Franchise-Selbstständigkeit sind zwar, statistisch gesehen, höher als bei einer Einzelgründung, aber auch hier erhalten Sie keine „Erfolgsgarantie“. Daher sollte der Schritt in die Selbständigkeit auch keinesfalls ein „Rettungsanker“ für den Weg aus der Arbeitslosigkeit angesehen werden. Ausnahmslos jeder Gründer steht wirtschaftlich etwas unter Druck, bis er sein Geschäft ans Laufen gebracht hat. Sich diesem Druck auszusetzen, obwohl Sie sich bereits in einer etwas schwierigen Situation befinden, kann schnell zuviel sein. Investieren Sie IN KEINEM FALL größere Geldsummen in ein Franchisekonzept (oder eine andere Geschäftsidee) nur, weil Sie es MÜSSEN. Eine solche Entscheidung sollten Sie treffen, weil Sie es WOLLEN.

2) „Diese Idee ist der letzte Schrei“

Wirklich? Und wie lange ist diese Geschäftsidee schon „der letzte Schrei“? Ein paar Wochen, einige Monate oder ein knappes Jahr? Gute Franchisekonzepte sind auf langfristigen Erfolg ausgelegt und haben sich bereits am Markt bewährt. Natürlich gibt es auch vielversprechende Neugründungen, die sich den Herausforderungen des Marktes stellen, und das Potenzial für langfristigen Erfolg bieten. Dennoch sollten Sie bei der Wahl Ihres Franchise-Konzeptes unbedingt darauf achten, dass es zumindestens schon einen erfolgreich laufenden Pilotbetrieb bzw. einige Franchiseniederlassungen gibt, und sich der Franchisegeber gründlich in das Thema „Franchising“ eingearbeitet hat.  Versuchen Sie auf jeden Fall, Ihr Geld nicht in einen Modetrend zu investieren, für den sich in einem oder zwei Jahren keiner mehr interessiert – orientieren Sie sich lieber an Konzepten, die schon länger im Franchsing aktiv sind und deren Konzept auf einer Geschäftsidee aufgebaut ist, bei der langfristige Erträge möglich sind.

3) „Neben meiner Wohnung ist der perfekte Laden“

Auch das alleine kann kein Grund sein, einen Franchise-Vertrag zu unterschreiben. Nicht der Laden bzw. der Standort sollte für das Franchise-Konzept geeignet sein – Sie müssen sich eher die Frage stellen, ob die Geschäftsidee, für die Sie sich interessieren, in Ihrem Gebiet überhaupt Erfolg haben kann. Dazu sind umfangreiche Analysen hinsichtlich Zielgruppe, Kaufkraft, vorhandener Infrastruktur und bestehender Nachfrage notwendig. Die Suche nach dem passenden Standort steht normalerweise ganz am Ende Ihrer Suche. Vorher müssen zwischen Ihnen und Ihrem zukünftigen Franchisegeber noch eine ganze Reihe weiterer Fragen geklärt werden. Besitzen Sie beispielsweise Erfahrung in der von Ihnen angestrebten Branche? Wenn nicht sollten Sie vielleicht versuchen, erst einmal für eine gewisse Zeit dort zu arbeiten. Nur so können Sie sichergehen, dass eine Tätigkeit in diesem Bereich auch langfristig für Sie in Frage kommt. Die Frage nach dem passenden Standort beantwortet sich gegen Ende der Verhandlungen zumeist von ganz alleine.

4 „Ich finde das Produkt / die Dienstleistung toll“

Und wie es der Zufall will, wird genau dieses Produkt / diese Dienstleistung von einem Franchisekonzept hergestellt und vertrieben. Ok, das ist jetzt nicht die schlechteste Motivation, die Sie für eine Franchisegründung anbringen können. Immerhin: Wenn Sie von dem Produkt voll und ganz überzeugt sind, ist es gut möglich, dass Sie auch Ihre Kunden werden überzeugen können – allerdings ist trotzdem Vorsicht geboten: Nur weil ein bestimmtes Restaurant-Franchise die beste Pizza macht, die Sie je gegessen haben, heißt das nicht, dass Sie einen derartigen Restaurantbetrieb auch langfristig als Franchisenehmer erfolgreich führen können. Unterhalten Sie sich deshalb unbedingt vorab mit bereuts aktiven Franchisenehmern des Konzeptes und sammeln Sie soviele Informationen wie möglich zu Arbeitsalltag und Ablaufplanung des jeweiligen Franchisekonzeptes. Nur so können Sie beurteilen, ob Sie wirklich langfristig dafür geeignet sind.

