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Welches sollte die wichtigste(n) Eigenschaft(en) für zukünftige Franchise-Nehmer sein? (Mehrfachnennung möglich)

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Kathrin Kaltbeck

23.09.2010

Fehler in der Planung:

Warum auch Franchisepartner scheitern (können)

Das Geschäftsmodell des Franchising wird zwar gemeinhin als „Königsweg der Selbstständigkeit“ bezeichnet, bietet jedoch keineswegs ein Allheilmittel gegen die Risiken einer beruflichen Selbstständigkeit. Im folgenden Artikel soll nun näher beleuchtet werden, wo die Hauptproblemquellen einer Existenzgründung zu suchen sind und wie man sie gegebenenfalls bereits im Vorfeld vermeiden kann.

Die folgende Grafik gibt einen Überblick darüber, welche Hauptgründe am häufigsten zu Problemen beim Start in die Selbstständigkeit führen können. Schlimmstenfalls stehen die ambitionierten Neugründer sogar bereits am Anfang vor dem Ende Ihres Traums von der Selbstständigkeit:

Web

Grafik erstellt mit Daten aus
Individuelle Existenzgründung und Franchisegründung
Raimund Wingral / Existenzgründertag Rendsburg

05.03.2010

Die oben eingefügte Grafik macht auf anschauliche Weise deutlich, welche Rolle bestimmte Schlüsselfaktoren bei Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmensgründung spielen können.
Zwar ist das Risiko, mit einem Franchisesystem zu scheitern, wesentlich geringer als bei einer „Geschäftseröffnung auf eigene Faust“, dennoch sind auch zukünftige Franchisenehmer nicht vor Pannen in der Gründungsphase geschützt.
Man(n) ist schließlich auch als Franchisenehmer nur „Mensch“.  Daher ist die Lektüre der folgenden Erklärungen für alle Gründungswilligen (auch für Franchisenehmer) von sehr großem Interesse.

1)    Mängel bei der Finanzierung (69%):
Es ist relativ einfach zu verstehen, warum Mängel bei der Finanzierung die Hauptursache für das Scheitern von Firmenneugründungen sind. Zum Einen wird der tatsächliche Kapitalbedarf einer Existenzgründung bei der Planung oft unterschätzt und zum anderen werden in den seltensten Fällen Rücklagen gebildet (oft einfach aus Kapitalmangel). Bei unvorhergesehen eintretenden Sonderausgaben (z. B. für ein neues Firmenauto etc.) kann das junge Unternehmen schnell in eine wirtschaftliche Schieflage geraten.

Folgende Kosten sollte man bei der Planung einer Geschäftseröffnung unbedingt im Auge behalten:

  • euro-banknotesBetriebsausgaben (Einrichtung, Bürobedarf, Telefon, Geschäftsreisen, Kfz-Kosten, Personalkosten, Materialkosten etc.)
  • Private Lebenshaltungskosten
  • Krankenversicherung (privat oder staatlich)
  • Rentenversicherung (privat oder staatlich)
  • Arbeitslosenversicherung (freiwillig – schützt Sie im Notfall vor ALG II und Hartz 4)
  • Weitere Kosten (Ratenkredite, Unterhaltszahlungen)

Verschaffen Sie sich unbedingt vorab bereits einen Überblick über die monatliche Kostenbelastung, die bei Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit auf Sie zukommt und lassen Sie diese unbedingt in Ihre Finanzkalkulation einfließen. Das gilt auch für die Beantragung von staatlichen Fördermitteln – Sie müssen davon ausgehen, dass Sie als Selbstständiger nach einer Geschäftseröffnung eine Durststrecke von 6 Monaten bis zu 2 Jahren (abhängig von Ihrer Geschäftsentwicklung) zu überbrücken haben, bis Sie von den Einkünften Ihrer selbstständigen Tätigkeit werden leben können.

