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Welches sollte die wichtigste(n) Eigenschaft(en) für zukünftige Franchise-Nehmer sein? (Mehrfachnennung möglich)

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Gastbeitrag

15.06.2010

Pizza-Franchises: Erfolg auf nationaler und internationaler Ebene

Vom innovativen Pizza-Lieferdienst-Franchise von Pizza Hut in Großbritannien bis hin zu den Expansionsplänen der Franchise-Kette Domino’s Pizza in Berlin, das Geschäft mit Pizza wächst international weiter. Zusätzlich zu Domino’s und Pizza Hut können auch die beiden amerikanischen Marken Papa John’s and Papa Murphy’s Take’N’Bake Pizza internationale Erfolge verbuchen.

Und obwohl größere Pizza-Franchises aufgrund Ihres höheren Bekanntheitsgrades zumeist erfolgreicher sind, haben auch kleinere Firmen mit einem innovativen Konzept und einer ausgereiften Unternehmensstrategie gute Aussichten auf internationalen Erfolg.

istock_000008661614xsmallBesonders in Großbritannien geht es momentan für neue Pizza-Franchises „heiß her“. Einerseits ist das Geschäftskonzept der Pizza-Franchises dort bereits sehr bekannt und macht stabile Umsätze. Andererseits lässt sich gerade auf der englischen Webseite www.franchisedirect.co.uk eine stetige Lead-Generierung bei den Food-Franchises feststellen – ganz besonders bei den Pizza Franchises. Maßgeblich beeinflusst wird diese Entwicklung auch durch eine gewisse Veränderung der Konsumgewohnheiten in Großbritannien.

Immer mehr Verbraucher bevorzugen anstatt des klassischen Restaurantbesuches eine Pizza vom Abhol- oder Lieferservice.

Hinzu kommt noch, dass neue Bestellmöglichkeiten (Internet, SMS etc.) diesem Wirtschaftssegment zusätzlich neue Umsätze beschert haben.
Domino’s Pizza, auf der Liste der Top100 Global Franchises auf Platz 45 zu finden, hat den Trend zum Lieferservice zu seinem Vorteil ausgenutzt. Mit Hilfe einer exzellent geplanten und durchgeführten Marketingkampagne ist es Domino’s Pizza gelungen, zur „daheimgebliebenen“ Käuferschicht durchzudringen. Teil der erfolgreichen Marketingkampagne waren unter anderem TV-Werbeeinblendungen im samstäglichen TV-Spätprogramm. Mittlerweile ist Domino’s Pizza Sponsor von zwei sehr erfolgreichen englischen Fernsehshows: Britain’s Got Talent und The X-Factor (den englischen Gegenstücken zu TV-Formaten wie „DSDS“ und „Das Supertalent“).

istock_000009326962xsmallIm letzten Vierteljahr des Jahres 2009 stiegen die Umsätze bei dem britischen Domino’s Pizza-Franchise aufgrund der gestiegenen Marktpräsenz um satte 15,6% auf 112,4 Mio. Und dieser Erfolg scheint sich 2010 weiter fortzusetzen: Bereits in den ersten 6 Wochen des neuen Jahres kam es in einzelnen Bereichen zu Umsatzsteigerungen in Höhe von 11%.

Resultierend aus diesen sehr guten Unternehmensergebnissen hat  Domino’s Pizza nun beschlossen, seine Expansionspläne in England weiter voranzutreiben. Die kreativen Köpfe von Pizza Hut, auf der Top100 Global Franchises-Liste auf Platz 7 zu finden, haben ebenfalls das Potenzial „Pizza-Lieferservice“ erkannt und haben nun in Großbritannien ein neues Pizza-Lieferservice-Konzept aufgelegt, das unter dem Namen „Pizza Hut Delivery“ bekannt ist.

