Gastbeitrag: Franchising in Schweden (Teil 1)

Bei dem nun folgenden Artikel handelt es sich um eine Übersetzung eines Artikels meines amerikanischen Kollegen Donald Cranford. Wie Sie im Verlauf dieses Berichtes lesen werden, befand sich unser Kollege in der Vergangenheit bereits öfter in Schweden. Bei seinen zahlreichen Reisen nutzte er unter anderem auch die Möglichkeit, sich die Franchise-Szene in Schweden einmal etwas genauer anzusehen.Falls Sie Interesse haben sollten, gelangen Sie hier zum Original-Artikel (in englischer Sprache). Schon seit Längerem ist Schweden eine der stabilsten Binnenwirtschaften in Europa. Diese Tatsache scheint mit ein Grund dafür zu sein, dass sich die Franchisewirtschaft in Schweden über beeindruckende Zuwächse freuen kann. An dieser Stelle möchten wir Ihnen nun einige der vielen nationalen aber auch internationalen Geschäftskonzepte vorstellen, die sich erfolgreich auf dem schwedischen Markt etablieren konnten. Der schwedische Franchise Verband wurde im Jahr 1972 gegründet. Leider gibt es zur genauen Anzahl an aktiven Franchise-Systemen nur vereinzelt verlässliche Statistiken. Recherchen haben jedoch ergeben, dass im Jahr 2003 circa 350 verschiedene Franchise-Systeme am Markt aktiv waren. Seitdem ist diese Zahl sicherlich angestiegen. Die Bandbreite an verschiedenen Franchisekonzepten aus Schweden selbst reicht hierbei von Marken wie Pressbyrån, einer sehr erfolgreichen Kioskgruppe, die vornehmlich an U-Bahn-Stationen anzutreffen sind und Card Group Greetings, einem international agierenden Vertriebsunternehmen für Gruß- und Glückwunschkarten aller Art bis hin zum Tier- und Zoobedarfshandel Arken Zoo. Viele der erfolgreichsten Franchiseunternehmen nutzen in Schweden das Geschäftsmodell Franchising. Darunter auch Schwedens bekanntester Franchise-Export IKEA. Damit schleicht sich Franchising langsam aber sicher in alle Lebensbereiche der Schweden ein. Im Folgenden möchten wir Ihnen daher zwei sehr erfolgreiche Konzepte etwas näher vorstellen, die auf meinen Kollegen Donald auf seinen Reisen durch Schweden einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben: 1) Schweden und Fika Anders als beispielsweise in Irland, findet das gesellschaftliche Leben in Schweden nicht vornehmlich in einer Gaststätte oder einer Kneipe statt. Das soll jetzt nicht heißen, dass die Schweden keinen Alkohol trinken. Aufgrund von hohen Steuern ist Alkohol in Schweden jedoch empfindlich teuer. Daher treffen sich die Schweden lieber zu einer gemütlichen Tasse Kaffee, auf schwedisch Fika genannt. In der Alltagssprache ist „Fika“ in Schweden ein sehr gebräuchliches Wort. Die Tatsache, dass auch heute noch viele alte Cafés rund um Stockholm zu finden sind, beweist, wie tief verwurzelt diese Tradition in Schweden ist. Diesen Trend haben vor einiger Zeit auch Franchisegeber erkannt und versuchen nun verstärkt, aus der Fika-Tradition Kapital zu schlagen. Weiterhin interessant ist die Tatsache, dass viele dieser neuen Cafés englische Namen tragen. Damit versuchen die Eigentümer, Ihren Lokalen einen noch trendigeren Touch zu verleihen und so noch mehr Geld damit zu verdienen.

2) Der schwedische Schnellimbiss In Schweden ist Fast Food genauso beliebt wie anderswo auf der Welt. Die meisten bekannten Fast-Food Marken konnten sich auch in Schweden erfolgreich etablieren. Werfen wir jedoch in diesem Artikel einen etwas genaueren Blick auf die schwedische Fast-Food Variante:

Das Franchiseunternehmen Max Burger ist wahrscheinlich die bekannteste Fast-Food-Marke Schwedens, besonders im Einzugsgebiet von Stockholm. Das erste Max Burger Restaurant wurde im Oktober 1990 eröffnet. Seitdem wächst das Franchisekonzept in Schweden, aber auch in Europa kontinuierlich.

Die nun folgenden Bilder sollen Ihnen einen Eindruck von der Atmosphäre in Burger Max- Restaurants vermitteln:

Der großzügige Eingangsbereich eines Burger Max-Restaurants in Stockholm mit Sitzbänken für Liebhaber der frischen Luft.

Auch wenn Burger Max auf den ersten Blick aussieht wie so manches amerikanische Schnellrestaurant, so finden sich, besonders im Design, Elemente, die „typisch schwedisch” sind. Beispielsweise fetzige Neonstäbe an der Decke.

Um den Kunden zu lange Wartezeiten zu ersparen, können Bestellungen auch direkt über die bereitgestellten Automaten aufgegeben werden.

Auch Gesundheitsbewusste kommen bei Burger Max auf Ihre Kosten. Das sogenannte „Green Meal“ beispielsweise bietet einen vegetarischen Burger als Hauptgericht an.

Im Großen und Ganzen ist ein deutlicher Einfluss der amerikanischen Franchiseszene in Schweden erkennbar.

Im nächsten Artikel dieser Serie werden wir uns daher der Frage widmen, wie sich die amerikanischen Franchisekonzepte auf dem schwedischen Markt schlagen.

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