Franchising richtig finanzieren – damit Ihre Selbstständigkeit ein voller Erfolg wird

Eines der größten Risiken und Scheiterungsgrund Nr. 1 bei einer Existenzgründung ist nach wie vor die Finanzierung des neuen Unternehmens. Planungsfehler in diesem Bereich können den Gründer buchstäblich „sein Unternehmen kosten“ und ihn für eine sehr lange Zeit in finanzielle Bedrängnis bringen. Daher haben wir im folgenden Artikel die unterschiedlichen Möglichkeiten kurz zusammengestellt, aus denen sich die Finanzierung eines Gründungsvorhabens realisieren lässt.

Grundlage jeder Unternehmensfinanzierung ist immer ein gut ausgearbeiteter Finanzplan.

Er setzt sich aus folgenden Einzelbestandteilen zusammen:

  • Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)
  • Liquiditätsrechnung
  • Berechnung des Kapitalbedarfs
  • Rentabilitätsplanung
Jedes Finanzierungsvorhaben, gleich ob im privaten oder beruflichen Umfeld, sollte immer auf mehrere „Geldquellen“ verteilt werden. Dadurch wird das Risiko einer zu dünnen Finanzdecke (vor allem in der Anfangsphase) vermindert. Für Franchisenehmer gibt es heute glücklicherweise eine Vielzahl von verschiedenen Franchisekonzepten zur Auswahl. Je nach Geschäftskonzept und Größe der jeweiligen Geschäftseinheit gibt es daher auch bei den benötigten Investitionssummen große Unterschiede. Etwa die Hälfte (45%) der Franchise-Systeme in Deutschland sind beispielsweise für eine Mindestinvestition von weniger als 50.000 € zu haben. 5% der angebotenen Geschäftskonzepte können ohne eigene Investition gestartet werden, für die restlichen 50% benötigt man zwischen 50.000 und 650.000 € (Quelle: Deutscher Franchise Verband). Auf den Internetseiten von Franchise Direkt finden Sie eine breite Auswahl an Franchise-Konzepten für nahezu jedes Budget. Die eingebauten Filterfunktionen erlauben Ihnen auch eine gezielte Suche nach Franchise-Systemen innerhalb einer gewissen Investitionskategorie. Es empfiehlt sich daher bereits im Vorfeld, die „Spreu vom Weizen“ zu trennen und sich genau zu überlegen, wie viel Geld höchstens in das neu zu gründende Unternehmen gesteckt werden kann. Erst danach sollte man sich gezielt auf die Suche nach „dem“ Franchisesystem für die eigene berufliche Zukunft machen. Viele Franchisenehmer unterstützen ihre neuen Partner auch bei der Ausarbeitung eines aussagekräftigen Businessplanes. Dieses grundlegende Strategiepapier dient als Grundlage (bei Banken sogar als Voraussetzung) für sämtliche Finanzierungsverhandlungen. Hier helfen die Erfahrung und das Know-How des Franchisegebers bereits im Vorfeld. Durch die Erfahrungswerte etablierter Geschäftseinheiten des Franchisesystems können hinsichtlich des zu erwartenden Umsatzes bzw. der Rentabilität der Unternehmung wesentlich genauere Voraussagen getroffen werden, als bei einer konventionellen Neugründung, bei der vieles auf Schätzungen beruht. Empfehlenswert ist es darüber hinaus, Verhandlungen mit mehreren potenziellen Geldgebern parallel zu führen. So bekommen Sie einen Überblick über die zu erwartenden Kosten und können sich die vorteilhaftesten Angebote aussuchen. Grundsätzlich sollte eine Geschäftsgründung immer auf Grundlage mehrerer Geldquellen finanziert werden. Je größer die Anzahl der Ihnen zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel, desto leichter wird Ihnen der Start als Unternehmer fallen. Zudem können Sie mit einer vernünftig ausgestalteten Kapitaldecke auch die immer etwas schwierige Anfangszeit leichter überbrücken als bei einer zu knapp berechneten.

Die folgende Abbildung veranschaulicht im 3-Säulen-Modell eine tragfähige Finanzplanung:

1) (Teil)Finanzierung über Eigenkapital

Die erste Säule der obigen Abbildung, das Eigenkapital, stellt mit den wichtigsten Stützpfeiler einer Unternehmensfinanzierung dar. Je mehr Kapital man aus „eigener Tasche“ aufbringen kann, desto weniger muss man sich zu Anfang seiner Selbstständigkeit verschulden. Da jedoch nur sehr wenige Menschen dazu in der Lage sind, hohe Geldsummen vom eigenen Konto zu investieren, kann sich bei der Suche nach dem richtigen Franchisekonzept ein genauer Preisvergleich genauso auszahlen wie die gezielte Suche nach einem Franchisekonzept mit einer überschaubaren Anfangsinvestition. Die eigentliche Berechnung des verfügbaren Eigenkapitals ist relativ unkompliziert und läuft grundsätzlich nach dem folgenden Schema ab:
Ermittlung des Eigenkapitals:
1. Schritt: Ermittlung des Geldvermögens als Summe der verfügbaren Guthaben auf verschiedenen Konten 2.Schritt: Berechnung der vorhandenen Schulden als Summe der ausstehenden Zahlungsbeträge für verschiedene finanzielle Belastungen (z. B. Hypotheken, Bauspardarlehen, Kontoüberziehungen etc.) 3.Schritt: Berechnung des zur Verfügung stehenden Eigenkapitals:

Gesamtes Geldvermögen

- vorhandene Schulden

________________________

Nettovermögen

- 10% Kapitalreserve

________________________
 

Verfügbares Eigenkapital

2) Finanzielle Unterstützung durch Geschäfts- oder Franchisepartner

Viele Franchisegeber bieten Ihren Partnern auch an, sie bei der Finanzierung des jeweiligen Geschäftskonzeptes zu unterstützen. Diese Unterstützung kann entweder direkt über den jeweiligen Franchisegeber abgewickelt werden, oder über eine sogenannte „Drittpartei“, meistens eine Bank oder ein Kreditinstitut, mit dem der Franchisegeber direkt zusammenarbeitet. In den Vorgesprächen können Sie vom Franchisegeber genauere Informationen hinsichtlich der Finanzierungskonditionen erfragen.

3) Externe Finanzierungsunterstützung durch Banken oder staatliche Förderprogramme

Angetrieben durch die beeindruckenden Wachstumszahlen, die in der Franchise-Industrie Jahr für Jahr erwirtschaftet werden, ist in den letzten Jahren auch auf dem Finanzierungsmarkt einiges in Bewegung gekommen. Die folgende kurze Aufstellung nennt einige Beispiele von Förderprogrammen und Finanzierungshilfen, die potenziellen Existenzgründern heute zur Verfügung stehen, inklusive einiger wichtiger Eckdaten. Es ist jedoch darauf zu achten, dass bei der Beantragung staatlicher Fördermittel i. d. R. eine Eigenkapitalquote von mindestens 15% vorausgesetzt wird.
a)    Der Unternehmerkredit der KfW Mittelstandsbank
Darlehenshöchstbetrag in Euro: 10 Mio. Maximale Laufzeit: 10 Jahre (davon max. 2 Jahre tilgungsfrei) Zinskonditionen: ab 2,88% Effektivzins pro Jahr
b)    Das START-Geld der KfW Mittelstandsbank
Darlehenshöchstbetrag in Euro: 100.000 Euro Maximale Laufzeit: 10 Jahre (davon max. 2 Jahre tilgungsfrei) Zinskonditionen: ab 5,69% Effektivzins pro Jahr, 100%-Finanzierung möglich
c)    Der Darlehensfonds für Existenzgründer und KMU des Landesförderinstituts Mecklenburg-Vorpommern
Darlehenshöchstbetrag in Euro: 100.000 € Laufzeit für Investitionsdarlehen: 10 Jahre (davon max. 2 Jahre tilgungsfrei) Laufzeit für Betriebsmitteldarlehen: 8 Jahre Zinskonditionen: EU-Referenzsatz plus Ausfallszuschlag
d) Die Franchise-Finanzierung der Deutschen Bank
Bei diesem Finanzierungskonzept handelt es sich um eine speziell für Franchisefirmen ausgearbeitete Unternehmensfinanzierung, die individuell an die jeweiligen Bedürfnisse des Kreditnehmers angepasst wird und sich aus verschiedenen Finanzierungswerkzeugen zusammensetzt (Eigenkapital, Deutsche Bank Investitionsdarlehen, Deutsche Bank Leasing, Deutsche Bank Businesskreditlinie). Die einzelnen Rückzahlungskonditionen sind (je nach Zusammensetzung des individuellen Kreditpaketes) unterschiedlich. Wir hoffen, dass der obige Artikel eine gewisse Hilfestellung auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Franchise-Gründer darstellt. Bitte beachten Sie, dass es sich hier lediglich um einen groben „Wegweiser“ handelt und er keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Abhängig von der individuellen Existenzgründung werden sowohl der individuelle Finanzbedarf, als auch die passenden Finanzierungsinstrumente unterschiedlich sein. Falls Sie sich näher mit dem Vertriebskonzept „Franchise“ beschäftigen möchten, besuchen Sie bitte auch das Infocenter von Franchise Direkt. Dort finden Sie eine Vielzahl von weiteren Informationen rund um die Themen Franchising und Existenzgründung, unter anderem auch eine umfangreiche Aufstellung von Kredit-und Förderprogrammen inkl. der zugehörigen Kontaktdaten.
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