Auch in Deutschland ist momentan ein Anstieg im Interesse an Pizza-Franchises zu bemerken. Jedoch bietet von den 4 großen Franchise-Konzepten in diesem Marktsegment lediglich Pizza Hut Franchise-Lizenzen in Deutschland an. Dominos Pizza plant mittlerweile die Eröffnung eines neuen Franchise-Standortes in Berlin (eventuell gefolgt von einer deutschlandweiten Expansion ab Mai diesen Jahres).

In Spanien erwirtschafteten Pizza-Franchises im Jahr 2009 einen Gesamtumsatz in Höhe von 570 Millionen € - daraus geht, verglichen mit den Umsatzzahlen anderer Branchen, hervor, dass die Verbraucher in Spanien grundsätzlich ein geringeres Interesse an Pizza-Franchises haben. Betrachtet man die Zahlen des Lebensmittelsektors, so sind die Umsätze bei den Pizza-Dienstleistern  im Jahresvergleich um 4% zurückgegangen, während die Umsätze des restlichen Lebensmittelsektors um durchschnittlich 2 – 4% angestiegen sind. Domino’s Pizza jedoch möchte sich diesem Trend entgegenstellen und beabsichtigt, sein Franchisekonzept auch in Spanien auf den Markt zu bringen.

top100-badge-2Bei der Zusammenstellung seines Top100 Global Franchise Rankings haben die Mitarbeiter von McGarry Internet Ltd. herausgefunden, dass die erfolgreichen „Global Player“ der Franchisebranche eine Reihe von Merkmalen miteinander teilen, die sehr wahrscheinlich für den Erfolg der jeweiligen Handelsmarken mitverantwortlich sind: einen starken und international anerkannten Markennamen, ein gut ausgearbeitetes Geschäftskonzept, weitreichende Trainingsmaßnahmen und kontinuierliche Unterstützung für seine Franchisenehmer.

Der erste Schritt zur erfolgreichen Expansion eines Franchiseunternehmens ist immer die Suche nach einem geeigneten Master-Franchise-Nehmer im jeweiligen Land. Der Master-Franchisenehmer verwaltet den Ausbau eines Franchisesystems in einem abgegrenzten Gebiet, zumeist in einem bestimmten Land. Er trägt alleinige Verantwortung für die Verhandlung und Weitergabe von Franchiselizenzen in seinem Gebiet. Folgende Voraussetzungen sollte ein Masterfranchise-Nehmer bei der Übernahme einer Masterlizenz mitbringen:

  • Gute Kenntnisse über Wirtschaft und Marktlage im jeweiligen Land
  • Im Idealfall vorherige Erfahrungen im jeweiligen Industriezweig
  • Ein stabiles Finanzierungskonzept und / oder ausreichend finanzielle Rücklagen für den Aufbau des neuen Unternehmens
  • Hohe Motivation und gute Führungsqualitäten

blue-world-orange-arrowsEin weiterer wichtiger Punkt, der bei der Expansion ins Ausland nicht außer Acht gelassen werden darf, ist die Rechtslage im Bezug auf den vom jeweiligen Unternehmen geführten Markennamen. Der Franchise-Geber muss sicherstellen, dass der jeweilige Markenname sowohl im In-, als auch im Ausland geführt werden darf. Unter Umständen kann es nämlich sein, dass der Markenname auf lokaler Ebene bereits von einer anderen Firma geführt wird.

Im Sinne des späteren Unternehmenserfolges ist es von zentraler Bedeutung, sich (falls nicht schon geschehen) so früh wie möglich um den Schutz des Markennamens auf internationaler Ebene zu kümmern bzw. sich rechtzeitig Alternativen zu überlegen.

Die Ausarbeitung eines aussagekräftigen Franchisehandbuches ist eine weitere wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Expansion ins Ausland. Hierin werden detailliert alle Unternehmensabläufe aufgelistet und erklärt. Das Firmenhandbuch ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Vervielfältigung des Franchise-Systems durch zukünftige Franchise-Nehmer. Das Firmenhandbuch kann sowohl in gebundener als auch elektronischer Form an die Franchisenehmer ausgegeben werden. Auch wenn es nicht auf die äußere Form ankommt – ein professionelles Firmenhandbuch kann für das jeweilige Franchise-Konzept eine sehr große Herausforderung sein. Für die Erstellung werden deshalb nicht selten erfahrene Berater angeheuert, die sich auf die Erstellung dieser Form der Dokumentation spezialisiert haben.