2) Informationsdefizite (61%):
Defizite in diesem Bereich können sowohl beim Existenzgründer selbst als auch bei seinen Partnern liegen.
Ein Beispiel für ein Informationsdefizit, dass der Existenzgründer  selbst zu vertreten hat, wäre beispielsweise eine ungenügende Marktrecherche im Vorfeld der Gründung. Wenn bei diesem zentralen Punkt der Unternehmensgründung von falschen Voraussetzungen ausgegangen wird, kann es später zu enormen Problemen kommen:

helpless-150x220_edited-1Beispielsweise schätzen Sie die Größe Ihrer Zielgruppe vor Ort zu hoch ein. Darauffolgend werden Sie bei der Planung Ihrer wahrscheinlichen Umsatzzahlen die Variable „potenzielle Verkäufe“ zu hoch kalkulieren. Weiter gedacht kann diese Situation im schlimmsten Fall dazu führen, dass Sie Schwierigkeiten bei der Rückzahlung eines Kredites haben werden, da Ihnen die Bank (auf Basis des zu positiv kalkulierten Unternehmensumsatzes) eine zu hohe Kreditsumme bewilligt hat – an dieser Stelle liegt das Informationsdefizit plötzlich auch bei der Bank und geht damit fließend in den wichtigsten Grund für das Scheitern von Existenzgründungen über, die Mängel in der Finanzierung.

3) Mangelnde oder falsche Qualifikation (48%):
Immerhin fast die Hälfte aller Unternehmensgründungen scheitern innerhalb von relativ kurzer Zeit an diesem Punkt. Zwar sind ein Großteil der in Deutschland als Gewerbe zu betreibenden Geschäftsideen als sogenannter „freier Beruf“ auszuüben, jedoch gibt es einige Regelungen, die bei der Aufnahme von bestimmten Tätigkeiten beachtet werden müssen (z. B. die Meisterprüfung in einem bestimmten Handwerk oder das Vorliegen von Gesundheitszeugnissen bei der Arbeit mit Lebensmitteln). Bisherige Erfahrungen oder Qualifikationen müssen daher bereits bei der Auswahl (oder Entwicklung) einer Geschäftsidee eine große Rolle spielen.
Es macht beispielsweise wenig Sinn, sich für die Eröffnung eines 1-Mann-Übersetzungsbüros zu entscheiden wenn man nicht die nötigen Fremdsprachenkenntnisse besitzt, um die Aufträge zur vollen Zufriedenheit des Kunden abzuwickeln.
Auch bei der Entscheidung für ein bestimmtes Franchisesystem sollte man sich daher eher von seiner bisherigen Berufserfahrung und seinen Talenten leiten lassen als von dem Gedanken „einmal etwas völlig Neues auszuprobieren“.

4) Unzureichende Planung (30%):
businessplan-150x225Dieser Punkt steht eng mit den weiter oben erwähnten Informationsdefiziten in Verbindung, aber auch damit, dass „im Eifer des Gefechtes“ oftmals wichtige Dinge übersehen werden und dann in Vergessenheit geraten.
Typisch ist hier die Aussage: „Ich dachte, ich hätte schon…“
Abhilfe kann hier ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan schaffen. Mit dessen Hilfe können Sie die Stärken und Schwächen Ihres Konzeptes schwarz auf weiß nachvollziehen und sie strategisch abarbeiten.

Das Risiko, dass etwas Wichtiges damit in Vergessenheit gerät, nimmt dadurch spürbar ab. Da ein detaillierter Businessplan sowohl Voraussetzung für erfolgreiche Bankgespräche als auch Hilfsmittel zur Sammlung von Informationen ist, sollte er zentraler Bestandteil der Planung einer jeden Existenzgründung sein (egal ob als Franchisenehmer oder unabhängiger Unternehmensgründer). Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stellt auf seiner Internetseite zur Unterstützung von Unternehmensgründungen einen Zeitplaner zur Verfügung. Er beinhaltet alle wichtigen Schritte zur erfolgreichen Existenzgründung und kann beliebig angepasst werden.

5) Familiäre Probleme (30%):
Der Rückhalt und die Unterstützung innerhalb der Familie sollte bei jeglichem Gründungsvorhaben bereits im Vorfeld abgeklärt werden. Als Chef eines neugegründeten Unternehmens werden Sie, vor allem in der Anfangsphase, wesentlich mehr arbeiten müssen als in einem Angestelltenverhältnis. Dies muss Ihnen, aber auch Ihrer Familie klar sein. Ein gut ausgeklügeltes Zeitmanagement, mit allen Familienmitgliedern im Vorfeld abgesprochen, kann hier helfen. Wenn Sie Ihren „Arbeitstag“ gut durchplanen, sollte es möglich sein, nach wie vor ausreichend Zeit mit Ihren Lieben zu Hause verbringen zu können – wenn auch vielleicht zu anderen Zeiten als bisher.