5) „Mein Bekannter hat mir einen Tipp gegeben“

Sobald Sie anfangen, Ihr Vorhaben mit Freunden oder Familienmitgliedern zu besprechen, werden Sie zweifellos viele Tipps und Ratschläge erhalten:

„Wir haben da mal in dem Restaurant XY gegessen, das Essen war einfach klasse. Ich glaube, das ist auch ein Franchiseunternehmen!“

„Hast Du Dir schon mal das Konzept ..... angeschaut? Eine Bekannte von mir ist dort Dauerkundin. Vielleicht wäre das ja auch etwas für Dich?“

Hören Sie sich solche Vorschläge in Ruhe an, seien Sie jedoch vorsichtig. Handelt es sich bei dem betreffenden Unternehmen wirklich um ein bereits bestehendes Franchise-Konzept, oder spielt die Firma derzeit nur mit dem Gedanken, mit dieser Vertriebsform zu expandieren? Kann das entsprechende Produkt auch in Ihrer Region langfristig Erfolg haben?

In jedem Fall sollten Sie sich von Aussenstehenden nicht zu sehr beeinflussen lassen. Für welche Branche oder welches Unternehmen Sie sich am Ende entscheiden, muss ganz alleine Ihre Entscheidung bleiben – schließlich müssen ja auch Sie damit „glücklich“ werden, nicht einer Ihrer Freunde oder Verwandte.

6) „Unternehmer wollte ich schon immer werden“

Das ist auf den ersten Blick schon eine ausgezeichnete Grundlage. Allerdings müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Tätigkeit als Franchisenehmer nur begrenzt mit der eines Unternehmers vergleichbar ist. Als Franchisenehmer sind Sie gewissermaßen eine Art „Sub-Unternehmer“ des Franchisegebers. Zwar tragen Sie die wirtschaftliche Verantwortung für Ihre Franchise-Niederlassung, sind aber hinsichtlich Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen stark an die Vorgaben des Franchisegebers gebunden. Daher werden Sie in bestimmten Bereichen nicht dieselben unabhängigen Entscheidungen treffen, die ein Gründer treffen kann, der seine Firma mit einer eigenen Idee an den Start gebracht hat.

7) „Mit diesem Konzept kann nichts schiefgehen“

Sicher sind Sie bei Ihrer Recherche im Internet oder in Magazinen auch über Artikel gestolpert, die die folgende Überschrift tragen:

„Geben Sie Ihrem Leben jetzt eine neue Richtung“

„Unser System GARANTIERT Ihren Erfolg“

„Steigen Sie früh ein – für Ihren größtmöglichen Erfolg“

Zunächst einmal hört sich das alles sehr vielversprechend an. Doch hier ist Vorsicht geboten! In 99 % der Fälle stecken hinter diesen Konzepte KEINE Franchise-Konzepte, sondern sogenannte MLM-Systeme. Diese sind darauf ausgelegt, die einzelnen Produkte einer bestimmten Marke zu vertreiben und gleichzeitig selbständig weitere Partner anzuwerben (was den größten Unterschied zu Franchise-Systemen darstellt). Beim Franchising ist alleine der Franchisegeber für die Gewinnung neuer Partner zuständig. Und er bestimmt auch, in welchem Gebiet der neue Partner tätig wird. So werden direkte Konkurrenz und Marktsättigung vermieden.

Im obigen Artikel haben wir versucht, Ihnen einige Gründe zu nennen, die nicht unbedingt für eine Selbständigkeit als Franchisenehmer sprechen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie jedoch mit einem Franchise-Konzept durchaus erfolgreich sein. Hier finden Sie beispielsweise weitere Infos zu Qualitätsmerkmalen bei Franchise-Konzepten.

comments powered by Disqus