Die (erfolgreiche) Auflegung eines Franchise-Konzeptes kann für den Franchise-Geber ein sehr kostspieliges Unterfangen sein. Daher ist eine gewisse Mindestanzahl an Franchise-Nehmern nötig, durch deren laufende Gebühren der Franchise-Geber den für die Franchise-Nehmer notwendigen Verwaltungsapparat  unterhalten kann.

Franchise-Ausstellungen und Messeauftritte sind in Europa eine sehr gute Möglichkeit, sich auf dem jeweiligen Markt „ins Gespräch zu bringen“. Sie stellen beispielsweise eine sehr gute Plattform für die Kontaktaufnahme zwischen Franchise-Gebern und international operierenden Franchise-Nehmern dar. Im Hinblick auf die internen Verwaltungsstrukturen des jeweiligen Unternehmens ist es sicher sinnvoll, eine zusätzliche erfahrene Führungskraft mit einzubinden, der sich allein um den Firmenanteil kümmert, der über das Modell des Franchisings vertrieben wird.

istock_000009321256xsmallZusätzlich sollte sich das Management des Franchisegebers rechtzeitig um ausreichend Fremdkapital kümmern. Risiko-Kapital-Anleger investieren generell gerne in Franchise-Unternehmen. Das liegt vor allem an den ausgezeichneten Wachstumschancen und der hohen Kapitalrendite, die bei einer erfolgreichen Expansion durch Franchising zu erwarten sind. Das somit neu gewonnene Kapital kann beispielsweise zur Verstärkung  des internen Management-Teams eingesetzt werden.

Es ist aber auch möglich, sich „Expertenwissen“ von außerhalb einzukaufen, so beispielsweise einen erfahrenen Franchise-Berater, der den Franchisegeber bei der Ausarbeitung von wichtigen Dokumenten und Verträgen unterstützt (Hilfestellung ist hier denkbar bei der Ausarbeitung des Firmenhandbuches, in Rechtsfragen, bei der Registrierung des Firmennamens und beim Schutz geistigen Eigentums).

Abschließend noch ein sehr wichtiger Punkt, den kein Franchisegeber außer Acht lassen darf:  eine detaillierte und aussagekräftige Recherche im entsprechenden Zielland. Hierbei sind für den Franchisegeber kulturelle Eigenheiten eines Landes genauso wichtig wie der richtige Partner und eine den Landessitten angepasste Speisekarte.

Obwohl eine globale Expansion ein sehr komplexer Prozess ist, kann sie durch die entsprechende Vorbereitung und Recherche durchaus sehr Erfolg versprechend sein. Sollten im Rahmen einer Firmenerweiterung ins Ausland Probleme auftreten, ist es jedem Franchise-Geber anzuraten, sich mit einem erfahrenen Franchise-Berater in Verbindung zu setzen, der einen notfalls wieder auf den „richtigen Weg“ zurückbringen kann.

Anmerkung der Redaktion:

Bei dem hier veröffentlichten Artikel handelt es sich um eine Übersetzung eines von Sean McGarry, dem Inhaber der McGarry Internet Ltd., verfassten Artikel mit dem Originaltitel  “International Success:  The ABC’s of Growing your Pizza Brand Abroad”


Dieter Kalmann

09.06.2010

Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer (Teil 3)

„Nicht alles Gold, was glänzt“

Gründungswillige haben bei der großen Vielfalt an verschiedenen Franchise-Systemen in Deutschland (die Zahl ist innerhalb von 10 Jahren von 560 auf 870 Franchise-Systeme angestiegen) wahrlich die „Qual der Wahl“. Aber halten alle diese Systeme auch wirklich das, was der Name „Franchise“ verspricht? Hier gehen Annahme und Wirklichkeit oft weit auseinander.