6) Überschätzung der Betriebsleistung (21%):
successEin unerwarteter Großauftrag flattert Ihnen ins Haus – das lässt das Herz eines jeden „Neuselbstständigen“ höher schlagen. Allerdings sind damit auch gewisse Risiken verbunden. Unter dem Druck, die neue Firma möglichst schnell in die Gewinnzone zu führen, kann man sehr schnell dazu neigen, seine eigenen und die Kapazitäten seines Unternehmens zu überschätzen.

Problematisch wird dies vor allem dann, wenn eine Vorfinanzierung des Projektes nötig ist. Stellt sich dann in der Produktionsphase heraus, dass der Auftrag „aus Mangel an Kapazitäten“ nicht erfolgreich ausgeführt werden kann, hat man plötzlich zwei Probleme:
Einen unzufriedenen Kunden, der Sie sicher nicht weiterempfehlen wird und einen Bankmanager, der Ihnen auch nicht besonders gut gesinnt sein wird da er um die Rückzahlung des bewilligten Kredites fürchten muss. Auf beides können Sie in jeder Phase Ihrer Selbstständigkeit gut verzichten.
Abhängig von der jeweiligen Branche sind auch Franchisenehmer nicht vor diesem Problem gewappnet. Wenn Sie beispielsweise mit einem Franchisesystem in der Baubranche tätig sind, können aufwendige Vorfinanzierungen auch in diesem Bereich auf Sie zukommen.
Lassen Sie daher bei der Annahme von Aufträgen immer Vorsicht walten und behalten Sie einen kühlen Kopf bei der Kalkulation, auch wenn der neue Großauftrag allzu verlockend ist – er könnte ein wenig zu groß für Sie sein und Sie unnötigerweise in Schwierigkeiten bringen.

7) Äußere Einflüsse (15%):
Dieser Punkt macht zwar den geringsten Teil der gescheiterten Firmengründungen aus, ist aber leider auch am schwersten zu bekämpfen. Unter „äußeren Einflüssen“ fasst man in diesem Zusammenhang alle Faktoren zusammen, die vom Existenzgründer nicht oder nur beschränkt beeinflusst werden können. Dazu zählen unter anderem plötzliche Erkrankungen bei sich selbst oder in der Familie, aber auch ausstehende Zahlungen von Seiten Ihrer Geschäftspartner oder eine vorübergehende Behinderung des Zugangs zu Ihrem Ladenlokal (z. B. durch Baumaßnahmen) etc.  Leider hat man als „Betroffener“ hier nur wenig Möglichkeiten, direkt etwas gegen die  „Behinderung der Geschäftstätigkeit“ zu unternehmen. Versicherungen können zwar in einigen Bereichen (Krankheit etc.) Schutz bieten, jedoch lohnt sich hier aufgrund der zusätzlichen Kosten ein genauer Vergleich sowie eine umsichtige Auswahl.

Falls Sie sich für eine berufliche Selbstständigkeit interessieren, Ihnen selbst jedoch die „zündende Idee“ fehlt, finden Sie auf den Seiten von „Franchise Direkt“ eine große Auswahl an Franchisekonzepten aus verschiedenen Branchen. Gehen Sie einfach mal stöbern…