Obwohl es unzählige sehr gute Franchise-Konzepte gibt, mit denen schon so mancher „Durchstarter“ sein berufliches Glück machen konnte, können sich unter dem Deckmantel des Franchisings auch manchmal unausgereifte Geschäftskonzepte verbergen, deren langfristiger Erfolg fragwürdig ist. Leider ist auch die Franchise-Branche nicht immun gegen „schwarze Schafe“. Der deutsche Franchise-Nehmer-Verband hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, potenzielle Franchisenehmer umfassend über gängige Geschäftspraktiken in der Franchisebranche zu informieren und gegebenenfalls auch vor „Abzockern“ zu warnen.

Um zukünftige Franchisenehmer vor einer kostenspieligen und möglicherweise enttäuschenden Erfahrung zu schützen, werden Franchise-Systeme hier genau unter die Lupe genommen und auf „Tauglichkeit“ überprüft. Zudem verleiht der Deutsche Franchise-Nehmer-Verband (DFNV) seit 2005 auch das Prüfsiegel „Geprüftes System“. Für die Erlangung dieses Prüfsiegels müssen wichtige Kriterien für ein faires Franchise-System erfüllt werden (z. B. juristisch einwandfreie Vertragsdokumente, ein aussagekräftiges Franchise-Handbuch sowie eine positive Beurteilung in den Bereichen Produkte & Leistungen, Systemkonzept, Strategie & Management und hohe Franchise-Nehmer-Zufriedenheit).

Doch auch als potenzieller Franchise-Nehmer selbst kann man viel tun, um sich vor unseriösen Franchise-Gebern zum schützen.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Liste an Kriterien, die Rückschlüsse auf die Qualität eines Franchise-Systems zulassen:

  • Die Anzahl der bereits bestehenden Franchise-Nehmer
  • thumbs-up-11Das Anforderungsprofil des Franchise-Gebers lässt darauf schließen,
    dass er an Ihrem langfristigen Erfolg interessiert ist
    (z. B. durch die Forderung von fachlicher oder kaufmännischer Erfahrung
    oder durch das Angebot umfassender Schulungen für „Branchenfremde“)
  • Das Angebot von Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten seitens des Franchise-Gebers
  • Der bisherige Markterfolg des Unternehmens (Bekanntheitsgrad, Wachstum seit Unternehmensgründung, Zukunftsperspektiven etc.)
  • Ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis der anfallenden Gebühren bezogen auf die dafür vom Franchise-Geber angebotenen Leistungen (Marketing,
    Vergünstigungen im Einkauf, fortlaufende Beratung und Unterstützung)
  • Eine klare und übersichtliche Strukturierung des Franchise-Handbuches
  • Die Möglichkeit, vor Vertragsunterzeichnung andere Franchise-Nehmer kennenzulernen
  • Sie erhalten vom Franchise-Geber eine Gebietsschutzgarantie (direkte Konkurrenz innerhalb einer bestimmten Region wird bewusst vermieden)

Die vorangegangene Liste soll Ihnen lediglich als Hilfestellung dienen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nachfolgend möchte ich in diesem Zusammenhang noch eine kurze Aufstellung von „Warnsignalen“ anführen, die möglicherweise für ein weniger seriöses Franchise-System sprechen. Demzufolge ist hier bei eventuellem Interesse höchste Vorsicht geboten:

  • untitled-1Die “Garantie” eines „riesigen Umsatzes“ bei „minimalem Einsatz“ – solch leere Versprechungen dienen häufig als Köder.
  • Der Franchisegeber drängt auf schnelle Vertragsunterzeichnung und räumt nur widerwillig Bedenkzeit ein – „schnelles Geld“ könnte das Hauptmotiv ihres Franchisegebers sein. Daher bitte Vorsicht walten lassen.
  • Das Geschäftsmodell, das Ihnen angeboten wird weist keine deutlich erkennbaren Alleinstellungsmerkmale auf und ist offensichtlich nur schwer standardisierbar
  • Fehlerhafte Anzeigentexte und Chiffrenummern – ein seriöser Anbieter braucht sich nicht zu verstecken unf wird sich i.d.R. auch Zeit für die Ausarbeitung eines fehlerfreien Anzeigentextes nehmen
  • Teilweise werden Strukturvertriebsunternehmen unter dem Deckmantel des Franchisings angeboten. Seien Sie daher vorsichtig bei Ausdrücken wie „Vertriebsleiter“ und „Regionaldirektor“.

Auch die Zusammenstellung dieser Liste dient lediglich zu Informationszwecken.
Nutzen Sie die hier enthaltenen Ansatzpunkte als „Rüstzeug“ für ihre Suche nach dem für Sie passenden Franchise-System und lassen Sie sich nicht von fragwürdigen Systemen blenden. Ein langsames und wohl durchdachtes Vorgehen kann sie unter Umständen vor großen finanziellen Verlusten bewahren.

Dies ist der letzte Artikel aus unserer Reihe zum Thema „Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer“. Sollten Sie die ersten beiden Teile „Vor- und Nachteile einer beruflichen Selbstständigkeit“ und „Die Vorteile des Franchisings“ verpasst haben, benutzen Sie einfach die bereitgestellten Links um zu den jeweiligen Artikeln zu gelangen.


Dieter Kalmann

26.05.2010

Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer (Teil 2)

Die Vorteile des Franchisings

Im vorangegangenen Artikel haben wir ausführlich über die Vor- und Nachteile einer beruflichen Selbstständigkeit informiert. Wahrscheinlich wird sich jeder irgendwann in seinem Berufsleben die Frage stellen, ob es nicht besser wäre, als Selbstständiger „in die eigene Tasche“ zu wirtschaften, als sein Leben lang als Angestellter für jemand anderen zu arbeiten.

istock_000009110941xsmallDie Beweggründe, die zu diesen Überlegungen führen, können hierbei ganz unterschiedlich sein. Perspektivlosigkeit, (vorübergehende) Frustration im Job oder einfach der Wunsch nach Veränderung – die Palette der möglichen Ursachen ist weit gefächert.
Leider ist diese Entscheidung nicht einfach zu fällen.

Der Gang in die Selbstständigkeit ist für viele gleichzusetzen mit „einem Sprung ins kalte Wasser“.

Macht man sich jedoch als Franchisepartner eines etablierten Unternehmens selbstständig, kann dieser Sprung in vielerlei Hinsicht abgemildert werden.
Mit der Übernahme eines Franchise-Konzeptes sind für den Franchise-Nehmer einige Vorteile verbunden, die bei einer „Einzelkämpfer-Selbstständigkeit“ nicht gegeben wären.

Die vom Franchisegeber angebotenen Unterstützungsmaßnahmen werden oft in Form eines „Starterpakets“ zusammengefasst.
Fester Bestandteil dieses Starterpakets sollten sein:

  • ein vom Franchisegeber ausgearbeitetes Existenzgründerkonzept (oft auch als „Franchise-Handbuch“ bezeichnet)
  • Professionelle Schulungsmaßnahmen zur guten Einarbeitung in das Franchise-Konzept

Weitere  Leistungen, die von vielen Franchise-Gebern angeboten werden sind beispielsweise:

  • eine professionelle Analyse des geplanten Geschäftsstandortes
  • Unterstützung bei Geschäftsausstattung und Personalplanung
  • eventuell Hilfestellung bei Verhandlungen mit den Banken

Statistisch gesehen scheitern 70% aller Geschäftsneugründungen innerhalb der ersten fünf Jahre. Das kann einerseits an der Geschäftsidee selbst liegen (kein tragfähiges Konzept, fehlerhafte Zielgruppen- und Standortanalysen in der Anfangsphase etc.). andererseits aber auch an einer unprofessionellen Unternehmensplanung liegen. Mancher Jungunternehmer macht beispielsweise den Fehler, das Unternehmen selbst in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten zu stellen statt sich an den Wünschen seiner Kunden zu orientieren. Dabei ist es für eine erfolgreiche Zukunft eines Unternehmens heutzutage geradezu unumgänglich, seinen Fokus vornehmlich auf den Kunden zu legen statt auf das Produkt. Durch den hohen Konkurrenzdruck der heutigen Wirtschaftslandschaft werden Kunden heutzutage von allen Seiten „umworben“. Wer hier den Anschluss verpasst, wird unter Umständen seine Kunden schneller wieder verlieren, als er sie gewonnen hat.

2008-05-18_edos_0035_bg5Genau hier zeigt sich ein sehr großer Vorteil des Franchisings:  Der Franchisegeber hat den Gründungsprozess in der Regel bereits mehrfach begleitet. Sein Wissen und seine Erfahrung können den Neugründer deshalb auch vor groben „Anfängerfehlern“ schützen.

Mit gezielten Marketingmaßnahmen wird die Unternehmenszentrale zudem auch dafür sorgen, dass das neue Partnerunternehmen möglichst schnell bei der angestrebten Zielgruppe bekannt gemacht wird. Hierdurch werden dem Geschäftsneugründer vorab gleich zwei große „Stolpersteine“ aus dem Weg geräumt.

Das bedeutet auch, das dem neuen Geschäftsinhaber von Anfang an mehr Zeit bleibt, sich mehr auf die fachlichen Aspekte seiner neuen Arbeit zu konzentrieren anstatt seine Energie auf „unternehmerischen Nebenschauplätzen“ verwenden zu müssen.

Die gute Unterstützung, die den Neugründern von Seiten der Unternehmenszentralen zu Teil wird, kann auch ein Grund dafür sein, warum die Zahl derer, die mit einem Franchise-Konzept scheitern, nur ungefähr halb so hoch ist wie die Zahl derer, die es „im Alleingang“ schaffen wollen.
Grundsätzlich bietet Franchising allen Gründungswilligen die Möglichkeit der Selbstständigkeit mit „Sicherheitsnetz“. Allerdings gibt es auch in dieser Branche „schwarze Schafe“, deren Konzept nicht das hält, was sie (meist äußerst wortreich), potenziellen Existenzgründern versprechen.
Im letzten Teil dieser Artikelserie möchten wir sie daher gezielt darüber informieren, wie sie unseriöse Anbieter erkennen können bzw. wie sich sich vor Enttäuschungen schützen können.
Sie möchten noch weitere Informationen zum Thema „Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer“? Dann benutzen Sie einfach den bereitgestellten Link und lesen den kompletten ersten Teil der Artikelserie nach.


Dieter Kalmann

19.05.2010

Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer (Teil 1)

Die Vor- und Nachteile einer beruflichen Selbstständigkeit

Vergleicht man die deutsche Wirtschaftslandschaft mit anderen Wirtschaftsräumen in Europa (bzw. weltweit), dann drängt sich einem manchmal der Gedanke auf, dass das Streben nach Sicherheit in den Köpfen der Deutschen nach wie vor Priorität zu haben scheint.

Wie sonst ist es zu erklären, dass die Selbstständigenquote in Deutschland im Durchschnitt bei etwas unter 11% liegt? Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit im unteren Drittel.

Gerade in der jetzigen Krise werden immer mehr Rufe laut, die einen vehementen Wandel weg von der Arbeitnehmer-Mentalität hin zur Unternehmer-Mentalität fordern.

istock_000009695104xsmallImmer wieder hört und liest man in diesem Zusammenhang von der Notwendigkeit einer neuen „Gründerkultur“.
Doch kann aus jedem (ehemaligen) Arbeitnehmer ein (zukünftig) erfolgreicher Unternehmer werden? Vieles hängt hierbei von der persönlichen Qualifikation, aber auch von individuellen Denkmustern ab.