Kathrin Kaltbeck

15.09.2010

Franchises zum Schulanfang

Trotz unterschiedlicher Ferienzeiten: Am 14.09.2010 hat in allen deutschen Bundesländern wieder die Schule begonnen. Doch nicht nur Erstklässlern eröffnen sich damit völlig neue Perspektiven. Auch für Existenzgründer kann der Beginn des neuen Schuljahres ein Neubeginn sein:

schoolkid-in-uniformDurchschnittlich werden in Deutschland zum Schulbeginn 105€ pro Kind ausgegeben. In diesem Betrag enthalten sind Kosten für Schulranzen, Hefte, Stifte etc. Doch für die Eltern endet das Geldausgeben mit dem Erwerb der „Grundausstattung“ noch lange nicht: Es folgen Zusatzausgaben für Nachhilfe, außerschulische Aktivitäten, öffentliche Transportmittel, Verpflegung etc. Die Möglichkeiten, sich in diesem Geschäftsfeld als Franchisenehmer selbstständig zu machen, sind vielfältig. Im Jahr 2008 hat die Bertelsmann Stiftung im Rahmen eines umfassenden Berichtes ermittelt, wieviel Geld durchschnittlich in Deutschland für die ausserschulische Förderung von Kindern investiert wird.

Falls Sie sich für eine Existenzgründung in diesem Bereich interessieren, so finden Sie auf den Seiten von Franchise Direkt einige interessante Franchise-Konzepte aus dem Bereich Nachhilfe und Weiterbildung. Die Verdienstmöglichkeiten variieren hier in Abhängigkeit vom jeweiligen Franchise-System. Bei vorab gebuchten Nachhilfe-Kursen liegen die monatlichen Pauschalen beispielsweise zwischen 99 und 145 €. Zieht man in Betracht, dass in Deutschland jährlich ca. 1,1 Mio. Kinder Nachhilfeunterricht in Anspruch nehmen, so ergibt sich eine beeindruckende Gesamtsumme an Marktpotenzial. Zu den erfolgreichsten Franchise-Konzepten in diesem Bereich zählen zum Beispiel der Mini-Lernkreis und der Franchise-Geber Schülerhilfe. Beim Mini-Lernkreis werden die Schüler in kleinsten Gruppen nach einem seit Jahren bewährten Konzept gefördert. Die Unterrichtsgruppen werden bei diesem Konzept ausschließlich von qualifizierten Lehrkräften geleitet. Die Schülerhilfe bietet mit Nachhilfe, Prüfungsvorbereitung, Ferienkursen und Ferienlerncamps ein „schulunterstützendes Komplettprogramm“ ohne Langeweile an.

kids-franchiseEltern geben aber auch in anderen Bereichen viel Geld für ihren Nachwuchs aus: Das Statistische Bundesamt beziffert die „Gesamtkosten“ eines Kindes mit monatlich 549 €. Bis zum 18. Lebensjahr ergibt sich somit ein Gesamtbetrag von 120.000 €.

Darin enthalten sind Kosten für Ernährung, Bekleidung, Freizeit und Hobby genauso wie Ausgaben für eine größere Wohnung, ein größeres Auto etc. All dies sind Kategorien, in denen einfallsreiche Existenzgründer (mit oder ohne „vorgefertigtes“ Franchisekonzept) ein ansprechendes Einkommen erzielen können. Die Gründer des amerikanischen Franchise-Konzeptes My Gym zum Beispiel haben mit der Einrichtung von „kindgerechten” Fitness-Studios auf die steigende Nachfrage nach Sportangeboten für Kinder reagiert. Auch das Tanzatelier Buratino hat sich mit seiner Geschäftsidee etwas ganz Besonderes für die Kleinen einfallen lassen.

Die Möglichkeiten für Gründungswillige sind sehr vielfältig, sowohl während als auch nach der Schule. Und selbstverständlich hindert sich auch niemand daran, ihre eigene Geschäftsidee zu entwickeln und umzusetzen. Wie wäre es beispielsweise mit individuell gestalteten und gefüllten Schultüten auf Bestellung oder einem „Pausenbrot-Lieferservice“? Diese beiden „Geschäftsideen“ sind so sicherlich nicht umsetzbar. Aber vielleicht dienen Sie unseren interessierten Lesern als Anregung für eigene Ideen…


Kathrin Kaltbeck

09.09.2010

Von der Geschäftsidee zum Franchise-Konzept

Sie haben mit einer Geschäftsidee den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und denken darüber nach, Ihr Geschäft mittels Franchising zu vergrößern? Dieser Schritt ist nicht einfach und erfordert ein hohes Maß an Vorarbeit und eine gründliche Planung. Nicht jede Geschäftsidee eignet sich für eine Umsetzung als Franchisekonzept. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Merkmale, die ein erfolgreiches Franchisesystem aufweisen muss:

Die Geschäftsidee muss so ausgearbeitet sein, dass sie anderen als komplettes Konzept zur Verfügung gestellt werden kann.
Sämtliche Vorgänge und Arbeitsabläufe müssen einfach reproduzierbar und möglichst unkompliziert sein
Das Unternehmenskonzept muss einfach vermittelbar sein, die Franchisenehmer müssen in der Lage sein, die Geschäftsidee 1:1 umsetzen zu können.