Generationen von Heranwachsenden werden in Deutschland von verschiedenen Seiten (Eltern, Schule usw.) mit Sätzen wie: „Bewirb’ Dich bei einem großen Unternehmen. Ein sicherer Arbeitsplatz ist sehr viel wert.“ Oder „Am Besten, Du bewirbst Dich beim Staat – da bist Du gut aufgehoben“. buchstäblich bombardiert.  Eine Tätigkeit auf selbstständiger Basis wird von vielen immer noch als wenig erstrebenswert und unsicher angesehen. Auf diese Weise werden in den jungen Köpfen Denkstrukturen verfestigt, die später einen eventuellen Gang in die Selbstständigkeit sehr erschweren.
Zugleich schrumpft mit jedem neuen Arbeitnehmer auch die Möglichkeit, durch die Gründung eines neuen Unternehmens mehr als nur einen neuen Arbeitsplatz schaffen zu können.

Betrachtet man die aktuelle Wirtschaftslage weltweit, so muss man erkennen, dass Arbeitsplätze zeitweise alles andere als „sicher“ sind. Vielleicht ist, angesichts der Radikalschrumpfkuren und Massenpleiten ehemals grundsolider Unternehmen, genau jetzt die Zeit zum Umdenken gekommen.

minus-whiteZwar ist der Schritt in die Selbstständigkeit mit einigen Risiken verbunden:

  • Verzicht auf ein monatliches, festes Einkommen
  • keine staatliche Absicherung
  • hohe finanzielle Belastung durch notwendige Investitionen
  • Risiko der mangelnden Disziplin durch den Wegfall des geregelten Arbeitsumfeldes

Auf der anderen Seite stehen allerdings auch manche Vorteile:

  • Jplus-white1e nach Art der Unternehmung kann der individuelle Tagesablauf flexibel gestaltet werden
  • Die selbstständige Tätigkeit „schützt“ in gewisser Weise vor einem plötzlichen Wegfall des Arbeitsplatzes und aufreibender Arbeitslosigkeit
  • Aus einem fremdbestimmten Arbeitsalltag wird ein tendenziell selbstbestimmter
  • Höhere Verdienstchancen da Abkehr vom „gedeckelten“ Arbeitnehmergehalt

Die Entscheidung, ob nach reiflicher Überlegung eine berufliche Selbstständigkeit angestrebt wird oder nicht, liegt bei jedem Einzelnen. Jeder Mensch hat seine individuellen Präferenzen und Sicherheitsbedürfnisse. Demzufolge muss auch die Entscheidung für oder gegen eine berufliche Selbstständigkeit individuell (eventuell mit Famillie und Freunden zusammen) entschieden werden bevor man “den Sprung ins kalte Wasser” wagt.

Der vorliegende Artikel hat lediglich informativen Charakter und soll die Vor-, aber auch die Nachteile einer beruflichen Selbstständigkeit aufzeigen.
Lesen Sie im nächsten Artikel aus der Reihe „Vom Arbeit-Nehmer zum Unter-Nehmer“ warum bei einer Firmengründung als Franchisenehmer viele der oben genannten Nachteile weniger stark zum Tragen kommen als bei einer Firmengründung mit der eigenen Geschäftsidee.


Kathrin Kaltbeck

11.03.2010

Alles im “Grünen Bereich”

Da die Folgen exzessiver Umweltverschmutzung immer dramatischer und offensichtlicher werden, bemühen sich nun schon seit einiger Zeit viele Industriezweige, dieser gefährlichen Entwicklung entgegenzuwirken.
Selbstverständlich macht dieser Trend auch vor der Franchise-Industrie nicht Halt, und mittlerweile zeigt sich auch, dass Investitionen dieser Art nicht nur gut für die Umwelt sind, sondern auch fürs Geschäft. Ein Grund hierfür ist im allgemein angestiegenen Umweltbewusstsein innerhalb der Bevölkerung zu suchen.