Bei der Umwandlung einer „normalen Geschäftsidee“ in ein funktionierendes Franchise-Konzept müssen Sie Ihr Unternehmen im Vorfeld genau durchleuchten und gegebenenfalls (wahrscheinlich) auch zu Umstrukturierungsmaßnahmen greifen falls einige Bestandteile Ihres Unternehmens noch nicht ganz „fit für das Franchising“ sind. Diese Umstrukturierungen sind völlig normal und nötig, um Ihrem Unternehmen den nötigen „Schliff“ zu geben, der es als Franchisesystem attraktiv machen wird.

Hier kann durchaus das Sprichwort

„Was nicht passt, wird passend gemacht“ als Leitspruch dienen.

Die folgende Skizze verdeutlicht die einzelnen Schritte, die nötig sind, um eine Geschäftsidee in einen funktionierenden Franchisebetrieb umzuwandeln. Beantworten Sie die darin gestellten Fragen im Vorfeld möglichst gewissenhaft. Diese Vorarbeit wird sich bei der späteren Umsetzung Ihrer Umstrukturierungsmaßnahmen auszahlen.

Die Grundidee:

Was ist das Besondere an Ihrer Idee (Alleinstellungsmerkmal) und wieso ist sie auch für andere Gründungswillige von Interesse (wieso ist mein Konzept besonders Erfolg versprechend)?

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Die Unternehmensanalyse:

  • Sind alle Vorgänge in meinem Unternehmen so dokumentiert, dass verstanden und umgesetzt werden können?
  • Welche Kosten kommen auf den Franchisenehmer zu und welche Rentabilität kann er erwarten?

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Die Marktanalyse:

Hier stehen Zielgruppenanalyse und Preisentwicklung im Vordergrund. Sie als Franchisegeber sind für das Marketing Ihres Franchise-Systems verantwortlich. Stellen Sie daher sicher, dass Sie Ihren Franchisenehmern sowohl im Bereich der Einkaufskonditionen als auch mit der Größe der idealen Zielgruppe den bestmöglichen Service bieten können. Ihr Marktpotenzial sollte hoch genug sein, um mindestens 50 Franchisepartnern ein sicheres Auskommen garantieren zu können.

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Ihre Marketingstrategie:

Hier ist eine detaillierte Ausarbeitung in folgenden Bereichen nötig:

  • Schaffung eines starken Markennamens (wofür soll er stehen, welchen Eindruck soll er bei den Kunden hinterlassen?)
  • Erarbeitung einer Corporate Identity (stellen Sie sich Ihr Geschäftsmodell als „Gesamtkonzept vor“, machen Sie sich Gedanken über Einrichtung, Logo-Entwicklung, passende Farbkombinationen etc.)
  • Vermarktung
  • Beschaffungs- und Sortimentspolitik
  • Standortsuche

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Die Budgetplanung:

  • Wie viel Geld können Sie für den Aufbau Ihres Franchisesystems aufbringen?
  • Erarbeiten Sie eine genaue Liquiditäts- und Investitionsplanung
  • Versuchen Sie, jetzt schon, die Gebühren zu ermitteln, die später für Ihre Franchisenehmer anfallen werden.
  • Suchen Sie eventuell nach Einsparmöglichkeiten um den Anreiz für potenzielle Franchisenehmer zu erhöhen.

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Die Planung der Betriebsabläufe:

Untergliedern Sie Ihre Betriebsabläufe in möglichst kleine Teilschritte (so werden Ihre Inhalte leichter vermittelbar) und achten Sie vor allem darauf, dass ausnahmslos alle Vorgänge, die für das Tagesgeschäft Ihrer Franchisepartner wichtig sind, unabhängig von Ihrer eigentlichen Firmenzentrale durchgeführt werden können.

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Das Franchisehandbuch:

Hier beschreiben Sie Ihre Unternehmensphilosophie, Ihre strategischen Ziele, die wesentlichen Merkmale des Geschäftstyps, seine Erfolgsfaktoren, seine „Werkzeuge“, die Ablauforganisation und die Spielregeln einer konfliktfreien Zusammenarbeit. Das Franchisehandbuch ist zugleich eine Dokumentation Ihre Corporate Identity und kann durch Formularsammlungen, Schulungsunterlagen etc. ergänzt werden. Damit ist das Franchisehandbuch sozusagen der „schriftliche Spiegel“ Ihres Geschäftskonzeptes. Da es laufend ergänzt werden muss, empfehlt sich eine Lose-Blatt-Sammlung im Ringordner.

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Der geeignete Franchise-Nehmer:

  • Erfordert meine Geschäftsidee fachliche Vorkenntnisse?
  • Wie sieht der ideale Franchise-Partner für mich aus?
  • Wie hoch ist die Mindestinvestition für mein Franchise-System, wie viel muss der potenzielle Partner selbst aufbringen?

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Der Probelauf:

Richten Sie Ihren Pilotbetrieb genauso ein, wie sie es für Ihre Franchisenehmer vorgesehen haben. Der erste Betrieb, der nach Ihrer Geschäftsidee ausgerichtet wurde, dient Ihnen einerseits als Visitenkarte und andererseits als Beweis dafür, dass Ihre Geschäftsidee auch tatsächlich funktioniert.

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Der Franchise-Vertrag:

Hier schaffen Sie die rechtliche Basis für Ihr Franchise-Unternehmen. Folgende Bestandteile sollten unter anderem in Ihrem Franchisevertrag geregelt sein:

  • Die Rechte und Pflichten der Vertragspartner
  • Der Spielraum der Handlungsfreiheit Ihrer Franchisenehmer (wie viel ist im Franchise-Handbuch festgelegt und wie viel kann der Franchisenehmer selbst entscheiden – z. B. Inneneinrichtung, Speisekarte etc.)
  • Vertragsdauer und Kündigung
  • Preis- und Bezugsbindung (inwiefern hat der Franchisepartner bei der Wahl seiner Zulieferer ein Mitspracherecht?)
  • Welcher Gebietsschutz wird dem Franchisenehmer garantiert etc.

Diese und weitere Fragen müssen im Franchise-Vertrag geregelt werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, und um spätere Probleme zu vermeiden empfiehlt es sich, sich bei der Zusammenstellung des Vertrages von einem Anwalt beraten zu lassen, der bereits Erfahrungen im Franchising sammeln konnte.

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Die Zusammenarbeit mit Ihren ersten Franchisepartnern:

Backen Sie am Anfang die sprichwörtlichen „kleinen Brötchen“. Testen Sie die Tragfähigkeit Ihres Konzeptes erst einmal mit 4-5 Franchisenehmern. In der Zusammenarbeit werden sich eventuelle Schwachstellen schnell zeigen (z. B. bei der Zusammenarbeit mit der Systemzentrale und der Ausgestaltung des Franchisevertrages). In kleinem Rahmen lassen sich diese Schwachstellen schnell beseitigen und sie sind bestens für weitere Franchisepartner gerüstet…

Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich lediglich um eine kurze Darstellung der notwendigen Teilschritte bei der Verwirklichung einer Geschäftsidee mittels Franchising. Sollten beim Durcharbeiten dieses kurzen Ratgebers weiterführende Fragen offenbleiben (oder auftauchen), empfehlen wir Ihnen dringend, sich professionelle Unterstützung zu holen. Auf www.franchisedirekt.com finden Sie weiterführende Informationen zu diesem Thema sowie eine umfangreiche Beraterdatenbank.


Kathrin Kaltbeck

01.09.2010

Arbeiten im Heimbüro - auch mit Franchising (Teil 3)

Teil 3: Die Kosten eines Heimbüros

Wo fange ich an?