Landschaft SüdfrankreichDie Wichtigkeit, die Umwelt zu schützen, hat der Kosmetik-Franchise-Riese Yves Rocher bereits vor über 50 Jahren erkannt und konsequent mit seiner Unternehmenspolitik unterstützt. Die Gründung einer eigenen Umweltschutzstiftung, der „Fondation Yves Rocher“, war vor diesem Hintergrund eine logische Schlussfolgerung.

Neben anderen Projekten engagiert sich die „Fondation Yves Rocher“ seit 2007 aktiv bei der von den vereinten Nationen ins Leben gerufenen Aktion „Plant for the planet“. Mit dem Kauf bestimmter Yves Rocher-Produkte können Kunden diese Aktion unterstützen, da pro eingegangener Bestellung ein neuer Baum gepflanzt wird.

solaranlage-wattwerk-energieFirmen wie at-home Baubiologie und Wattwerk Energiekonzepte gehen sogar soweit, ihre kompletten Franchisekonzepte nach der Grundidee umweltfreundlicher Technologien auszurichten. Das Franchisekonzept der at-home Baubiologie beruht auf der Schaffung eines angenehmen und wohltuenden Wohnklimas für Kunden. Modernste Technologien werden eingesetzt, um dies zu erreichen.

Die Firma Wattwerk Energiekonzepte beispielsweise plant und realisiert für seine Kunden individuell abgestimmte, qualitativ hochwertige Photovoltaik-Anlagen zu erschwinglichen Preisen. Die hierbei verwendeten Materialien entsprechen den höchsten Qualitätsstandards.

Auch Franchise-Systeme aus dem Bekleidungssektor können mit guten Umweltschutzideen aufwarten. Das Schuh-Franchise-Konzept Reno zum Beispiel bietet seit Mitte 2009 in allen seinen 500 Standorten ein „Schuhrecycling“ an. Gebrauchte Schuhe können in allen Reno-Filialen zur Weiterverwertung abgegeben werden. Für Reno-Kunden ist dies eine sehr gute Möglichkeit, seine alten und abgetragenen Schuhe zu entsorgen. Statt auf einer Mülldeponie zu landen, werden die Schuhe auf diese Weise fachgerecht entsorgt und zum Teil sogar weiterverwertet.

Ice cream conesAber auch Franchise-Unternehmen aus dem Fast-Food-Sektor haben die Zeichen der Zeit erkannt: Sie versuchen verstärkt, durch umweltschonendes Verhalten bei Kunden zu punkten. Von wiederverwertbaren Verpackungsmaterialien bis zum essbaren Eisbecher – fast alles ist möglich.

Die Pizza-Franchise-Kette Pizza Hut zum Beispiel verwendet seit kurzem in allen ihren Filialen hocheffiziente neue Kühl- und Gefrierautomaten. Auch bei den Pizza-Öfen fand vor kurzem bei Pizza-Hut eine Umstellung statt: Die jetzt installierten Geräte verfügen über ein neues Energiespar-System, das den Gasverbrauch jedes einzelnen Ofens um bis zu 15% reduziert.

Die Installation eines solchen Gerätes hat, aus Sicht der Firma, zwei Vorteile:

  1. Durch den reduzierten Gasverbrauch lassen sich die Fixkosten einer Niederlassung positiv beeinflussen.
  2. Der Umstieg auf umweltfreundlichere Kühl- und Gefrierkombinationen reduziert den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich. Somit wird die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Schädigung des Ozonlochs merklich verringert.

Auch wenn die Urheber der hier vorgestellten Umweltschutzaktivitäten bisher  überwiegend in großen Franchise-Unternehmen zu suchen sind, so bleibt doch zu hoffen, dass sich auch kleinere Franchise-Firmen an solchen Beispielen orientieren. Unserer angeschlagenen „Mutter Natur“ wäre eine Ausweitung weiterer solcher umweltschonender Maßnahmen nur zu wünschen.


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