Eine gute Voraussetzung für eine möglichst kostengünstige Realisierung Ihres Home-Office-Projektes ist eine detaillierte Vorabplanung. Je genauer Sie sich vorab überlegen, was Sie benötigen, desto einfacher und weniger zeitaufwendig wird nachher der eigentliche „Einkauf“. Falls Sie beabsichtigen, sich mit einem Franchise-System von zu Hause aus selbstständig zu machen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Franchisegeber vorab genau durch, was in Ihrem „Franchisepaket“ bereits enthalten ist (z. B. Firmensoftware, Möbel, die eine bestimmte „Corporate Identity“ verkörpern etc.) und worum Sie sich selbst kümmern müssen.

Entwerfen Sie vielleicht vorab eine Art „Fahrplan“ für Ihr Büro.

Folgende Fragen sollten darin unbedingt beantwortet werden:

  • floor-polishwie viel Geld steht für Einrichtung und Ausstattung zur Verfügung?
  • habe ich bestimmte Vorlieben hinsichtlich Farbe oder Stilrichtung?
  • wie kann ich mich auf der Ausgabenseite auf das Nötigste beschränken und dennoch ein ansprechendes Ergebnis erzielen?
  • Kann ich vielleicht durch “Eigenarbeit” etwas Geld einsparen?

Ein derartiges Vorgehen  kann einem im Nachhinein viel Arbeit und Geld ersparen.

Des Weiteren sollten Sie folgende Kostenfaktoren bei Ihrer Planung in jedem Fall berücksichtigen:

  • Mobiliar und Einrichtung
  • Technische Ausstattung (Hard- und Software)
  • Kosten für Heizung, Strom und Wasser (hier könnte man zwar argumentieren, dass hier durch die private Nutzung sowieso Kosten entstehen, für eine größere Transparenz empfiehlt sich aber – sofern umsetzbar - eine möglichst akkurate Trennung zwischen Privat- und Arbeitsverbrauch)
  • Folgekosten für Technik (Internet, Telefon, Reparaturen, Neuanschaffungen etc.)

its your callAuch hier wird die Art Ihrer Geschäftstätigkeit die tatsächliche Höhe der zu kalkulierenden Kosten mitbestimmen. Wenn Sie kein großes Kundenaufkommen in Ihrem Büro erwarten, brauchen Sie (zumindest vorläufig) kein Vermögen in einen großen Besprechungstisch inklusive der zugehörigen Ledergarnitur zu investieren.

Sollten Sie jedoch planen, Kundengespräche bevorzugt in Ihrem Heimbüro stattfinden zu lassen, sind ansprechende Sitzgelegenheiten für Ihre Geschäftspartner angebracht.

Bei dieser Gelegenheit sollten Sie vielleicht auch einen  Blick in Ihre Unterlagen werfen. Die Umstrukturierung Ihres Wohnbereiches in einen Wohn- und Arbeitsbereich kann auch eine gute Gelegenheit für eine genaue Durchsicht Ihrer bisherigen Vertragsunterlagen sein (Telefon-, Strom-  und Internetanbieter, bestehende Ratenverträge, Versicherungspolicen etc). Auch hier können sich eventuell Einsparmöglichkeiten (z. B. durch einen Anbieterwechsel bei Internet oder Strom) verbergen. Alles, was Sie jetzt einsparen können wird Ihnen in der Aufbauphase Ihres Unternehmens zu Gute kommen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie, nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 06. Juli 2010,  einiges an Kosten für Ihr Heimbüro auch wieder bei Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Zu den Grundvoraussetzungen hierfür zählen:

  • istock_000006530447xsmalldas Vorhandensein von steuerpflichtigem Einkommen (d. h., dass Arbeitslose, Rentner und Studenten i. d. R. keine Kosten absetzen können, solange sie keiner steuerpflichtigen Nebenbeschäftigung nachgehen)
  • der Raum, den Sie als Büro nutzen, muss eine in sich abgeschlossene Einheit darstellen (kein abgetrennter Bereich, Eck- oder Durchgangszimmer)
  • das Arbeitszimmer darf nicht den größten Teil der zur Verfügung stehenden Wohnfläche einnehmen
  • für Selbstständige und Freiberufler generell absetzbar
    sind Kosten für die Büroeinrichtung wie Schreibtisch,
    Stuhl, Regale oder PC. Alle diese Anschaffungen können
    Sie als Arbeitsmittel geltend machen

Was brauche ich unbedingt?

Wie auch immer Ihre selbstständige Tätigkeit aussehen wird, auf die folgenden Arbeitsmittel werden Sie wahrscheinlich nur schwer verzichten können:

  • Schreibtisch und Bürostuhl
  • PC mit Internet-Anschluss, Drucker und externer Festplatte (zur Datensicherung)
  • Telefon mit Anrufbeantworter, Faxgerät
  • Ablagemöglichkeiten
  • Schreibutensilien (Block, Notizzettel, Stifte, Ablagekörbe)

Beim eigentlichen Kauf Ihrer Einrichtungs- und Arbeitsgegenstände lohnt es sich, frühzeitig die Augen offenzuhalten und nach guten Angeboten zu suchen. Am Besten setzen Sie sich hierzu eine „Deadline“ (z. B. „am 01.10.10 möchte ich „eröffnen“ – bis dahin muss ich alles beisammen haben“). So vermeiden Sie, dass die Suche nach der richtigen Einrichtung zu einem endlosen Mammutprojekt wird. Nutzen Sie für Ihre Suche das Internet genauso wie Möbelhäuser vor Ort – auch hier finden sich teilweise sehr günstige Angebote.
Wer Spaß an Eigenarbeit hat und handwerklich begabt ist, für den kann auch ein Flohmarktbesuch sehr lohnend sein. Für wenig Geld bekommt man hier schöne, manchmal etwas reparaturbedürftige Einzelstücke. So können Sie mit wenig Aufwand Ihrem Büro die „persönliche Note“ geben.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

istock_000007312862xsmallVor allem darauf, dass Ihnen die Neuanschaffungen auch gefallen, und zu Ihnen passen. Falls Sie über keinen separaten Zugang zu Ihrem Arbeitsbereich verfügen sollten, sollten Sie neben einem gewissen „Grundstil“ auch auf Stimmigkeit zwischen Wohn- und Arbeitsbereich achten (je mehr Ihre Kunden „zwangsläufig“ von Ihrem Wohnbereich zu sehen bekommen, desto mehr sollten Sie auf eine gewisse Übereinstimmung achten).
Ein zu buntes „Stilgemisch“ wirkt leicht irritierend und unprofessionell (stellen Sie „Omas alten Sekretär“ vielleicht doch lieber in eine nette Ecke im Wohnzimmer statt in Ihr Büro).

Bei Schreibtisch und Bürostuhl sollte Ihnen „Qualität vor Preis“ gehen. In Ihrer Firma sind Sie das wichtigste Arbeitsmittel – achten Sie daher auf sich…

Mittlerweile bietet das Internet auch gute Bezugsmöglichkeiten für Büromöbel aus zweiter Hand. Nutzen Sie vielleicht auch die Folgen der Wirtschaftskrise und stöbern Sie in der Tageszeitung nach Firmenauflösungen. Manchmal erweisen sich diese als wahre „Fundgruben“ für Büroausstattung (besonders bei Aktenschränken und Ablageorganisation – als Neuanschaffungen können diese ziemlich ins Geld gehen).

Sollten Sie sich dazu entschließen, eine Franchisepartnerschaft einzugehen, kann es sein, dass die Einrichtung Ihres Büros Teil des „Franchisepaketes“ ist. In diesem Fall wird Ihnen einiges an Such- und Beschaffungsaufwand erspart bleiben.

Es ist jedoch vom jeweiligen Franchisegeber abhängig, ob und in welcher Form die Einrichtung des „Betriebsbüros“ vorgeschrieben ist.

Falls Sie sich für die Führung eines eigenen Unternehmens interessieren, finden Sie auf Franchise Direkt noch weitere interessante Informationen rund um die Themen Existenzgründung und Selbstständigkeit. Wir hoffen dass Sie diesem Artikel nützliche Informationen entnehmen konnten. Bitte lesen Sie auch die anderen beiden Artikel dieser Reihe: Strategien zu Planung und Organisation und Die Vor- und Nachteile eines Heimbüros



 

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